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II. Hervorragende Sproßen des Vrasengeschlech-
tes IÜ65häzn. 1. Georg, Sohn des Grafen
Kaspar aus dessen Ehe mit HeleneThurzo,
Tochter des berühmten Palatin Georg
Thurzo und Schwester Emerich's, des
letzten Thurzo. Georg's rauher ungestümer
Charakter ließ ihn sich in die Tököly'schen
Unruhen tief verwickeln. Wie er. während er
außerhalb der Feste Trencfin für die Zwecke
der Unruhestifter thätig war, in der von den
Kaiserlichen belagerten Feste seinen Vetter N i»
kolaus zurückließ und dieser später sich den
Kaiserlichen unterwarf, ist Alles schon (S. 198)
in der Biographie des N iko laus I . ausführ»
licher erzählt. Nachdem dieUnruhen geschlichtet
waren und auch Georg sich unterworfen hatte,
gewährte ihm der Kaiser — aus Gnade —
da er durch rebellisches Auftreten Alles ver.
wirkt hatte, die Obergespanswürde der beiden
Comitate Liptau und Trencsin, welche er bis
an seinen Tod behalten sollte. Aus seiner Ehe.
mit Naria Folgach besaß Georg nur eine
Tochter Helene, nachmalige Nikolaus Eß»
ierhäzy, daher das ganze mächtige Erbe der
I l l6shazy auf oberwähnten Nikolaus,
den ersten weltlichen ungarischen Kanzler,
überging.— 2. Joseph Graf I . (gest. 1739),
des Grafen Nikolaus einziger Sohn aus
dessen Ehe mit Elisabeth Balassa. Io<
seph war Oberstmundschenk und somit einer
der Reichsbarone, auch erhob ihn die Kaiserin
Mar ia Theresia, deren besonderen Ver»
trauens der Graf sich erfreute, zu der wich»
tigen Würde des ^liäsx Ourias. Ueber seine
Nachkommenschaft aus zweimaliger Ehe ver»
gleiche.- I. Genealogie der I l lsshäzy.
— 3. Johann Graf I . (gest. 1800), ist der
einzige Sohn des Grafen Joseph aus dessen
erster Ehe mit Franziska ^nach Nagy,
Mar ia nach Hormayc) Gräfin Csäky,
war gleichfalls einer der Reichswürdenträger,
und als durch Leopold I I . die durch die
Iosephinischen Reformen entfernten Oberge»
späne wieder eingesetzt wurden, erhielt Graf
Joseph eine dieser Stellen. — 4. Kaspar
(gest. 11. April 1648 ^und nicht, wie es bei
Hormayr heißt, 1748)), ist ein Sohn des
Franz (II.) I l lsshäzy aus dessen Ehe mit
Susanna Patäky. Da der große Palatin
Stephan I I I 6 shäz aus seiner zweimaligen
Ehe keine Kinder hatte, nahm er seinen Neffen
Kaspar an Kindesstatt an. Früher noch ließ
er ihn weite Reisen machen, ihm durch berühmte
Lehrer eine ausgezeichnete Bildung geben, und
in der That machte sich Kaspar durch sein Wissen so bemerkbar, daß ihn die Wittenberger
Hochschule zum Rector ernannte. Ungeachtet
rund um ihn das Kriegsgetöse grollte, hielt
er sich fern von den Kämpfen und lebte den
Wissenschaften. Im Drucke veröffentlichte er
eine magyarische Uebersetzung des Buches von
Joachim Beust: Manuals Vium et dsatum
s vita, exitum inäioanä" (vsoroosiu 1639,
8l>.) und „Viriäariuui varii Feneris Üo5ou>
lormn . . ." (1634, 4«.), eine geistvolle Blu»
menlese aus der h. Schrift, den Kirchenvätern,
Geschichtschreibern, Philosophen, Poeten u. A.
gewidmet. ^H^anz,! ^4?6n'nH^, Nlomoiia
HuuFaroruni st?roviQoi2iiliiQ Loriptis säi-
ti5 notornm (Vioimas 1776, I/06>V6, 8<>.)
lom. I I , z>. 216. — Tpattas^ l^«"^, Non-
si>60tu5 rsipudUoas littsrariao in llunZa.-
ria. (?050Qia.s et I^iMas 1783, I^sns, 80.)
I>. 158.) — 5. Nikolaus Graf I . lsiehe S. 193
die ausführliche Biographie). — 6. Ste-
phan (I.) I . (geb. 5. September 1340, gest.
3. Mai 1609), ein Sohn des Thomas I .
aus dessen zweiter Ehe mit SophieFöldeS.
Stephan erhielt seine Bildung auf der Preß>
burger Schule. Nach beendeten Studien trat
er, da sein Vaterland damals unter dem Joche
der Türken seufzte, in die Reihen der Kämpfer
für das Vaterland und gab unter Niklas
Pal f fy und später unter Pa l ff y's Schwa-
ger IohannKrus i th vielfache Beweise seines
Muthes und seiner Umsicht. Nach seiner Ver»
mälung mit Anna Erbödu vertauschte er das
Schwert mit den Beschäftigungen des Frie<
dens. wurde Vicegespan der Preßburger Ge<
spanschaft, königlicher Rath und Freiherr. 1577
verlor er seine Frau, ohne Kinder von ihr
erhalten zu haben; wohl aber ward er in einen
langwierigen Rechtsstreit durch ihren Tod ver-
wickelt , aus welchem er jedoch als Sieger
hervorging. Als auch Krusith starb, empfahl
er Stephan das Wohl des Vaterlandes und
seine Gemalin Rathurina, Schwester des
berühmten Helden Niklas Palffu. Diese Letztere
wurde auch Stephan's zweite Gemalin
(1380) und dieser dadurch Besitzer vieler Güter
und eines großen Vermögens; ferner gelangte
Stephan zur Obergespanschaftswürde des
Liptauer Comitates, wurde Kron«Oberhofmei<
ster, erhielt später noch die Obergespanswürde
des Trencsiner Comitates, welcher die Erhe«
bung in den Grafenstand und nach Erwerbung
der Herrschaft Göding das Incolat uon Mäh«
ren (1397) folgte. Aber damit hatte I . den
Gipfel des Glückes erklommen und den Neid
seiner Widersacher in solcher Weise rege gc«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon