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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 357 -
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Page - 357 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Aainerftorfer 387 Mäßigung fort, und folgte zu seinem Unglücke 1809 einer Aufforderung des Domcapellmeisters Franz Glöggl nach Linz, da ihm dieser die Domorganisten, stelle zugesagt hatte. Wie es geschah, daß er diesen Posten nicht erhielt, ist nicht bekannt. K. blieb aber nun in Linz und besuchte an Sonn- und Feier« tagen das Stift St. Florian, bitter bereuend, es verlassen zu haben. I n Linz erhielt er sich von Mufiklectionen und die wenige Zeit, die ihm das an> strengende U,nierrichtcrtheilen übrig ließ. widmete er seinen Studien und richtete vornehmlich auf die 3ehre vom Pendel seine Aufmerksamkeit. Tag und Nacht arbeitete er. gerieth in seine frühere Auf« regung und, um sich wach zu erhalten, nahm er zu Reizmitteln, endlich zu starken Getränken die Zuflucht. Darüber ver« nachlässigte er seine Lectionen, verlor sie und gerieth in das tiefste Elend. Ein neuer Anfall von Wahnsinn stellte sich ein und K. wurde am 21. Mai 1829 in's Irren- haus gebracht. Dort kam er wohl wieder zur Nuhe, aber nicht wieder zum vollen' Gebrauche seiner Vernunft. Im Irren« hause, das er sein Gefängniß nannte, brachte er 8 Jahre zu. beschäftigte sich mit Logarithmenberechnungen und beschrieb ganze Stöße Papier mit Zahlen; nebenbei las er den Gottsched und des Thomas a KempiS Buch von der Nachfolge Christi. Endlich starb er in Folge des Scorbuts im Alter von öl) Jahren. Von seinen Kompositionen befinden sich 3 Messen im Stifte St. Florian, darunter eine in li, welche er schon 1799 zum Namensfeste seines Prälaten componirt hatte und worin er sich als tüchtiger Contrapunctist bewährt. Im Drucke erschienen sind: „Chural bri pt'arrlichen Prozessionen" (Linz, bei Hafner); — „Generallillzz-Äorbereitung" (bei Haslinger). Im Manuscripte befin- den sich „Habitüde im Ausweichen"; — eine „Clavierschule" und viele schätzbare Beitrage zum Generalbaß, Contrapunct und zur Akustik, Aufsätze über Unterricht und das Malzel'sche Metronom. Gleich in der ersten Zeit seiner Anstellung in St. Florian construirte er selbst ein Instrument, ähnlich dem von Nik. R a» marino verfertigten Clavicymbal, auf welchem wie auf einem gutm Clavier gespielt werden konnte; ferner ein Mono« cord, mehrere auf akustische Berechnungen abzweckende Instrumente. Was damit geschehen, ist nicht bekannt. Wiener allgemeine Musik«Zei tung, herausg. und redigirt von August Schmidt (Wien. 40.) Jahrg. 184l. Nr. 33. Marianne (S ängerin, geb. zu Innsbruck 19. Mai 1800). Ihr Vater Joseph Wolfgang K. (geb. zu Salzburg 23. October 1773. Todesjahr unbekannt) war ein berühmter Baßsänger, der auf dem Capellhause in Salzburg und im dortigen Stifte St. Peter seine musika« tische Ausbildung erhalten hatte. Er sang auf den Theatern zu Salzburg, Inns- brück, LinA dann mehrere Jahre im k. k. Hoftheater in Wien und zuletzt in Prag. Noch berühmter war seine Frau Kathinka, geb. Schröfl (geb. in Bayern 26. Juni 17l)7) . Mariannen's Mutter. Ka> thinka spielte trefflich die Violine, das Clavier und sang sehr schön; im Vio> linspiele war sie von Heß, im Clavier von Buch wieser und im Gesänge von Valesi unterrichtet worden. Ihre Toch- ter M a'ri ann e erhielt unter der Leitung der Eltern von tüchtigen Lehrern ihre Ausbildung im Gesänge und betrat im Alter von 17 Jahren die Bühne. Im Jahre 1821 unternahm ste eine Kunst» reise nach Italien, auf welcher ste wäh- rend 3 Jahren sich theils weiter bildete, theils großen Beifall erntete. Nach ihrer
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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