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Malchberg 387 Kalchborg
Infanterie - Regimente Erzherzog Karl
Ferdinand Nr. 3t befördert wurde. Aus
diesem kam er am 16. Juni 1828 als
Unterlieutenant zu Haynau > Infanterie
Nr. H7 und rückte in diesem Regimente
stufenweise vor: am l6. April 483! zum
Oberlieutenant, am 39. October 1830 zum
Capitän und am 3. October 184! zum
wirklichen Hauptmarm, als welcher er
am 16. October 1842 in den Pensionü-
stand überging. Am 1. Juli 1848 trat er
wieder als Hauptmann im Infanterie-
Regimente Prohaska Nr. 7 in die active
Armee ein. und machte den Feldzug in
Ungarn 1848—1849 mit. Im Septem-
ber 1849 trat er neuerdings in den Pen«
sionsstand und blieb in demselben, bis er
am 1. Mai 1839 das Commando des
Schloßberges zu Gratz erhielt, worauf er
im Juni 1837 in die k. k< Arcieren-Leib-
garde eingetheilt wurde, in welcher er
zur Stunde noch dient. Im ungarischen
Feldzuge hat sich K. insbesondere am
2. April 1849 bei der Vertheidigung der
Brücke über die Zagyva bei Hatvan auS«
gezeichnet. DaS 3. Armeecorps unter
FM3. Schlik ward von. der Ueber-
macht des Feindes zurückgedrängt und
hatte daS Desilö bei Hatvan und die
Brücke über die Zagyva zu passiren,
worauf letztere, um die Verfolgung des
Feindes zu hindern, zerstört werden mußte.
Hauptmann Kalchberg erhielt den
Befehl, die Brücke so lange zu halten, bis
daS ganze Armeecorps dieselbe passirt
haben würde. Der Auftrag war von
hoher Wichtigkeit, weil unsere Armee bei
der großen Ueberlegenheit des Feindes
sehr gefährdet war, wenn die Brücke von
ihm passirt würde. Kalchberg traf
sogleich die erforderlichen Anstalten und
nachdem das ganze Corps glücklich über
die Brücke gegangen war, nahmereine
kleine Abtheilung Pionniere und 6 Mann seiner Compagnie und brach die Brücke
eben noch rechtzeitig genug ab, als gerade
der Feind Miene machte, den Uebergang
zu forciren. Hauptmann K. hatte den
Befehl vollzogen und konnte sofort den
Abmarsch antreten. Jedoch die Wichtig«
keit seineü weiteren Verbleibens erkennend,
um die ferneren Absichten des Feindes
zu vereiteln und namentlich ihn in der
Verfolgung der Unseren aufzuhalten,
hielt er ungeachtet deS bedeutenden
Kugelregens und Geschützfeuers aus,
bis unser Armeecorps eine beträchtliche
Strecke entfernt war. Nun stellte er die
besten Schützen seiner Compagnie sehr
vortheilhaft auf, gab jedem derselben drei
Mann zum Laden bei und bediente den
Feind auf diese Art mit einem ununter»
brochenen Bataillenfeuer, von dessen ersten
Schüssen gleich der feindliche Stabsoffi«
cier fiel, dem dann noch mancher andere
von seinen Leuten folgte. Erst nachdem
er alle Patronen verfeuert, begann er
langsam sich zurückzuziehen und zwar
zuerst mit der Hälfte seiner Compagnie,
welche er unter Commando eines Offi«
ciers in gehöriger Entfernung zurückließ
darauf sich selbst im heftigsten Kugelregen
zu dem Reste seiner Mannschaft an der
abgebrochenen Brücke zurückbegab und
nun auch diese nebst den Verwundeten
zurückführte. Indessen hatte es Nacht
zu werden begonnen und der Feind alle
weiteren Absichten aufgegeben; K. aber
stieß mit seiner Compagnie zum Armee»
corps, welches in der größten Ordnung
und vom Feinde, der nirgends mehr die
Zagyva zu passirenim Stande war, unbe»
helligt seinen Rückzug fortsetzte. Für diese
Waffenthat wurde K. in der 133. Pro»
motion (vom 29. Juli 4849) mit dem
Ritterkreuze deS Maria Theresien-Ordens
ausgezeichnet und den Ordensstatuten
gemäß am 6. Juni 1350 in den Freiherrn»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon