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Kaiser 360 Kaiser
(Ulm l829. Stettin!, gr. 5«.) — Nagle
(G. K. Dr.). Neues allgemeines Künstler«
Lexikon (München 4838, Fleischmann ,
Bd. V I , S. 220. — Tschischka (Franz)
Kunst und Alterthum in dem österreichische
Kaiserstallte (Wien 1836. Fr. Veck. 8".) S. 368.
— Porträt. Von I . A. Klein gezeichnet, vor
Ioh. Passini gestochen.
Kaiser, Friedrich (II.) (dramati»
scher Volksdichter, geb. zu
ber ach in Württemberg 3. April 1814).
Der Sohn eines k. k. Officiers, und daher,
obgleich im Auslande geboren, österreichd
scher Unterthan. Kam noch als Kind
nach Wien, wo er die Schulen bei St.
Anna, dann das akademische Gymnasium
besuchte und an der Universität die philo
sophischen Studien beendete. Sein Vor«
haben, die Theologie zu studiren und in
das Augustiner»Chorherrenftift zu Kloster
neuburg einzutreten, für welches er schon
vorgemerkt war, gab er über Vorstel»
lungen seines alteren Bruders Franz
Xaver >^s. d. S. 374 in den Quellen
Nr. 4^ auf, der nicht unwesentlichen
Einfluß auf seinen Bildungsgang nahm
und zu dem ihn eine innige brüderliche
Liebe hinzog. „Wenn du ein Priester
wirft, sagte dieser eines Tages zu ihm,
so wirst du, wie ich dich zu kennen
glaube, entweder ein Heuchler oder der
unglücklichste Mensch auf der Welt".
Der Gedanke. Geistlicher zu werden,
wurde demnach mit dem Entschlüsse,
sich um eine Praktikantenstelle beim k. k.
Hofkriegsrathe zu bewerben, vertauscht,
welche Kaiser auch erhielt. Bereits wäh>
rend der Studien versuchte sich K. in
poetischen Arbeiten, und als er 13 Jahre
alt war, brachten die von Ebersberg
herausgegebenen „Feierstunden" sein erstes
Gedicht. Ein Jahr später übergab er dem
Director Carl ein Lustspiel, welches
dieser zwar nicht zur Aufführung geeignet
fand, aber ein so ausgeprägtes Talent darin erkannte, daß er dem Verfasser
rieth. den betretenen Weg nicht aufzu»
geben, wenngleich diese Arbeit sich nicht
als darstellbar bewährte. Dieser Rath
fiel nicht auf unfruchtbaren Boden, auch
wurde die Neigung für das Theater, die
schon durch die geistigen Anlagen als
vorherrschend sich zeigte, durch Kaiser's
Mitwirken auf Privattheatern, an denen
Wien nie arm war, gesteigert. K. spielte
auf dem Reisner'schen Theater auf der
Landstraße, auf jenem des k. k. Rathes
Megerle von Mühl fe ld in dessen
Villa zu Währing und im Haustheater
der Gräfin d'Orsay in ihrem — vor«
mals Ra sum offsky'schen —Palais auf
dem Rennwege. Nebenbei schriftstellerte
er fleißig und man begegnete in den
Jahren 1833 und 1834 seinem Namen
oft im „Wanderer" und „Sammler",
welche belletristischen Ergüsse und schrift-
stellerischen Talentproben nicht eben
geeignet schienen, ihn in der Gunst seiner
hofkriegsräthlichen Vorgesetzten fester zu
stellen. Auch sagte seiner mehr poetisch
als praktisch angelegten Individualität
daS Leben in der dunklen Amtsstube
immer weniger zu. Im Jahre 1834
übergab er nun ein neues Stück: „Das
Rendezvous", Lustspiel in 3 Acten, dem
Director Car l , der eS auch sofort an-
nahm, aber vorhinein erklärte, es müßten
daran wesentliche Aenderungen vorge»
nommen, d. i. das Stück seinerBühne
accommodirt werden. Ein Stück seiner
ühne accommodiren, bedeutete bei Carl »
o viel, als eS mußte das Lustspiel in
!ine Posse verwandelt und die Haupt-
'ollen für die damaligen zwei Träger der
Volkskomik. Scholz und Nestroy —
uch an sich dachte Carl noch manches.
Aal — eingerichtet werden. Es wurde
lso an dem „Rendezvous" eine haar«
-raubende Verstümmelung vorgenommen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon