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416 Hugo
selbe Beleidigungen von Beamten, hohen
und höchsten Personen, auch sonst des
Anzüglichen mehr als genug enthält,
wollte man anfänglich die Staatsanwalt,
schaft einschreiten lassen. Nach näherer
PrĂĽfung des Inhaltes aber wurde der
Physikus, Geheimrath Casper, mit einer
Untersuchung des GemĂĽthszustandeS des
„Einzig großen Dichters", so nennt sich
Hugo selbst, betraut, dessen ErgebniĂź
war, daĂź man von einer amtlichen Unter-
suchung gegen den Verfasser abstand.
Spater begab sich H. nach Dresden, wo
er auch öffentlich auftrat, und im Novem»
ber 1862 befand er sich in Wien und
veranstaltete daselbst seine automimischen
Vorstellungen. Herausgeber dieses 3exi-
kons wohnte der ersten und (fĂĽr Wien)
wohl letzten Vorstellung bei und ihm
erschien H.'s Auftreten und Declamiren
im Costume als eine traurige Prostitution
des Poetenthums, deren sich bewuĂźt zu
werden H. auĂźer Stande zu sein scheint.
SchlieĂźlich muĂź zur Beseitigung einer leicht
möglichen Verwechslung bemerkt werden,
daß der Verfasser des Drama's „Ludwig
der Bayer", der auch Karl Hugo heiĂźt
und in DĂĽsseldorf lebt, eine von obigem
Karl Hugo verschiedene Persönlich,
keit ist.
Wanderer, herausg. von Seyfr icd (Wien,
4«.) Jahrg. 1849, Nr. 26 und 27: „Gallerie
biographischer Skizzen von Dr. H. Meynert.
I I . Karl Hugo". — Sonntags 'Zei tung
(Pesth. 4°.) 1838. Nr. 42. S. 332.- „Karl
Hugo" smit Porträt im Holzschnitt, nach
dieser geb. 1814). — VaizliruHpi u^äx ,
d. i. 'Sonntagszeitung (Pesth, 4".) 1858,
Nr. 38: „Hugo Käroly" ^gibt auch das Jahr
1814 als H.'s Geburtsjahr an). — Köl»
nischeZeitung 1860, Nr. 14: „Feuilleton«
correspondenz aus Berlin". — Sch lesische
Zeitung (Breslau. Fol.) 1861. Nr. 218
^im Feuilleton von E. K(urnick). —
Zwisch enact (Wiener Unterhalt. Blatt,
kl. Fol.) 186l, Nr. 124. — Da,i is^ ^cl-se/),
wuv., d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von
Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten er«
ganzender Band (Pesth 1886, Gust. Emich,
8".) S. 118. - Presse (Wiener polit.
Blatt) 1857. Nr. 187: „Ein homöopathischer
Arzt"; — 1839, Nr. 326, Abendblatt sin der
„kleinen Chronik"); — 1861, Nr. 123. Abend'
blatt Ebenda); Nr. 138. Abendblatt Ebenda);
Nr. 292. Abendblatt Ebenda). — Der Bot.
schaft er (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1862,
Nr. 113: „Carl Hugo Amber Bernstein oder
das gemaßregelte Genie", von C. v. T. —
Fremdend latt. HerauSg. von Gustav
Heine (Wien. 4".) 1861, Nr. 293: „Karl
Hugo's Amnestie"; — 1862, Nr. 90. —
Didaskal ia (Frankfurter Unterhalt. Blatt)
1862, Nr. 138 und 139: „Ein verkanntes
Genie". — Lorm (Hieronymus), Wiens
poetische Schwingen und Federn (Leipzig
1847.Gmnow, 80.) S. 236. — Gott sch al l
(Rudolph), Die deutsche Nationalliteratur
in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahr«
Hunderts (Breslau 1833. Trewendt und
Gramer, gr. 8«>.) Bd. I I , S. 20ö. — Oester.
reichischer ParnaĂź, bestiegen von einem
heruntergekommenen Antiquar (Frey<Sing,
bei Athanasius und Comp.) S. 8 ^nach
diesem wäre Hugo zur Zeit 163 Jahre alt,
denn er läßt ihn 1707 geboren sein^. —
Porträt. Holzschnitt. Mit den Zeilen:
Weh' dem Dichter, den die Musen nähren,
Der mit Geistern um die Krone ringt,
Nnd aus wunder Brust uon Freiheit fingt,
Während Sorgen ihm das Mark verzehren.
Carl Hugo.
sAuch als Titelbild uor seinem als Manuscript
gedruckten „Der Kaufmann von Marseilles —
Zur litcrarijchen Charakteristik Aarl. Hugo's.
Während Gottschall Hugo's „Formlose
Dramen nicht ohne Schwung" findet, seine
„Psalmen rines armen Porten" aber „grillen«
hafte Ieremiasklange" nennt, beurtheilt ihn
Hieronymus Lorm schon vor fast zwei
Iahrzehenden treffend nnd schreibt ĂĽber
ihn u. a.- „C. Hugo lieferte ein „Schcpl'
spiel der Welt", worin sich edle Mohren,
weise Narren verrĂĽckter Weise im Wirbel'
tanz einer ungeregelten Phantasie drehen.
Mehr 3ob verdient seine Tragödie „Brutus
und Lucretia", die mit größerem Verständniß
des Alterthums als Ponsard's bekanntes
Stück geschrieben ist. Nur bleibt die Charak»
terzeichnung nicht consequent. Brutus, Colla-
tin vergessen zuweilen wo sie sind und fangen
plötzlich zu reden an, wie Carl Hugo, ja in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Volume 9
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hibler-Hysel
- Volume
- 9
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 518
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon