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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 304 -
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Page - 304 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Jünger 304 Jünger in l>en Musenalmanachen seiner Zeit. in G. W. Becker'S „Erholungen", indessen „Taschenbuch für das gesellige Vergnügen", in Schiller's .Thalia" und anderen Journalen. Vier und zwanzig Jahre nach seinem Tode gab Johann Georg Eck Jünger's „Gedichte" (Leipzig 1821. 3.) heraus. Iüng er selbst aber besorgte die Herausgabe der Gedichte seines frühoer- storbenen Freundes Friedrich Andreas Gal« lisch, der sich durch seinen damals gern gele» senen Roman „Nettchen Rosenfarb" bekannt aemacht hatte. Den Gedichten voraus schickte I. eine Lebensskizze seines Freundes. II. Nueüen Inr Kiographic Jünger's. Allge» meine (Ienaische) Literatur« Zeitung 1798. Intelligenzblatt Nr. 17. S. 130. — Bergt. Kunst Bücher zu lesen. S. 292. — Allgemeine deutsche Bibl iothek, Bd. 93. Stückt. S. 83. — Eichhorn (Ioh. Gottfried). Geschichte der Literatur (Göttin, gen 1803 u. f.) Bd. IV, Abthlg. 2. S. l083. — Europa, herausg. von Gust. Kühne (Leipzig. 4«.) 1859. Nr. 37. S. 1323: „Zur Erinnerung an den Lustspieldichter Jünger". — H o rn (Franz), Poesie und Beredtsamkeit der Deutschen .. . (Berlin 1822 u. f.. 8<>.) Bd. II I , S. 438.— Iördens (Karl Heinrich). Leii« ton deutscher Dichter und Prosaisten (Leipzig 1806 u. f., Weidmann, 8".) Bd. I I , S. 522; Bd. VI, S. 261. — Leipziger gelehrtes Tagebuch auf das Jahr 1797 (herausgege» ben uon E ck). S. 110 u. f. — Meusel(Ioh. Georg), Lerikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leip. zig 1806. Gerh. Fleischer. 8".) Bd. VI, S. 315. — Neuer deutscher Merkur 1797, April, Nr. 9, S. 399. — (Salzmann, C. G.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben ausgezeich» neter Deutschen (Schnepfenthal 1802, gr. 8<>.) S. 295 u. f. — Wurzbach von Tannen» berg (Constant), Das Schiller.Buch. Fest. gäbe u. s. w. (Wien 1859, gr. 4<>.) S. 276, Marg. 2822. III. Porträt. Geyser 5e. (80.) a^uch vor sei» nem 1790 erschienenen Werke: „Ehestands« gemälde"). IV. Zur Uterarischen Charakteristik Jünger's. Bis vor Kurzem war Jünger verschollen und vergessen. Die Literaturhistoriker haben ihn kurz abgefertigt. Gervinus in seiner „Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen" (Bd. V, S. 336) speist ihn mit der Phrase ab. „daß ihm die Welt und ihr Treiben aus dem Standpuncte eines wohl» lebenden Leipziger Swdenten erschienen <ei"; Goedeke in seinem „Grundrisse" (S. 634) kennt ihn als Lustspieldichter gar nicht und führt nur seine Romane auf; noch bemerkend, daßIünger mit S chiller, mit dem er im gleichen Jahre geboren ist. in Gohlis lebte; Laube in seiner „Geschichte der deutschen Literatur" (III, S. 224) meint: „Jünger und Brehner hatten von Kotzebue die Oekonomie der Stücke für eine rasche Unter« Haltung genügend vorgearbeitet"; Menzel in seiner „Literatur der Deutschen" bemerkt, „daß, wie Schröder, so auch Jünger gute Lustspiele geschrieben, wobei er vom vorneh« men Leben mehr zum bürgerlichen überging" - Heinrich Kurz in seiner „Geschichte der deut» schen Literatur" (III, S. 381 u. 507) schreibt, „daß Jünger manche gute eigene Schöpfung geliefert habe. Er hat vorzüglich die Gattung von Lustspielen bearbeitet, die sich zum Zwecke sehte, die neuen Ideen über Leben und Erzie« hung u. s, w. durch dramatische Veranschau- lichung zu verbreiten, doch hat er auch manche geschrieben, die diese Tendenz nicht haben und in denen sich sein Humor und Witz in aller Freiheit und Frische entfaltet; auch seine Romane, die er jedoch den Lustspielen nach» setzt, findet er nicht ohne Werth, man sieht es der leichten lebendigen Darstellung an. daß der Verfasser den dramatischen Dialog zu behan« deln gewohnt ist. Auch fehlt es ihm nicht an Laune und selbst an Humor, doch verleitet ihn gerade dieser zur Weitschweifigkeit." Auf diese hingeworfenen Aeußerungen beschränkt sich das innerhalb sIahrzehende über Iüng er gefällte Urtheil. Auf die warme Charakteristik Dö» ring's in Ersch und Grube r'S „Encyklo« pädie" (II. Section. 28. Theil, S. 474 u. 475) verweisend, sei hier der jüngsten Erinnerung an den verschollenen Poeten gedacht, welche die von Gustav Kühne redigirte „Europa" (1859. S. 1333) brachte, als anläßlich eines Gastspieles der Berliner Soubrette Ottilie Gense in Dresden im Jahre 1839 das Iün< g er'sche Stück „Die Entführung" neu einstu« dirt wurde. Daselbst werden Jünger und B re h n er neben einander gestellt und es heißt im Verlaufe dieser Darstellung: „Die Gestal' ten, die in beiden Stücken erscheinen, haben viel ConformeS. Väter, die sich wie Tyrannen in ihrem Hause geberden, für die Töchter Männer auswählen, ohne Rücksicht darauf, ob diese sie lieben oder nicht, die erwachsenen 'und bereits zu Doctoren und Ofsicieren aoan« cirten Söhne in Gegenwart ihrer Bräute mit Ohrfeigen traktiren , die Diener 'schimpfen,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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