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Zerney 17« Zerney
1833). Die Schulen besuchte er zu Pesth
und Preßburg, betrat dann die juridi-
sche Laufbahn und wurde bereits 4820
Advocat. Vor Allem aber beschäftigten
ihn Forschungen über die Urgeschichte sei-
ner Nation, zu welchem Zwecke er im
Jahre 1844 auf eigene Kosten eine Reise
unternahm und dieselbe bis an die Wolga
ausdehnte und volle drei Jahre in diesen
Gegenden zubrachte. Von Pesth begab
er sich nach Siebenbürgen durch das Land
der Szekler in die Moldau, in welchem
Fürstenthume nach I.'s eigenen Berichten
etwa 70.009 Magyaren in eigenen Dör-
fern ansäßig find. Sie nennen sich
Csango«
Magyaren und find die einzigen ihres
Stammes, welche sich zum Ritus der
orientalischen Kirche bekennen. Nachdem
I . ein Jahr etwa unter diesen Csango»
Magyaren verlebt, ihre Sitten und Le»
bensweise beobachtet, ihre Neberlieferun»
gen und Sagen gesammelt hatte, begab
er sich nach der taurischen Halbinsel und
durchstreifte dieselbe nach allen Richtuw
gen. Sowohl hier in der Krim, wie auch
weiterhin in den Steppen der nogai-
schen Tataren traf Ierney steinerne
Denkmaler von roher unschöner Arbeit
an, welche ihm aus dem achten Jahr»
hundert stammende Ueberreste seiner, da>
mals hier uomadisirenden Nation zu sein
schienen. Von dort besuchte Ierney die
Ruinen von Madschar. Das Ergebniß
dieser Reise hat I . in einem ausführli-
chen, in magyarischer Sprache verfaßten
Werke nidergelegt. Dasselbe führt den
Titel:
d. i. Neise im Orient, zur Erforschung
des alten ursprünglichen Wohnsitzes der
Magyaren. 2 Theile (Pesth 1832); —
Außerdem schrieb er noch: „ I^öF«?oc?tt-
Forschungen über die Sprache der alten Kumanier, eine bereits im Jahre 1825
mit dem Preise gekrönte Abhandlung; —
^s?") d. i. Ge«
danken über das Horn der Iazyger und
Nachrichten über andere ähnliche Hörner;
F d. l.
Beleuchtung über das Nichtungarische der
Sprache der am Kaukasus wohnenden
Avaren und kumanischen Völkerschaften
(Szeged 1829); — „ ^ M?ö
^ d. i. Die Polowczer
und die polowczische Chronik nach russi«
schen und polnischen Geschichtschreibern
(Pesth 1834, Landerer, 8«.) — und „H^a-
^") d. i. Ungarische Sprachschätze aus
dem Zeitalter der Arpad's (Pesth 1834).
Unter seinen in Zeitschriften veröffentlich-
ten Arbeiten sind zu nennen im
", d. i. Von den französi«
schen Ansiedlungen zu Egervölgy (1840);
— im ^uäoinii.n.^täi.-: ^,^. Icudkosi
nö^LSF^ d. i. Das Volk von Kubecs;
i irott turooxviirinoFVLi r
d. i. Kunde von dm mit hunnoscythi«
schen Buchstaben geschriebenen Alkrthü.
mern des Turoczer Comitates (1840)
— und „Va,l.6'6) ^ 0 ^ 2.2 0r082 biro-
d. i. Ist es wahr, daß die Gründer des
russischen Reiches Ungarn waren? Die
ungarische Akademie hat den gelehrten
Forscher zu ihrem wirklichen Mitgliede
ernannt.
d. i. Angarische Schriftsteller. Sammlung von
Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy
und Joseph Danie l ik (Pesth 1856, Gustav
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon