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Hugo
zösischen Novelle gearbeitet, welche lange
vorher von Meynert ĂĽberseht, in
Bauer le's Theaterzeitung erschienen ist.
Auch sein „Schauspiel der Welt" brachte
H. jetzt in bĂĽhnengerechte Form und mit
GlĂĽck auf die BĂĽhne, zugleich ĂĽbersetzte
er dasselbe und die Fortsetzung „Der
Stein der Weisen" unter dem Titel: „ ^
vilä^ Lsii^ Ntoica." und „Läicseic Ivöve"
in's Ungarische. Um dieseZeit erschien noch
eine Sammlung seiner lyrischen Gedichte
unter dem Titel: „Psalmen rineZ armen
Poeten" (Pesth 1846). Auf diese Weise
seine eigenen StĂĽcke aus dem Ungarischen
in's Deutsche und aus dem Deutschen
in'S Ungarische ĂĽbersetzend und mit Erfolg
auf die Welt der Breter eingefĂĽhrt,
glaubte er sein GlĂĽck in Paris versuchen
zu können und mit neuen Hoffnungen
begab er sich 1847 dahin. In der That
schien ihm dieses Mal das GlĂĽck zu
lächeln. Jan in nahm sich seiner an,
Alles war schon im besten Zuge. als
die Revolution des Jahres 1848 den
Dichter wieder um alle seine Hoffnungen
brachte. Die Zeit war dem Poeten nicht
gĂĽnstig. Er lebte nun in Paris als
homöopathischer Arzt. 18öl) in Neapel,
wo er sich für einen Tenor — ohne
Stelle — auSgab, spater wieder in Paris,
wo er lange Zeit ein verborgenes Dasein
führte, bis ein Proceß mit der Sängerin
Borghi -Mamo, von der er fĂĽr eine
ärztliche Behandlung, die in A Visiten
bestand, das Honorar von 1000 Franken
verlangte, ihn zuerst der Lächerlichkeit
preisgab. Die Sängerin verweigerte
die Zahlung einer so ĂĽbertriebenen
Summe und der Dichter der „Lucretia"
belangte die KĂĽnstlerin gerichtlich. Das
Gericht wies aber Herrn Karl Hugo
Amber-Bernstein, vr. der Homöo-
pathie und Tenor a. D. ab und
verurtheilte ihn in die Kosten. Nach A S "
mannigfachen Wechselfällen, die in seinen
zur Herausgabe bereit liegenden Memoi-
ren erzählt zu finden sein dürften, kehrte
H. im Jahre 1838 in seine Heimat
zurück, um seinen 80jährigen Vater
zu besuchen. I n Paris hatte er zwei
französische Dramen geschrieben: „1.2
^itsriiklG" und „I/IUaäo
Dann begab er sich nach Berlin,
wo sein Stück: „Der Kaufmann von
Marseille", am 13. December 1839 mit
entschiedenem Neifalle gegeben wurde.
Nun war längere Zeit nichts von dem
Dichter zu hören, bis er im Jahre 1K6l
Gegenstand des Gespöttes der deutschen
Journale wurde, die wahrend der poli«
tischen Wirren seine poetischen Ueber«
schwenglichkeiten zu picanten Feuilletons
und Notizen ausbeuteten. Insbesondere
war es sein Aufenthalt in Berlin 1861.
wo er sich als Vorleser und Mime ersten
Ranges bezeichnete seine Dramen las,
und einige Scenen daraus spielte und
lächerlich wurde. Diese Behandlung von
Seite der Presse und des Publikums
sollen nicht ohne Wirkung auf H.'s Ge«
mĂĽth geblieben sein und man meldete,
daß H< den Verstand verloren habe, wenig»
stens wollte man diese traurige Thatsache
aus seinen extravaganten Handlungen
schließen; zu letzteren gehört u. a. ein in
der „Kreuzzeitung" bald nach der Krö«
nung des Königs erschienenes Inserat,
worin er sich selbst nennt einen „Fürsten
der Poesie", der seinen „Feinden gibt
Amnestie", und sein letztes im Drucke
erschienenes Werk. halb Pamphlet, halb
Unsinn. Dieses führt den Titel: „Darl
Hugo Ämber Nernstein uüer !>a5 gemasSregrlte
(Seme" (Berlin 1862), und bildet den
vierten Band seiner „Uomoirss tsr-
ril)i63 ä'un m,3.rt)"r inanZtrß", welcher
aber der Originalität halber vor den
übrigen drei Bänden erscheint. Da das»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Volume 9
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hibler-Hysel
- Volume
- 9
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 518
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon