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ftito ris-Mo 210 Institoris-Mojsäyy
Meisterwerke, welche I . in Alabaster oder
in carrarischern Marmor ausführte. Von
seinen Werken eigener Erfindung sind
zwei schöne Statuen im sogenannten
Bagno di Napoleone in Florenz bekannt.
I . zählt zu den wenigen vom Geschicke
begünstigten Künstlern, welche
sich
durch
ihre Kunst einen traulichen Hausstand be-
gründet habm. Er erbaute sich
ein schönes
Atelier in der Straße della Scala, hei-
rathete, kaufte ein kleines Landhaus und
lebte vielbeschäftigt glücklich im Kreise
seiner Familie. Leider reichen die Daten
über I., selbst in den neuesten Werken,
wie in Müller's, von Klunzinger
fortgesetztem „Die Künstler aller Zeiten
und Völker", nicht über das Jahr 4827
hinaus.
TirolerBote (polit. Amtsblatt) 1827. Nr. i03.
— Tirolisches Künstler-Lexikon oder
kurze Lebensbeschreibung jener Künstler, welche
geborne Tiroler waren . . . (Innsbruck 1830.
Fel. Rauch, 8".) S. 104. — Nagler (G.
K. Dr.). NeueS allgemeines Künstler-Lexikon
(München. E. A Fleischmann. 8<>.) Bd. VI,
S. «14.
Institoris - Mossöczy. Michael (I.)
(Schulmann und protestantischer P r e<
diger, geb. zu Bißtricska in der
Thuroczer Gefpanschaft 29. September
4731, gest. zu Preßburg 7. October
4803). Entstammt einer adeligen, durch
unglückliche Zufalle verarmten protestan»
tischen Familie, welche in früher Zeit
aus Deutschland nach Ungarn eingewan«
dert ist und sich durch ihre Gelehrsam»
teit ausgezeichnet hat. Vielleicht ist der
Dominikanermönch Heinrich Instito»
ris, auch Institor (gest. um 1300),
den Papst Gregor VIII. zur Ausrot,
tung der Hexen nach Deutschland geschickt
und der das berühmte Buch „klaHsus
NkikKaoruin" (I^on 1434) geschrieben
— denn die Genitivbildung der eigenen
Namen: Ernesti, Henrici, Herepaei, Ja» cobi, Petri, Pauli und auch Institoris ist
eine häufige ^) — ein Urahn dieser spater
nach Ungarn eingewanderten Gelehrten«
familie. Michael's Vater Thomas und
seine Mutter Susanna, eine geborne
Lehoczky, leiteten die Erziehung des
Knaben, der 1738 die Schule seines
Geburtsortes zu besuchen ansing. 1741
schickten sie ihn auf das Gymnasium zu
Iwankofalva im Thuroczer Comitate.
später kam er nach Szulyow, dann nach
Netzpäl, zuletzt 1730 nach Preßburg; dort
nahm sich ein Verwandter mütterlicher
Seits, Daniel Lehoczky, des strebenden
Jünglings an, schickte ihn auch auf eigene
Kosten nach Debreczin, wo
sich I . insbe-
sondere die Kenntniß der ungarischen
Sprache aneignete, worauf er nach Preß-
bürg zurückkehrte und das Studium der
Theologie, jedoch mit der Abficht begann,
sich mehr für die Schule als für die
Kanzel zu bilden. Im Jahre 1736 begab
er sich in's Ausland, und zwar auf die
Universität in Wittenberg, welche er 1738
verließ, einem Rufe als Prediger der un»
garisch-slavischen Gemeinde in Preßburg
folgend. Mit seinem Berufe als Prediger
verband er aus freien Stücken das Lehr»
amt und trug am Preßburger Gymnasium
öffentlich theologische Wissenschaften vor.
Der Ruf seiner großen Gelehrsamkeit ver
breitete sich alsbald, und der Zudrang
der Jugend zu seinen Vortragen mehrte
sich in Preßburg so sehr, daß I . alle
Anträge anderer Gemeinden, die ihn
beriefen, ausschlug, um in Preßburg für
das Lehramt thatig sein zu können. Der
Einfluß, den I . auf die neuen
sich bilden»
den slavischen Gemeinden in Ungarn,
Böhmen und Mähren übte, wuchs in
solchem Grade, daß man in wichtigen
*) Vergleiche darüber des Herausgebers „Histo-
rische Wörter, Sprichwörter und Redens'
arten" (Prag 1863, Kober). S, 307 u. 308.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon