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418 Kamins ki
Schauspieler Benza und seine Frau, im
nämlichen Jahre den berühmten Komiker
Nowakowski und den Heldenspieler
Smochowski. 1813FranzBlotnicki
(gest. 1882). dann Starzewski und
zuletzt, 182l. Leon Rudkiewicz. Eben«
bürtig diesen Künstlern waren die Frauen:
Thecla Kostrzewski (spater Nowa-
kowski's Frau), Amalia Rutkowska
(später Starzewski's Frau), Anna
Salowa. Theophila Marecka (später
Rudkiewicz' Frau), welche Alle, so
lange Kam ins ki Director war. eine
Gesellschaft bildeten und die Lemberger
polnische Bühne zu einer Bedeutung
brachten, wie eine solche nur das Wiener
Burgtheater gegenüber den anderen
Bühnen Deutschlands besitzt. Kaminski
selbst war auch Darsteller, aber ein beffe«
rer Director und Lehrer, obgleich er
mehrere ganz treffliche Rollen spielte.
Während seiner 30jahrigen Zeitung be>
suchte er mit seiner Gesellschaft einmal
Krakau (1820). einmal Kamieniec po-
dolski (1822). zweimal Warschau, wo er
große Triumphe feierte. Als im Jahre
1841 Graf Skarbek die Leitung des
Theaters, so des deutscheu wie des pol«
nischen übernahm, zog sich K.. jedoch nur
auf kurze Zeit, zurück, denn schon 1843
ging die polnische Bühne wieder in seine
Leitung über. Nun behielt er sie bis zum
Jahre 18-38. in welchem er sie ganz nie»
derlcgte. Kamiuski erhielt eine Pension
von 800 fl. und eine Benesiz'Vorstellung
mit der Verpflichtung, jährlich sechs Stücke
für die Bühne zu übersetzen und über die
Reinheit der Sprache zu wachen. Beinahe
ein Iahrzehend lebte K. im Ruhegenufse
seiner Pension, geistig ununterbrochen bis
zur letzten Stunde thätig, bis ihn endlich
der Tod im Alter von 78 Jahren und
nach einer 60jahrigen ersprießlichen Wirk«
samkeit heimsuchte. Dieß in den kürzesten Umrissen die Biographie des Theater«
directors. Wie als solcher entwickelte K.
als Schriftsteller nach den verschiedensten
Richtungen als Poet, Erzähler, Ueber»
setzer, Sprachforscher eine inhaltvolle Thä»
tigkeit und bildete ein Vierteljahrhundert,
1816—1840, die Seele ja den Mittel-
punct der literarischen Bestrebungen der
Polen in Lemberg, ja in Galizien über»
Haupt. Die Schriften, welcbeK. in chrono»
logischer Folge selbstständig hat erschei«
nen lassen, sind: „ZaöaH?/ a'^/ssni F>?/-
«FsT-l/Ha Hs^sT-a", d. i. Balladen und
Gedichte von Friedrich Schiller (Wien
1820), mit gegenüberstehendem deutschen
Terte; — „^aöoöon cs^e H>a^02ol'a6l/
z <3o7-<2?s") d. i. Die Krakowiaken und
Goralen (öemberg 1821), ein dreiactiges
Singspiel, welches zu den beliebtesten
Volksstücken der polnischen Bühne zählt
und den zweiten Theil zu Bogu«
stawski's „^dobon" bildet; — „6o-
nsil/") d. i. Sonette (Lemberg 1827),
wahre Mufterftücke des Rhythmus und
seltener Gedankenfülle; — „^-s^ac??/ ö
n?oins n?z>?-H2s") d. i. Uebersetzungen
und flüchtige Verse (ebd. 5828); —
d. i. Der Arzt seiner eigenen Ehre.
Tragödie nach dem Spanischen des
Calderon de la Barca (ebd. 1827),
das erste Stück Calderon's. welches in
die polnische Literatur durch K.'s Herr-
liche Uebersetzung eingeführt wurde; —
", d. i.
Die Haliczanin oder Sammlung neuerer
Gedichte I . N. K.'s (ebd. 1833); —
«. 21'omi (ebd.1837),
enthält die unübertroffene Uebersehung
der ganzen Trilogie Schiller's; —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon