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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9
Page - 392 -
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Page - 392 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9

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392 Hübner ternich zurück und ließ sich von ihm Bericht erstatten über die inneren und äußeren Erfolge der Politik Ludwig Phil ipp's. Schon damals traten die Absichten Frankreichs: die romanischen Staaten für ein großes Bündniß zu ge- winnen und die italienische Halbinsel zugleich mit der pyrenaischen in die frau- zösischen Interessen zu verflechten, wenig verschleiert zu Tage und mochten M e t> ternich zunächst bestimmen, die seit Dom Miguel's Sturze unterbrochenen diplomatiscben Begehungen mit Por- tugal neuerdings anzuknüpfen. Noch im Jahre 1841 erfolgte die Anerkennung der Königin Mar ia da Glor ia , und als im genannten Jahre Baron Mar- schall als österreichischer Gesandter nach Lissabon entsendet wurde, ward ihm H. als erster Gesandtschaftssecretär beige« geben. Im Jahre 1844 wurde H. nach Leipzig entsendet, um daselbst die Stelle eines Generalkonsuls zu vertreten und die diplomatischen Geschäfte an den anhalti- Nischen Höfen zu besorgen. Beirn Be» ginne der italienischen Bewegung im Jahre 1848. als es sich darum handelte, durch einen Mann von Gewandtheit'und Menschenkenntniß von den Verhältnissen in Italien genaue Kenntniß zu erlangen, wurde H. nach Mailand gesendet und beauftragt, den Briefwechsel des Erzher, zogs Rainer mit den benachbarten Höfen zu führen. Als nun die Revolu« tion in Mailand ausbrach, geschah es auch, daß Hübner während der bluti« gen Kämpfe der Mörztage von den Auf- ständischen gefangen genommen und als Geißel zuru«-!behalten wurde. Erst nach einigen Monaten erhielt er durch Aus« wechslung seine Freiheit wieder. Wah< rend die Bewegung im Jahre 1848 in Wien fortwährend im Steigen begriffen war, lebte H. zurückgezogen und trat erst wieder in den Vordergrund, als Fürst Schwarzenberg im October ener» gische Widerstandsmirtel organisirte, um die sich überstürzende Bewegung zu be- meistern. H. erhielt nun Befehl, sich nach Schönbrunn zum Kaiser zu verfügen und denMonarchen mit der kaiserlichenFamilie nach Olmütz zu geleiten. Als sich bald darauf das Ministerium Schwarzen« berg'Stadion gebildet batte und die Geschäfte in Olrnütz führte, war es H., der alle die mannigfaltigen Manifeste, Aufrufe und sonstigen öffentlichen Nrkun» den redigirte, die theils auf die Thronbe- steigung des Kaisers Franz Joseph, theils auf die Neugestaltung des Kaiser« staates Bezug nahmen. Bis zum März 1849 arbeitete H. an der Seite des Ministers Schwarzenberg, der ihn nun mit der diplomatischen Correspon» denz des auswärtigen Amtes betraute. Im März des genannten Jahres erhielt H. eine außerordentliche Mission nach Paris, welcher einige Monate spater seine Ernennung zum bevollmächtigten Minister bei dem Präsidenten der Repu« blik folgte. Diesen wichtigsten und schwie« rigsten aller diplomatischen Posten beklei« dete H. durch neun Jahre, innerhalb welcher sich die Wiederherstellung des französischen Kaiserreiches und die Rück« kehr zur altnapoleonischen Politik in äußeren Angelegenheiten vollzog. I n die« ftr Zeit hielt er das gute Einverständniß Frankreichs mit Oesterreich aufrecht und beeinflußte das Verhalten Oesterreichs gegen Rußland in der orientalischen Frage, nahm an den Berathungen und Beschlüssen des Pariser Friedenscongres« sis Theil, in welchem er den Ansprüchen Cavour's energischen Widerstand ent« gegenstellte. Während die napoleonische Politik heimlich einen neuen, nur unheil« volleren Knoten schürzte, als es der eben
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Volume 9
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hibler-Hysel
Volume
9
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
518
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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