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Jungmann 31ft Jungmann
1828, 8".);
— in der Wagner'«, später Kudler«
Tomaschek'schen Zeitschrift fĂĽr
österreichische Rechtsgelehrsamkeit waren
von ihm mitgetheilt die Abhandlungen:
,DaS Indigenat im Königreiche Ungarn"
(Jahrgang 1826, Bd. II , S. 134—138)
— und „Parallelen über die Rechte der
Ehegatten in Beziehung auf ihr Vermö«
gen nach dem allgemeinen bĂĽrgerlichen
Gesehbuche und den ungarischen Gesetzen"
(Jahrg. 1823. Bd. I, S. 177 u. f.;
' Bd. II, S. 26 u .f. und S. 368 u. f.).
Jung starb im Alter von 49 Jahren.
Meusel (Ioh. Georg). Das gelehrte Teutsch-
land (Lemgo 1783, Meyer, 8«.) Bd. XXI I I ,
S. 62. — Neuer Nekrolog der Deutschen
(Ilmenau, Bemh. Friedr. Voigt, 8«.) Jahr»
gang VI (1828), Bd. 2, S. 920. Nr. 612. —
Ersch und Grub er, Allgemeine Encyklopädie
der Wissenschaften und KĂĽnste. I I . Section,
28. Theil, S. 433. —
2»5i tädläkkai, d. i. Die ungarischen Fami,
lien mit Wappen und Stammtafeln (Pesth
1859. Moriz Räth. 8°.) Bd. V, S. 366.
Iungmann, Anton Johann Ritter
von (Arzt und Fachschriftsteller,
geb. zu Hudlih bei Beraun in Böhmen
19. Mai 1773. gest. zu Prag 10. April
1834). Sohn unbemittelter Land leute und
Bruder des berĂĽhmten Slavisten Joseph
Jacob Iungmann >^s. d. S. 319^.
Anton trat nach 1797 zu Prag been«
deten Gymnafialclaffen zu Leipnik in
Mähren in den Orden der frommen
Schulen; verlieĂź ihn aber bald wieder
und widmete fich 1809 dem Studium
der Arzneiwiffenschaft. Da er arm war,
erhielt er sich vom Unterrichtgeben und
wurde Lehrer im Hause des Professors
Gottfried Mikan, eineS Mannes, der
durch seine geistigen Eigenschaften und
seinen humanen Geist nicht geringen Ein« fluß auf I . übte. Im November 1803
erhielt er das Magifterium der Geburts«
Hilfe, und am 7. December d. I . die medi»
cinische DoctorwĂĽrde. Nun wurde er
Assistent an der medicinischen Klinik und
versah diesen Posten 1803 und 1806.
Alsdann begab er sich als Hausarzt zu
einer hochadeligen Familie nach Mähren;
legte aber diese Stelle bald zurĂĽck und
war schon 1807 wieder in Prag. Im
folgenden Jahre wurde I . von dem medi.
cinischen Rectorat' zum Supplenten der
Geburtshilfe, an Stelle des gestorbenen
Dr. Franz Karl Fiedler ernannt, welchen
Posten er mit Decret vom 1< Mai 1811
bleibend erhielt, mit der Verbindlichkeit,
die Vorträge aus der theoretischen und
praktischen Geburtshilfe zugleich in deut»
scher und öeckischer Sprache zu halten.
Später wurde er zum Historiographen der
medicinifchen Facultat der Prager Hoch«
schule ernannt. Als Arzt erfreute sich I .
eineS großen Rufes. Vom I . 1808—1823,
da ihm erst in diesem Jahre ein Assistent
beigegeben wurde, versah I . die Prager
Gebärklinik ganz al lein, über 30.000
Geburten und darunter sehr schwierige
waren bis 1849 unter seiner Aufsicht auf
der Klinik vorgekommen. Zur wissen»
schaftlichen Ausbildung seiner Zuhörer
stiftete er auf der geburtshilflichen Klinik
eine Bibliothek, widmete zu diesem Zwecke
seine eigene Büchersammlung und spen«
dete auch sonst nicht unerhebliche Summen,
um die Sammlung auf der Höhe der
Wissenschaft zu erhalten. Als Fachschrift,
steller hatte I . zunächst die Schule und
daS gemeine Volk im Auge. Um einem
längst tiefgefühlten Bedürfnisse abzu«
helfen, schrieb er noch als- Hörer der
Medicin eine Entbindungskunde in
öechischer Sprache zum Nutzen jener
Hebammen auf dem flachen Lande, die
nur die oechische Sprache verstanden.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon