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Mlmer 393 HĂĽbner
gelöste der orientalischen Frage war,
wurde H.'s Thätigkeit bei den verschie»
densten Anlässen, alle hervorgerufen, um
Oesterreichs Aufmerksamkeit von der
Hauptsache abzulenken, in nicht geringen
Anspruch genommen. I n allen Wirren
und WĂĽhlereien, die bald in Eonstan-
tinopel. an der untern Donau, in Mon-
tenegro, Serbien und Bosnien, dann
wieder in Ober« und Mittelitalien hervor»
traten, mliĂźte H. die Mittlerrolle spielen,
bis der Apfel der Eris gereift war und
die berĂĽchtigte Neujahrsrede l839, mit
welcher der Kaiser Napoleon vor dem
Gesandten Oesterreichs die Maske lĂĽftete,
die ganze Besonnenheit des Staatsman»
ues erforderte, um in dieser heikeligen
Lage der WĂĽrde seines Staates und
seiner Person Nichts zu vergeben. Als
der bald darauf ausgebrochene Krieg,
dem eine wahre Fluth von Libellen,
Flugschriften u. dgl. m. ^siehe unten
die Quellens folgte, ihn zwang, Paris
zu verlassen, fehlte es nicht an Be>
weisen von Theilnahme, welche zwar
auch einen demonstrativen Charakter
an fich trugen und ein entschiedenes
MiĂźtrauensvotum gegen das Verfahren
Frankreichs zu bilden schienen, vornehm»
lich aber doch als Beweise persönlicher
Hochachtung dem Staatsmanne darge-
bracht angesehen werden mĂĽssen. Bald
nach Beendigung des italienischen Krieges
wurde H. mit Handbillet vom 21. August
1839 zum Polizeimiiiister ernannt. Unter
Einem erfolgten der Rücktritt des Frei»
Herr von Bach und dessen Ernennung
zum österreichischen Botschafter am päpst-
lichen Hofe, die Berufung des Grafen
Agenor Goiuchow 6 ki — an dem sich
später der Volkswih mit dem Wortspiele
„A geh nur" in nur zu verdienter Weise
rächte — zum Minister des Innern, die
Enthebung des Feldmarschall-Lieutenants Freiherrn von Kempen vom Polizei-
uno des Handelsministers Ritter von
Toggenburg vom Handelsministe»
rium. Nicht lcnge behielt H. das Porte-
feuille. Schon am 22. October 1839
trat er von seinem Posten zurĂĽck und
allgemein, insbesondere aber von den
Organen der Presse, denen gegenĂĽber er
mit einer nicht zu unterschätzenden Hu»
manität auftrat, wurde sein frühes Aus-»
scheiden schwer beklagt. Seit dieser Zeit
wird der Name H.'s bei verschiedenen
Ministercombinationen, aber immer nur
jener Partei genannt, welche sich zu den
Grundsätzen der „historisch-politischen
Individualitäten" bekennt. Freiherr voti
HĂĽbner ist seit dieser Zeit meistens auf
Reisen, und erst vor Kurzem wurde
seine Reise nach Constantinopel, bald
darauf sein Aufenthalt im westlichen
Frankreich, wo seine Tochter, an einen
französischen Gutsbesitzer verheirathet,
lebt, gemeldet. Freiherr von HĂĽbner
ist in Anerkennung seiner um den Kaiser»
staat erworbenen Verdienste von seinem
Monarchen mehrfach, mit Allerhöchster
EntschlieĂźung vom 22. April 4834 aber
mit dem Orden der eisernen Krone erster
Classe ausgezeichnet wordcn. welcher Ver«
leihung die Erhebung in den Freiherrn«
stand mit Diplom vom 6. Mai 1834
folgte. Ueber den Stand der Familie
siehe die Quellen.
Die Mitgl ieder des Pariser Kongresses. Als
Ergänzung der Gallene der heroorrügendstm
P^'onlichkriK'n auf d«,>m Kriegsschauplätze
(Wirn t856, Leop. Sommer. 5°.) S. !5. —
Wanderer (Wiener polit. Blatt. Fol.)
i«i»6. Nr. 63. — Neuigkeiten (Brünner
polit. Blatt. Fol.) i»56. Nr. 54. —
08ü«!-vataro l) g. I m a, t o spolit. Blatt in
Zara) l8ätt. Nr. 28 ^nach diesem geb. 28. No»
vembert8l l).—v i 2. v oI stto (TnesterBlatt,
4°.) 1856, Nr. «l. — 1/U n1vo?-82.lü
(Mailänder polit. Blatt, Fol.) 1836. Nr. 56
lnach diesem geb. 1804). — I l ^ o t o ^ l o
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Volume 9
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hibler-Hysel
- Volume
- 9
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 518
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon