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Huscher
Huscher, Johann Christoph (Schul-
mann und Schriftsteller, geb. zu
Asch bei Eger 6. Jänner 1774, gest. zu
Hippoltstein bei Gräfenberg 24. Jan»
ner 4846). Widmete sich dem Lehramte
und begründete, indem er sein Vaterland
verlassen hatte, 1306 ein Erziehungs-
institut zu Wartenfels in Franken, trat
aber schon zwei Jahre später in königlich-
bayerische Dienste als Professor am Gym»
nasium zu Bamberg. I n späteren Jahren
wurde er quiescirt. Er veröffentlichte
folgende Werke durch den Druck: „Zlchze
einer Kulturgeschichte der deutZchm Städte"
(Culmbach 1809, Spindler. gr. 8«.); —
„Abhandlung ;nr Geschichte der römischen Gesetz-
gebung, die Innungen, Gewerbe und den Handel
uetretkenü", und mehrere Schulprogramme.
H. starb im Alter von 72 Jahren.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar,
I. B. Voigt. kl. 8°.) XXVII. Jahrg. (1846),
Nr. l20l. — Meyer (I.), Das große Con<
uersationS'Lexikon für die gebildeten Stände
(Hiloburghausen. Bibliogr. Institut, gr. 8«.)
II I . Suppl. Bd. S. 1Sl8.
Hllß, Karl (Scharfrichter). Im
sechsten Bande dieses Lexikons, Seite 42,
wird die biographische Skizze eines
Scharfrichters Karl Guß mitgetheilt, der
sich als Archäolog bekannt und sogar
Goethe's und des Fürsten Metternich
Aufmerksamkeit rege gemacht hat. Weitere
Nachforschungen, veranlaßt durch den Um»
stand, daß er hie und da als Karl Huß
aufgeführt erschien ftergl. „Erneuerte
vaterländische Blätter des österreichischen
Kaiserstaates" 1818, Nr. 104, wo seine
archäologische Sammlung beschrieben
wird^, stellten heraus, daß sein richtiger
Name Karl Huß sei. Das unter dem
Namen Guß im sechsten Bande Gesagte
sollte also hier stehen; es wird sich aber
zur Vermeidung einer Wiederholung auf
jene Lebensskizze bezogen. Hllssör, auch ßllsz2.r, Valentin von
(Orientalist, geb. zu Wien 26. Juni
1788, gest. zuWien um das Jahr 1830).
Beamtenssohn, der 1800 als Zögling in
die orientalische Akademie trat, dieselbe
1807 wieder verließ und zur Internun«
tiatur nach Constantinopel kam, an der
er 20 Jahre hindurch als gründlicher
Sprachkenner und Dolmetsch Dienste that.
Im Jahre 1823 nach Wien berufen,
begleitete er als Legationssecretär den
Fürsten Metternich nach Czernowitz,
wo eine Zusammenkunft der Kaiser von
Oesterreich und Rußland stattfand. 1824
wurde er wirkl. Hofsecretär, 1827 Staats-
kanzleirath und mit einer außerordent»
lichen Sendung nach Constantinopel be«
traut. Unter den schwierigsten politischen
Verhältnissen war er dort als erster Dol>
metsch in so ausgezeichneter Weise thätig,
daß er noch im nämlichen Jahre nach der
Schlacht von Navarin mit dem Ritter»
kreuze des Ieopold'Ordens ausgezeichnet
wurde. Im Jahre 1829 wurde er nach
Wien zurückberufen und, als im folgen»
den Jahre die Unruhen an der bosnischen
Grenze einen immer drohenderen Cha»
rakter annahmen, nach Agram in außer«
ordentlicher Sendung geschickt, von der
er nach Beilegung aller Mißhelligkeiten
und nach Bereisung der ganzen Militär«
grenze zurückkehrte. Am 29. Mai 1838
wurde H. zum wirklichen Hofrathe und
geheimen Staatsofficialen ernannt. Sel«
tene und kostbare Manuscripte von seiner
Hand befinden sich in der Bibliothek des
Serails zu Constantinopel und in der k.k.
Privatbibliothek zu Wien. I n EberS«
berg's „Zuschauer" begegnete man sei«
nem Namen oft seit Begründung dieses,
namentlich in den ersteren Jahren Vortreff-
lichen IugendblatteS. H. war correspon»
direndes Mitglied der asiatischen Gesell«
schaft in Paris, und Sultan Mahmud
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Volume 9
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hibler-Hysel
- Volume
- 9
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 518
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon