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Kacmpfer 380 Aärgling
— Austria. Oesterreichischer Unioersal-Ka»
lender (Wien, Ign. Klang. gr. «".) XVI I I .
Jahrg. (l837). S.374.— GratzerZeitung
l836. Abendblatt Nr. 2l.
Kliempfer, Joseph <Contrabaßvir.
tuos, geb. in Ungarn in der zweiten
Hälfte des 1?. Jahrhunderts). Diente
vorher als Officier in der kaiserlichen
Armee, und als er in Croatien stationirt,
fern von der gebildeten Welt sich selbst
überlassen war, begann er auf dem Con<
traviolon sich zu üben, und erlangte, ohne
irgend eine andere Anleitung als eigenes
Studium und beharrliche Uebling. eine
mente. Als er sich
so
stark fühlte, um üffent»
lich auftreten zu können, begab er sich
nach Wien und ließ
sich hören. Der Erfolg
war, dnß er sogleich eine entsprechende
Anstellung an der Fürst Eßterhäzy'schen
Capelle erhielt, welche damals auf ihrem
Höhenpuncte stand, und Joseph Haydn
I M . VIII, S. 108^ zum Director hatte.
Auf diesem Posten bildete er sich nur
noch mehr aus und brachte es dahin, daß
er auf seinem „Goliath", wie er scherz-
Veise selbst sein Instrument nannte, die
schwersten Violinpaffagen heraus» und
die höheren Töne dem Laute der Harmo»
nika nahe brachte. Im Jahre 4776
unternahm er eine Reise nack Deutschland;
um aber sein Instrument mitnehmen zu
können, gerieth er auf die Idee, es zu
zerlegen, was ihm vollkommen gelang,
worauf er es wieder mit 26 Schrauben
geschickt zusammensehte. Noch besuchte er
Petersburg und ging 1783 über Kopen«
Hagen und Hamburg nach London. Dort
erregte sein meisterhaftes Spiel allge»
meine Bewunderung und er wurde in
das große Abington'sche Concert als
Solospieler aufgenommen. Von London
scheint er nicht mehr zurückgekehrt zu sein,
denn er hatte früher schon die Abficht, sich dort bleibend niederzulassen, aus-
gesprochen. Seine ferneren Schicksale,
wie auch, ob er componirte, ist nicht
bekannt.
Gerber (Ernst Ludwig). Historisch-bioaraphi<
scheS Lexikon der Tontunstler (Leipzig 179«.
I . G. I Breitkopf. gr 8«.) Bd. I, Sp 703.
— Nn iu ersal'Lerikon der Tonkunst. An»
gefangen von Dr. Julius Sch ladedach, fort«
gesetzt von Eduard Bern 6 dorf (Dresden l83?.
Schäfer, ar. 8«.) Vd. I I , S. 334. — Gaßner
(F. S. I>i'.), Universal'Lerikon der Tonkunst.
Neue Handausgabe in einem Bande (Stutt-
gart l849. Franz Köhler. Ler. 8<>.) S. 473
snennt ihn aus Breslau gebürtig, während
ihn Gerber, sein Zeitgenosse, ausdrücklich in
Ungarn geboren sein läßt^.
Kiirgliilg, Johann Tobias (Por-
trätmaler, geb. zu Augsburg 9. Fe-
bruar 1780, gest. zu Pesth 11. April
1848). Der Sohn eines wohlhabenden
Posamentirers in Augsburg, den der
Vater für sein Gewerbe bestimmte. Das
Talent seines Sohnes für die Malerei
errang aber den Sieg, und er kam,
14 Jahre alt, auf die Kunstschule seiner
Vaterstadt, wo er bald als einer der
besten Zöglinge galt. 6 Preise wurden
ihm in den Jahren 4796, 1797. 4798,
1799 und 1800 zuerkannt, darunter zwei,
mit welchem jährliche Stipendien ver-
bunden waren. Auch erwarb er sich in
den Kriegsjahren, in welchen er gleich«
falls Dienste that, von seiner Vaterstadt
die Ehrenmedaille, welche die Aufschrift
trug: „Augsburgs bewaffneten Bürgern
für erworbene Verdienste um die Vater»
stadt zum Andenken gewidmet von dank«
baren Bi'irgern und Bewohnern". Im
Jahre 1801 verließ K. seine Vaterstadt
und begab sich nach Wien, wo er seine
künstlerische Ausbildung fortsetzte und ihn
die Bekanntschaft des Miniaturmalers
Karl Agricola ^Vd. I, S. 8) und des
damaligen Galleriedirectors im Belvedere
Peter K ra f f t in seinen künstlerischen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon