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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9
Page - 390 -
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Page - 390 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9

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Huebmer 390 Zuebmer rung an der AusfĂŒhrung seines Durch, schlages zu arbeiten, ihn zwingend, mehr auf den Erwerb sein Augenmerk zu rich» ten. Endlich, im August 1822. als die Knappen bereits 480 Fuß vorgedrungen waren, fielen plötzlich so viel böse Wetter — Stickluft — ein, daß an eine Fort« sehung der Arbeit im ersten Augenblick nicht zu denken war. Da gerieth Hueb- mer auf den einfachen Gedanken, das durch die Felsen mitten in den Stollen herabsickernde Wasser zur Ventilation zu benutzen. Er fing es in einer Rinne auf und leitete eö bis zum EingĂ€nge des Baues, wo er es. da es schon ein Bach- lein bildete, auf ein breitschauftiges MĂŒhlrad fallen ließ. mit welchem er einen Blasebalg in Bewegung sehte, der nun durch gelegte Brunnenröhren die frische Luft zutrieb und die schlechte zugleich auSblieS. So konnte schon in einigen Tagen wieder gearbeitet werden und zwar so gut und sicher, als hĂ€tte man die kostbarsten und zusammengesetz- testen Geblase augewendet. Endlich, im Jahre 1827, nach 16 langen Jahren seit dem ersten Beginnen, war der Durch- schlag vollendet und der 8. MĂ€rz' war der Tag, an welchem sich die von beiden Seiten eingedrungenen Albeiter mitten im Gange die HĂ€nde reichen konnten. So hatte der Mann, der nicht schreiben konnte, der einfache Holzknecht, der das Wort Mathematik vielleicht niemals nen« nen gehört, einzig und aNein durch das genaue Studium der Oertlichkeit und das ihm angeborene Genie sich in seinen Berechnungen nicht im Mindesten geirrt, so daß die Arbeiter sowohl in wagrechter als seitlicher Richtung auf das Genaueste zusammentrafen. 400 Centner Pulver hatte H. zu Sprengungen verbraucht und sechs Knappen mit sechs Taglöhnern hatten- seit Jahren ununterbrochen gear» bettet. Als H. sein Werk glĂŒcklich aus- gefĂŒhrt sah, sank er gerĂŒhrt auf die Knie und dankte Gott, daß er ihm. dem unwissenden, einst armen Holzknechte, erlaubte, ein Werk auszufĂŒhren, wor° ĂŒber die Gelehrten den Kopf unglĂ€ubig geschĂŒttelt. Als der Durchschlag fertig und die eine der Quellen der stillen MĂŒrz in jene Wafserriese geleitet war, welche Hueb mer durch den Stollen fĂŒhrte, konnte die obere HĂ€lfte der BergwĂ€nde bequem abgestockt und die gewonnenen Scheiter in die Riese 'gebracht werden. Schon im ersten Jahre kamen hierdurch 9000 Klafter Holz nach Wien. Aber noch immer hatte es große Noth mit dem Fortschaffen des Holzes aus den unteren Theilen der Berge, da diese sehr steil aufsteigen und daS AufwĂ€rtsschleifen des Holzes durchaus nicht erlaubten. Auch dafĂŒr wußte H. Rath und baute einen Canal 3l)0 Fuß unter der Höhe des Durchschlags. I n dieses an dem jĂ€hen AbHange des Gipfels gelegene, in die Felsen gesprengte Bett leitete er sodann die beiden anderen UrsprĂŒnge der stillen MĂŒrz, erbaute Schiffe, welche 8—12 Klafter Scheit fassen können und ließ diese Fahrzeuge, welche sogleich im Urwalde beladen werden konnten, von Pferden bis in die NĂ€he des DurchschlagS ziehen. Dort hatte er nun von diesem untern grĂ¶ĂŸern Canale bis hinauf zur DurchschlagSwasserriese, welche 2 Stun« den lang ist und von 20 Quellen bewassert wird, zwei HolzaufzĂŒge errichten lassen, mittelst welcher die auf dem Canale gebrachten Scheiter auf Wagen, von denen der eine beladen bergan, der andere zugleich leer bergab geht, zur Wasserriese hinauf und in den Durchschlag gebracht werden, um nun zugleich mit den GewĂ€ssern, die seit der Entstehung dieser Gebirge immer nach
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Volume 9
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hibler-Hysel
Volume
9
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
518
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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