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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 236 -
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Page - 236 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Föhn 236 John besuchte er sofort die größeren Fabriks- und Manufacturstadte und war eben im Begriffe, nach Schottland zu reisen, als er Nachricht erhielt, daß sein Haus durch den Concurs eines der Mitgesellfchafter fallirt habe. Nun war John sick selbst überlassen, seine Caffa war auch ziemlich leer geworden, vom Hause hatte er keine Nachrichten- da brachte ihn die Ankündi< gung eines Franzosen Namens Noirde. mange, der sich jungen Leuten antrug, ihnen Unterricht im Kupferstecben zu ertheilen, auf die Idee, eS damit zu ver« suchen. Er begann, und da er schon einige Kennwisse im Zeichnen besaß, ging die Sache besser von Statten als er anfanglich selbst erwartet hatte. Durch einige Freunde auf die Arbeiten Barto» lozzi'S aufmerksam gemacht, dessen puw ctirte Manier damals allgemein beliebt war und die Rouleau.Manier Noirde. mange's weit übertraf, verschaffte sich I . eine Empfehlung an Bartolozzi, der ihn auf das Freundlichste aufnahm. Das war aber auch Alles. Neber seine Kunst und die Geheimnisse derselben ver» rieth er nichts und so war John wieder auf sich selbst gestellt, bis ihm ein Deut- scher, der an John und seinen Arbeiten lebhaften Antheil nahm, die freudige Nach- richt brachte, er kenne nun die Instrumente, welcher sichBartolozzi bei seinen Ar« beiten bediene. Das war ein großer Schritt vorwärts. Kannte John die In« strumente auch nur aus der Beschreibung seines Freundes, sein eigener Genius und fleißiges Studium machten ihn bald mit ihrem Gebrauche vertraut, und so entstand der erste Kupferstich: das Portrat der Mar ia Cosway, das im Stich wohl einer Arbeit Barto lozzi's immer noch nachstand, aber John selbst das Beste hoffen ließ und eine sehr günstige Auf. nähme fand. Neue fünf Monate hatte I . bereits in London zugebracht, und weder von seinem Handlungshause noch von sei- nen Angehörigen waren» ihm bisher Nach- richten zugekommen, seine Hilfsquellen waren so weit versiegt, daß er nicht ein- mal die Mittel besaß, den Nath seiner Freunde zu befolgen und nach Warschau zurückzukehren. Endlich fand sich Jemand — und ein deutscher Kaufmann war es — der ihm die zur Rückkehr nach Warschau erforderliche Summe auf seinen ehrlichen Namen lieh. John kaufte nun mehrere Kupferplatten, verschiedene zum Kupfer» stechen bestimmte Instrumente, deren Ge- brauch er noch gar nicht kannte, und kehrte mit dem ersten nach Danzig segelnden Schiffe nach Warschau zurück. Dort erfuhr er, daß sein Haus Ordnung gemacht habe und das Geschäft wie früher be- treibe, an ihn auch nach London Briefe und Rimessen abgeschickt habe. Den Antrag des Chefs, wieder unter den frü« heren Bedingungen in seine Dienste zu treten, lehnte I . jedoch ab und nur auf dringendere Vorstellungen erklärte er sich bereit, noch ein Jahr arbeiten, aber dieß nur bei Nacht thun zu wollen, da er entschlossen, sich in Zukunft ausschließlich der Kunst zu widmm und die Stunden des Tages eben zu seiner Ausbildung in derselben verwenden müsse. Dieser Antrag konnte nicht angenommen werden und John begann nun sich selbst im Kupfer» stechen zu unterrichten. Es wäre interes- sant. John's Aufzeichnungen zu folgen, wie von seiner Ausdauer seine Bemü> hungen gekrönt wurden und wie wieder der Zufall es war, der ihn in der Füh» rung des Grabstichels die besten Hand« griffe kennen lehrte. I n Warschau lernte John um diese Zeit den Hosma- ler Smuglewicz kennen, der damals mehrere Folioplatten mit Darftellungen zur polnischen Geschichte im Auslande
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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