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Funglnann 319 Zungmann
akademischen Lefe« und Redevereines in.
Prag.
H^te^öe^, Xapssui LlovnioVlc Qoviuiir8l
IconvorgHöiu, d. i. Kleines TaschewConver»
sations.Lerikon (Prag l830. 12«.) Theil I,
S. 900.
Iungmann, Joseph Jacob (böhmi
scher Sprachforscher und Literator,
geb. zu Hudlitz bei Beraun in Böh
men 46. Juli 4773. gest. in Prag
14. November 1847). Bruder des Anton
Johann sf. d. S.316^ da er besondere
Liebe für das Studium an den Tag
legte, kam er von der Dorfschule auf
das Piariftengymnasium nach Beraun.
wo er, indem er kein Wort deutsch ver«
stand, mit der Erlernung dieser Sprache,
wie des Lateinischen, viele Mühe hatte.
Zu gleicher Zeit betrieb er steißig die
Musik und seine Fortschritte in derselben
festigten nicht wenig jenen Sinn für
Rhythmik, der bei seinen späteren literari«
schen Arbeiten überall durchbricht. Ein
Unfall, der ihn vor seinem Abgänge von
Beraun traf. indem ihm das Gesicht mit
siedendem Waffer verbrüht wurde, hätte
leicht folgenreich und sehr nachtheilig für
seine Zukunft werden können, und nur
der sorgsamsten Pflege im Elternhause
hat er eS zu verdanken, daß ihm daS
Augenlicht erhalten wurde. Im Jahre
1788 bezog I . das Altstädter Gymna»
sium in Prag, und schon damals reifte
der Entschluß in ihm, sich dem Lehramte
zu widmen, wie gleichfalls auch seine
Liebe für das nationale Element erwachte,
dem er als großer Gelehrter sein ganzes
Leben gewidmet hat, ohne die andere
Nation, mit der er zusammenlebte, anzu»
feinden oder zu verfolgen. Schon als er
die philosophischen Studien horte, be«
schastigte er sich mit literarischen Arbei»
ten verschiedener Art, und es erschienen
einzelne öechische Gedichte in der von P u
ch
m a y e r 1798 veranstalteten Samm«
lung und andere Aufsätze in der von
Negedli (nach oechischer Schreibart
Nejedli) herausgegebenen Zeitschrift:
„NiagHtOl". Indem I . die Rechte been-
dete, nicht um m diesem Gebiete feinen
Beruf zu suchen, sondern um bei seinen
Bewerbungen um ein Lehramt als Jurist
die verdiente Berücksichtigung zu finden,
wurde er im I . 1799 Supplent am
Gymnasium zu Leitmerih. Bald darauf
wurde er zuerst Grammatikattehrer
und dann Lehrer in den HumanitätS-
claffen ebenda. Bis 1813 ^wirkte er in
seinem Lehramte zu Leitmerih, im letztge«
nannten Jahre wurde er Humanitäts«
lehrer am Altstädter Gymnasium zu
Prag und 1834 Präfect an demselben,
mit welcher Würde seine amtliche Lauf-
bahn abschließt. Wenn man Iung-
mann'S wissenschaftliche Thätigkeit über-
blickt, so zeigt sich als eigentlicher Aus»
gangpunct derselben die Belebung der
öechischen Literatur und mit derselben die
Wiedererweckung des nationalen Ele-
mentes. Als Gymnasiallehrer in Leitmerrh
unterrichtete er die Gymnasialschüler und
Theologen unentgeltlich in der oechischen
Sprache und Literatur und wurde dafür
von der Stadt mit dem Ehrenbürger«
rechte ausgezeichnet; ein Gleiches that
er später bei seiner Uebersehung nach
Prag. Die Zahl feiner literarischen Ar»
betten ist nicht groß, aber es sind Werke,
die seinen Namen lange überdauern wer«
den.Die erste Arbeit, mit der er in einem
besonderen Werke in die Oeffentlichkeit
trat, war Chateaubriand'S Atala,
oder Liebe zweier Wilden, in der Wüste,
welche unter dem Titel: „^tala, nsb
ka Hwa« HinoeM na^ansik'" (1803,
2. Auflage 1832, 3. Auflage in seinen
gesammelten Schriften) erschien. Diese
Nebersetzung wurde, weniger beachtet.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon