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Mshäzy 194
zu bleiben entschlossen, kündete den Beta«
gerern sofort seine Unterwerfung an,
öffnete die Thore der Burg und begab
sich in Person nach Wien, wo ihn Kaiser
3 eopoldals Illöshäzy'schen Haupterben
und Obergespan von Liptau und Trencfin
anerkannte. Endlich unterwarf sich auch
Georg, forderte aber seine Ehren und
Aemter zurück, nicht wenig über Niko-
lauS ergrimmt, der von den ihm zukom«
menden Rechtengegen Georg's Willen
Kenntniß genommen und Gebrauch ge»
macht hatte. Nikolaus, der durch»
aus nicht die Absicht hatte, dadurch daß
er von seinen Rechten Gebrauch machte,
Georg in den semigen zu verkürzen,
stellte Alles dem Ausspruche des Kaisers
anheim und erklärte sich
bereit, in sein frü»
hercs Verhältniß zurückzutreten. Die Ent>
scheidungdes Kaisers lautete aber: Georg
solle die Obergespanswürde beider Comi-
täte Liptau und Trencsin bis zu seinem
Tode behalten, Nikolaus aber der Ver»
waltung beider Gcspanschaften vorstehen.
Nikolaus versah sein Amt mit Würde
und Festigkeit und auch in häuslichen
Angelegenheiten wirkte seine Thatkraft
wohlthuend; indem er Georg's große
Schulden bezahlte und das ganze Haus-
wesen ordnete, brachte er das Haus
I l löshazy zu einer bis dahin nicht
gekannten Blüthe. Die Würde eines
ungarischen Kanzlers, bisher ein Artn«
but der höchsten geistlichen Würden»
trager, wurde auf Nikolaus Il löshg.zy,
den ersten Weltlichen, von Kaiser
Joseph I. und m einem sehr verhäng,
nißvollen Zeitpuncte übertragen, nämlich
wahrend des Rakoczy'schen Bürger«
krieges, dem erst der Szathmarer Friede
(29. April 4711) eben damals ein Ende
machte, als nach Eugen's Siegen bei
Peterwardein und Belgrad durch den
Paffarowitzer Frieden der Türkenkrieg geendet wurde; ferner wahrend auf dem'
Preßburger Reichstage die denkwürdigen
Verhandlungen über die von Kar l VI.
vorgelegte pragmatische Sanction statt,
fanden, im Lande selbst aber die neue
Organisation vornehmlich der Statthat,
terei, der Comitatsverfaffung und des
hohen und niedern Gerichtswesens durch'
geführtwurde. Alles dieses wurde während
Nikolau s Illsshäzy's Hofkanzlerschaft
zu Stande gebracht und, bereits dem Tode
nahe, unterschrieb er noch auf des Kaisers
ausdrücklichen Wunsch alle diese wichtigen
Decrete und verblich wenige Tage später
in einem ruhmvollen Alter von mehr denn
70 Jahren.
Hormayr (Ios. Freih. von), Taschenbuch für
die vaterländische Geschichte (Stuttgart, Frankh,
kl. so.) Neue Folge, I. Jahrg. («830). S. 22 u. f.
es ,
d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und
Stammtafeln (Pesth 18U9. Moriz Rath. 8°.)
Bd. V, S. 228.—klasvar usplai» (Pesth,
40.) 1837, Nr. 3 u. f.: «.5.2 IIiL3bä2?Äk«,
d. i. Die I
l. Zur Genealogie der Mshä)n. Die I l l v s .
häzy und die Eßterhäzy sind Zweige des
bis in die Tage der magyarischen Einwan-
dcrung hinaufreichenden Geschlechtes Salo>
mon ^vergleiche das über die Genealogie
der Eßterhäzy (Bd. IV, S. 89) Gesagte).
Nachdem beide Söhne Salo m on'S, nämlich
Peter und GUas, sich 1238 getheilt. Erste»
rem Zerhliz, Letzterem Illöshäz (d. i. des Eliaö
Haus) zugefallen war, bildeten sich die beiden
Geschlechter Zerhäz und I l l ssh^z , deren
ersteres von dem 1596 bei Keresztes den Hel-
dentod gestorbenen Mar t in und dem Preß»
burgcr Viccgespan Franz in Eßterhäz ver»
wandelt wurde, während letzteres seinen ur<
sprünglichen Namen I l löshäz beibehielt.
Die Stammtafel der I l lvshazy wird bis
in den Anfang des t3. Jahrhunderts zurück'
geführt. Nagy und Hormayr weichen in
ihren Angaben nicht unwesentlich ab; Heraus-
geber hält sich an die ungarische Quelle
Nag y's, in Klammern ^ H 0 rmayr'S abwei-
chende Angaben anführend. Des Michaet
I l lsShl izy Sohn Georg (I.) hatte nebst
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon