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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 366 -
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Page - 366 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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366 Kaiser teren blieben Sieger und kehrten mit zwei erbeuteten Kanonen in die Stadt zurück. Die kaiserlichen Truppen zogen sich aus der Stadt in das Fürst AuerS- perg'sche Palais am Rennwege und ein kleiner Theil Infanterie und Artillerie in das kaiserliche Zeughaus in derRenngaffe zurück, welches aber am nämlichen Tage vom ReicbStage als Nationaleigenthum erklart wurde und von der Natioualgarde bewarbt werden sollte. Als die Garde dieses eben geschaffene Nationaleigenthum übernehmen sollte und dahin abrückte, kam zwischen ihr und der innerhalb des Arsenals befindlichen Besatzung keine Verständigung zu Stande, und das Volk begann das Zeughaus zu stürmen. Das Studenten-Comitä verlangte vonK aiser, daß er die der Legion gehörigen Kanonen auf die Bastei führen und mit ihnen von dort das Zeughaus beschieße. Kaiser widersetzte sich diesem Ansinnen und schlug einen gütlichen Ausweg vor, ja trug sich selbst an, als Parlamentär in das Zeug» haus zu gehen und- dem Commandanten den Sachverhalt darzustellen. Man nahm den Vorschlag an und Kaiser ging als Parlamentär mit dem Trompeter voran von der hohen Brücke gegen daS am Ende der Renngaffe befindliche Thor. Mit einem Male öffnete sich das in demselben angebrachte kleinere Thor und ein Kar» tatschenschuß siel in die von Menschen vollgestopfte Wipplingerstraße. Viele ge> troffen, stürzten zusammen, auch von Kaiser stand es am folgenden Tage in den Journalen, daß er als Parlamentär vor dem Zeughause gefallen sei. Aber er hatte auch nichtdiegcringsteVerletzung erhalten. Hierauf übernahm er die Stelle eines Platzcommandanten der akademischen Legion, als welcher er die von der Legion und Mobilgarde besetzte Caserne am Heu. markte, wo sich viele ärarische, Monturs- und Nüstungsstücke befanden, vor Plün« derung schützte. Als später Wien von den kaiserlichen Truppen eingenommen wurde, wurde K. von einem ihm unbekannten Officier als Einer derjenigen bezeichnet, welche an der Spitze der Legion gestan- den, verhaftet und in's Stabsstockhaus abgeführt, aber schon nach wenigen Tagen über Verwendung eines hochgestellten Militärs auf freien Fuß gesetzt. Nach dieser stürmischen Episode in Kaiser'S Leben, kehrte er wieder zu den Musen, die cr wahrend dieser Zeit begreiflicher Weise vernachlässigt hatte, zurück und nach einigen unbedeutenderen Arbeiten brachte er das Stück: „Ein Fürst", im Februar 1849 im Theater an der Wien zur Auf. führung. Die Aufnahme war eine sehr beifällige, aber die liberale Tendenz des Stückes gegenüber dem damals über Wien verhängten Belagerungszustände verwickelte Kaiser in Unannehmlich, keiten, die einen ernsten Charakter anzu- nehmen drohten und denen er sich durch rechtzeitige Entfernung von Wien entzog. Nach drei Wochen, nachdem der erste Sturm sich gelegt, kehrte er aber wieder zurück und nun wurde ihm das Urtheil in dem von Carl gegen ihn geführten Pro- cesse zugestellt. Car l hatte, wie voraus« zusehen war, den Proceß gewonnen und Kaiser war verurtheilt, seine contractlich eingegangenen Verpflichtungen gegen Carl zu halten, diesem aber außerdem an Pönalien und Emschädigung eine Summe von 64.000 st. zu leisten. An die' Erlangung der letzteren, als uneinbring. lichen Betrages, dachte Carl gar nicht, aber nachdem er das neue Theater in der Leopoldstadt gebaut und alle dort ge. gebenen Stücke bisher ohne Erfolg ge» blieben waren, war es ihm darum zu thun, in Kaiser eine Kraft wieder zu gewinnen, deren günstige Erfolge er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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