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Kaltenbrunner 411 Raltenbrunner
Nordsee machte, und zahlreiche Bekannt,
schaften in geistesverwandten Kreisen an«
knüpfte. Im Jahre 1844 schritt K. zur
zweiten Ehe mit Therese Schleifer,
der Tochter des k. k. Bergrathes Math.
Leopold Schleifer in Gmunden, dessen
Poesien K., wie erwähnt, nach feinem
Tode herausgegeben hat. Als K., um
seine Anstellung in der Residenz anzu»
treten, im Jahre 1842 sein Heimatland
Oberösterreich verließ, ehrte ihn seine
Vaterstadt Enns durch Verleihung des
Ehrenbürgerrechtes. Seine königl. Hoheit
Maximilian, Herzog in Bayern, dcr
mehrere von Kaltenbrunner's ober
österreichischen Liedern in Musik geseht
hat, zeichnete ihn l846 durch Verleihung
der goldenen, mit dem Bildnisse des in
Tönen und Worten dichtenden Prinzen
aus. Mit Franz Stelzhamer und
dem außer Oberösterreich noch wenig ge>
kannten Norbert Purschka bildet K. die
Trias der obdercnnsischen Dialecldichter
und zahlt zu den Lieblingen seiner Lands-
leute. Viele Gedichte im Dialecte und
in hochdeutscher Sprache finden sich zer»
streut in der Nürnberger „Monatschrift
für Deutschlands Mundarten", in M.
Auer'sZeitschriften „Faust" und „Guten-
berg", darunter mehrere in sehr sinniger
Weise illustrirt, in verschiedenen Taschen-
büchern und den besseren Wiener Katen-
dern. Als Dialectdichter zählt K. zu den
besten in der Gegenwart. Sein eigent-
lichstes Sprachgebiet ist der alte Traun-
kreis Oesterreichs, zwischen den Flüssen
Enns und Traun, gleichwie Stelz ha-
mer der eigentliche Repräsentant des
InnkreiseS ist. Kalten brunner ist,
wie Dr. Friedrich Hoffm ann ihn schil»
dert, „so ein ganzer Obderennser und
Oberösterreicher, daß er sick sogar in
Wien, wo ihn seine Dienstverhältnisse fest»
halten, vorkommt wie „der versöhte Bam". Wo aber ein rechter Stolz auf den Kai»
serstaat sein Herz packt, da stimmt er
gar tapfere und handfeste Lieder an,
fragt weder links noch rechts nach Ande«
rer Meinung, sondern geht schnurstraks
heraus mit seiner eigenen Farbe, die
allemal gut kaiserlich ist; das Lied jedoch
bleibt obderennsisch und der Mund, der eS
singt, und die Faust, die das „Fahnerl"
mit der Leibfarb emporhebt. Das ist der
feste und gesunde Kern in K.'S Volks«
dichtungen. Ueberall frischer Humor und
nirgends versalzen".
O est erreich ischc i l lustr ir te Ze i tung
(Wien, 4".) 1852. Nr. 86: Biographie mit
Porträt im Holzschnitt (Bnder 20.). —
Wiener, allgemeine Musik 'Zei tung
1846, S. 644; 1847, S. 48. — Oesterrei»
chische Nat iona l ' Encyklopädie von
G raffe r und Czikann (Wien 1833, 8°.)
Bd. I I I , S. 149; Bd. VI und Supplement
S. 508. — L orm (Hierom)mus). Wiens poe«
tische Schwingen und Federn (Leipzig 1847,
Grunow, 8°.) S. 23s. — Blät ter für litc.
rarische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus,
4".) Jahrg.' l«43, Bd. II> S. 1242; Jahrg.
!837, Bd. I I , S. 6i>3. — Ocsterreichischer
Pa rnaß, bestiegen von einem hcruntergckom»
mcncn Antiquar (Frey'Sing, bei Athanasius
u. Comp. sHamburg. Hossmann und Campei,
«".) S. 28. ^Komisch ist es und muß es für
Jeden sein, dcr K. kennt, über ihn zu lesen:
„lang, hager, militärische Haltung, schroffes
Benehmen u. s. w.", während K. von mehr
kleiner Gestalt, die durchaus nichts Militari'
sches an sich hat, und von sehr zuvorkommen-
dem Wesen ist. Es waltet hier offenbar eine
Personsverwcchslung mit Franz Ritter von
Erco vor. der Oberlieutenant und Adjutant
des Commandircnden in Oberösterreich war,
1830—1834 in Linz lebte und mehrere lyrische
Gedichte geschrieben hat.) — Meyer (I.),
Das große (Zonoersations'Lerikon für die ge«
bildeten Stände (Hildburghausen, Bibliograph.
Institut. 8") Vd. XVI I , S. 4t0 gerichtet
(im Jahre iküO), daß,K. in Linz alö k. k. Be«
mnter lebt, nachdem er bereits seit 1342 in
Wien angestellt ist; von seinen Dialectdich.
tungen schreibt es aber, daß er in ihnen die
biderbc Gesinnung und naive Treuherzigkeit
seiner Landsleute meisterhaft getroffen und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon