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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 165 -
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Page - 165 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Fennll Jenull dazu benutzte, der Dorfjugend Unterricht zu ertheilen. Dann besuchte der Sohn die Schulen zu Kötschach, Dölsach und Lienz in Tirol und 1783 das Gymnasium zu Salzburg. Sem Vater, der wenngleich wohlhabend, jedoch sehr strenge war und den Knaben frühzeitig selbstständig machen wollte, verweigerte ihm die nöthigen Mittel und zwang ihn, sich den Lebens« unterhalt selbst zu verschaffen. Anfänglich unterstützte ihn die Mildthätigkeit der Benedictinerinen am Nonnberg, bald aber bot sich ihm Gelegenheit, Unterricht zu ertheilen und er wurde ein gesuchter Privatlehrer, dem es recht gut ging. Nachdem er das Gymnasium und die philosophischen Jahrgänge beendet, war es wieder der Vater, der in sein Leben eingriff und ohne ihn zu fragen, seine Standeswahl entschied, denn wahrend er im Vaterhause seine Ferien zubrachte, kam ihm die Nachricht zu, daß er in der Gurker Diöcese als Priester.Zögling an« genommen sei, um welche Stelle, ohne den Sohn davon in Kenntniß zu setzen, der Vater angesucht hatte. I . begab sick also im Herbste 1794 nach Gratz, studirte Theologie und erhielt am 11. September 1796 die heil. Weihen, als ein Zwischen- fall eintrat, der seiner Laufbahn eine neue Wendung gab. Es wurde nämlich der bisherige SeminardirectorIüstel ^s<d< ,^ der nachmalige Staatsrath (gest. 7. April 1838) plötzlich, ohne darum nachgesucht zu haben, vom Directorat enthoben. Die Seminaristen hingen an ihrem Director, von dem das Gerücht ging, daß seine Orthodoxie von irgend einer Seite an« gezweifelt und er deßhalb entfernt wor- den war, mit inniger Liebe. Ienu l l richtete an den scheidenden Director ein Trauergedicht, worin auch Anspie- lungen auf die Ursache seiner Ent« fernung vorkamen. Obwohl I . das Gedicht anonym hatte erscheinen lassen, so fand sich doch wie gewöhnlich eine niedertrachtige Seele, .die den jungen Mann an maßgebender Stelle verrieth und I . war compromittirt. Er wollte nun in den Linzer Sprengel übertreten, was man ihm jedoch nicht gestattete. I . faßte nun den Entschluß, die Theologie ganz aufzugeben und das Studium der Rechte zu beginnen. I m Herbste 1797, begab er sich zu diesem Zwecke nach Wien. Im nämlichen Jahre verlor I . durch den Tod auch seinen Vater. I n Wien begann I . nun daS Studium der Rechte und erhielt sich vom Unterricht« geben. Bald jedoch einer unerklärlichen Sehnsucht nachgebend, verließ er Wien, zog sich in sein Heimatland zurück, blieb dort einige Zeit und ging dann nach Innsbruck, wo er privat seine Studien beendete und 1300 die Doctorwürde erlangte. Wahrend er sich um die Advo» catur bewarb, übernahm er die Suvpli« rung des vacant gewordenen Lehramtes der griechischen Sprache am Gymnasium zu Klagenfurt und im August 1803 — I . zählte 30 Jahre — erhielt er in Kärnthen die Advocatur. 12 Jahre ver« sah er dieselbe, dann bewarb er sich um eineRathsftelle am kärnthnerischenStadt, und Landrechte, welche er auch Anfang 1813 erhielt. Schon 1817 wurde er zum Appellationsrath in Fiume befördert und im Mai 5 820 in gleicher Eigenschaft nach Innsbruck übersetzt; im Juni 1823 wurde er Hofrath bei der obersten Justiz, stelle in Wien. am 27. October 5826 Präsident des k. k. Stadt- und Land» rechtes in Innsbruck und bald darauf taxfrei in den Ritterftand erhoben: am 27. Mai 1839 wurde er aber Präsident des tirolisch > vorarlbergischen Appella. tionsgerichtes. Er versah dieses Amt bis zum Jahre 1851. in welchem er 78jährig
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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