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Zoftph 270 Mka
Isseph Johann Adam Fürst von
Liechtenstein, siehe: Liechtenstein.
Joseph Karl Ludwig. Erzherzog,
siehe: Habsburg, Joseph Karl Ludwig
^Bd. VI, S.330, Nr. 127).
Joseph Maria, Fürstbischof zu Passau,
siehe: Thun und Hoheusteill, Joseph
Maria Graf von.
Joseph Wenzel Lorcuz Fürst von
Liechtenstein, siehe: Liechtenstein.
Iosias Prinz von Eachsen-Coburss,
siehe: Eachsen-Coburg, Iosias Prinz.
Josika. Julie Baronin (Schrift-
stellerin. geb. zuPesth 1815). Eine
Tochter deS Kar l Freiherrn von Pod«
manitzky und Gemalin deS Nikolaus
Freiherm von Iäsika ^fiehe den Folg.^.
Julien's Vater Kar l entstammt einem
altadeligen Geschlechte Ungarns, den
Podmanin. welches schon unter Ma«
thiaS Corvinus reich und mächtig war.
später aber theils in den Kriegen, theils
durch eigene Schuld, da eS oft in Fehde
gegen seinen König gestanden, verarmte.
Die Podmanin nannten sich in der
Folge Podmanitzky; mehrere dersel»
ben bekleideten höhere Würden in der
Kirche und im Heere. Freiherr Kar l von
Podmanitzky trat in den Staatsdienst
und zwQi bei der ungarischen Hofkam»
mer ein. Julien'S Mutter Elise ist eine
geborne von Nostitz und Iänckendorf
und eine Tochter deS ehemaligen sächsi»
schen Ministers, dessen Name im DreS»
dener Dichterkreise als Ar thur vom
Nordstern sich erhalten hat. Ju l ie
hatte eine strenge aber ausgezeichnete
Erziehung erhalten. Im Jahre 1838,
23 Jahre alt, machte sie die Bekannt-
schaft deS Baron Nikolaus Iösika.
der in einer unglücklichen Ehe lebte, die
spater aufgelöst wurde. Ju l ie wurde
nun die Gattin Iäsika'S, der in seiner Selbstbiographie in Bezug auf sie sagt:
„Von dieser Zeit berechne ich mein Leben.
WaS sie mir ist, will ich nicht nieder»
schreiben: Gott hat mich mit beiden
Handen gesegnet". Ju l ie theilte alle
Freuden und mit dem Muthe der Ent«
sagnng, dessen nur ein liebendes Weib
sähig ist, alle Leiden und Drangsale ihreS
Gatten. Die letzteren und insbesondere
ihre Flucht aus Ungarn im Jahre l849
beschreibt in sehr anschaulicher Weise I d a
von Dür ingsfe ld in der in den Quel»
len bezeichneten Zeitschrift „Victoria".
Da die Güter ihres in oontlimÄoiHm zum
Tode verurtheilten Gemals confiScirt
wurden, lebten sie in Brüssel, wohin sie sich
geflüchtet, anfänglich in sehr beschränkten
Verhältnissen. Die Schriftstellerin half
im Anbeginn aus, Ju l ie übersehte einen
größeren Roman ihres Gatten in's
Deutsche, schrieb Artikel für Zeitschriften,
kleinere Novellen, einen größeren Origi»
nal-Roman; schickte an ein beliebtes
ungarisches Modenblatt wöchentliche
Modeberichte; von der Beliebtheit eines
kostbaren Putzartikels. der Brüsseler
Spitzen, angezogen, legte sie einen kleinen,
bald eintraglichen Spitzenhandel an und
endlich wendete sich die launische Glücks-
göttin Beiden so freundlich lächelnd zu,
daß sie, wie die neuesten Berichte lauten^
in Brüssel sich ein eigenes Haus gebaut,
in welchem sie ihr literarisches Leben mit
Comfort und Eleganz zu führen im
Stande sind. Ju l ie hat folgende selbst-
ständige Schriften herausgegeben: „H^ös-
iessü a äii?/ö7ck?-ö7"i d. i. Mittheilungen
aus der Fremde (Reisebilder). 2 Bde.
(Pesth 4834, Heckenast, mit colorirten
Bildern, 8".), eine Iugendschrift, von der
Kritik, nach Amalie Bezerödi S belieb-
tem „F^oi-lHö'n^Vs", d. i. Buch der Flora,
als die erste bedeutendere Iugendschrift in
ungarischer Sprache bezeichnet; —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon