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Joannovics 222 Job
eines Diakons, Presbyters, Archiman
driten und wurde am 6. Decembe
1833 von dem Patriarchen von Con-
stantinopel zum Erzbischof von Belgrad
und Metropoliten des Fürstenthums
Serbien gesalbt. Auf diesem Posten wirkt,
er in ersprießlicher Weise; er gründet!
ein Konsistorium und ein geistliches
Seminar, ersteres zusammensetzend aus
intelligenten Priestern, welche er aus
österreichisch Serbien berief; letzteres stif-
tete er aber zur Hebung deS Priester-
standes. Außerdem ließ er sich die an
ständige Versorgung seines Clerus. di<
Regulirung und Erhaltung der noch vor-
handenen Kloster und die Hebung der
Bildung des ihm anvertrauten Volkes
insbesondere angelegen sein. Fern sich
haltend von den Parteikämpfen, die dem
Aufschwünge seines Landes so hinderlich
sind, benutzte er seine hohe Stelle zur Be
ruhissung der Gemüther, und sein eigenes
ruhiges würdevolles Wesen, der Scharf»
blick, mit welchem er die Verhältnisse
durchschaut, sowie sein Rechtsgefühl für«
derten ihn wesentlich in seinem Vermitt«
leramte. Aber alle diese trefflichen Eigen»
schaften konnten ihn nicht gegen jene Ver»
anderungen schützen, die mit dem Wechsel
der Fürstengeschlechter, wie überall, so
auch in Serbien im Gefolge zu sein
pflegen, und wozu vor Allem ein voll-
kommener Personenwechsel in allen Re«
gierungsstellen gehört, und wovon bei der
eigenthümlich gearteten Stellung derKirche
ni Serbien auch diese keine Ausnahme
macht. So verließ auch nach der Ent»
fernung des Fürsten Alexander I. im
Jahre 4838 I . noch vor der Ankunft des
Fürsten M i losch Belgrad und resignirte
auf seine Würde. Unter Bezug einer
Pension von Seite der fürstl. Regierung
lebte er nun in Karlowicz. von wo ihm
bald darauf die kaiserliche Ernennung zum Bischof von Karlstadt einen neuen
Wirkungskreis eröffnete. Im Herbste
186l besuchte er Belgrad, wurde dort
von Fürst Michael und dem Volke gut
empfangen; doch die Einsetzung in seine
ehemalige hohe Stellung, von der zu
jener Zeit vielfach die Rede war, unter^
blieb. Auch der mit dem Antritte seines
Karlstadter Bisthums eingestellte Pen-
sionsbezug wurde an die Bedingung ge-
knüpft, daß I . den österreichischen Dienst
verlasse. I . kehrte wieder in seine Epar«
chie nach Karlstadt zurück.
I l lustr i r te Zeitung (Leipzig, I . I . Weber.
Fol.) Jahrg. 1853. Nr. 609. ^Daselbst heißt
es.- „Iocmnovics sei im Jahre 1809 geboren":
sonach hätte er schon mit N Jahren die Pro--
fessur in Karlowi>'z bekleidet, wäre im Alter
von 2l Jahren (1830) Secretär beim Natio.
nalgerichtshofe zu Kragujevac und im Älter
von 24 Jahren Metropolit von Serbien ge^
wesen, was im hohen Grade unwahrscheinlich
ist. Es ist das offenbar ein Druckfehler und
statt 1809 ist 1800 zu sehen.) — Gallerie
denkwürdiger Persönlichkeiten der Gegenwart.
Nach Originalzeichnungen, Gemälden, Sta«
tuen und Medaillen (Leipzig, I . I . Weber.
Fol.) Bd. I I , Sp. 97 ^uf Tafel 125 sein wohl«
getroffenes Porträt). — i^i/e?-s<5e?-L, «Iap6»ul
«lovlin'.sk novinärLk)' a, Konvei-Lkäni, d. i.
Kleines Taschen«Conuersations-Lexikon (Prag
1850, Pospi.Nl, 12«.) Bd. I , S. 893 sft'chrt
ihn als Iovanouics auf).
Ioauovics, siehe auch: Iovanovics.
Illll, Franz Sebastian (Schulmann,
geb. zu Neuenbu rg vor dem Walde in
der Oberpfalz 20. Jänner 1767. gest.
zu Wien 13. Februar 1834). Trat jung
in das Seminar St. Paul in Regens-
bürg, erh!elt 1791 die Priesterweihe und
wurde dann Präfect im obigen Seminar.
Jahre versah er diese Stelle und hörte
zu gleicher Zeit am Regensburger Lyceum
Dogmatik und canonisches Recht unter
Spaun und Glocker. Nach Spaun's
Tode (1796) von diesem zu seinem Nach»
folger vorgeschlagen, lehnte I . die Stelle
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon