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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 441 -
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Page - 441 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Kanne 441 Kanne Dmt> der Grbnünngen. Zanber-Möe in Z Arten ulln At>. N'änerle. MnLilv ulln Ullnur" (gege» ben im Theater in der Leopoldstadt 28. October 4823); — „Philipp und Snschen oder üer tauche Jupiter. MllthlllllgiZcheZ Allubrrspiel mit Gesang in 2 Irten ucin Zaseph Schickh. Musik van Uanne" (gegeben im Theater in der Leopoldstadt 21. October 4832). Außer diesen in Wien gegebenen Opern und Singspielen kamen außerhalb Wien zur Aufführung: „Nrr Cyklop", „Nie Olkenkünigin", „Znppha", „Ner Vnter- gllng beZ FeenreichZ", „Nie Mainacht oder der VlllckZuerg", deren Aufführung in Berlin bald nach Kanne's Tode stattfand. Ueberdieß schrieb er viele Lieder, Balla- dm, darunter das bei uielen Theater« productionen als Einlage verwendete „NlllllndZlirtl", Schiller's „Taucher" und „Ormartnng", Sonaten, Trio's für das Piano, zwölf Duo's für Sopran und Tenor, die Cantate „Cärilin" , eine Messe und eine Symphonie. Kanne's Kompositionen, zu seiner Zeit beliebt, sind lange verschollen und verdienten, daß ein vorurteilsloser Kenner das Gute wieder an's Tageslicht zöge. Die letzten Jahre brachte 5?. mehr in der Schenke und im Kaffeehause, als irgendwo anders zu, daher ihn auch seine Freunde scherzweise „Kannegießer" und das Gasthaus „Zum goldenenPfau" inderKärnthnerstraße, wo er am meisten zu weilen pflegte, „Kanne's Kaffeehaus" nannten. Wie schon bemerkt worden, mehrten sich Kanne's Bedräng» nisse durch sein regelloses Leben und sei- nen Hang zum Trinken immer mehr und schon längst hatten sich seine Freunde, die ihn sonst aufzusuchen pflegten, von ihm zurückgezogen, als die Nachricht laut wurde, er liege bereits im Sterben. That» fache ist es nun, daß K. auf dem Todten- bette liegend, dasselbe mit seinen letzten Kräften in kalter Winternacht verlassen, in ein benachbartes Weinhaus (in der Leopoldstadt zur Sonne) sich begeben, dort eine Halbe Wein getrunken habe und dann nach Hause sterben gegangen sei. Die gräßlich klingenden Worte in F6tis ' )^ welche lauten: ,,II 63t mort au. on ii venZ.it cl.s 8ortii- äu ", sind also wahr. I n seinem Nachlasse befanden sich einige musikalische Skizzen und von Jean Paul's Aesthetik der zweite Theil. Wohin seine beiden vollendeten größeren Gedichte: „der Winter" und das „Weltmeer", welche zwar ein Verleger honorirt hatte, aber nicht druckte, gerathen sind, ist nicht zu ermitteln, wie es mir auch nicht gelang, ein Exemplar seines didaktischen Gedichtes „Nie Illhresjttteil"« welches gedruckt worden sein soll, in denBüchercatalogen abernicht auf» geflihrterscheint, zur Einsichtzubekommen. So starb K. verlassen und fast vergessen — nur eine weibliche Hand schmückte sein Haupt, als er im Sarge lag. mit einem Lorberkranze— und Johann Langer, nicht Schi l l ing, wie Fr. 3 aun meint, schreibt treffend: „Kanne war ein wun» derliches Genie, ein kraftiger Centaur, in dem Geist und Menschlichkeit in stetem Ningen begriffen, der, obgleich von den Göttern reich begabt, doch stets das Ende eines Camoens und Kepler vor Augen sah". Vog l aber erblickt in ihm „das Spiegelbild Grabbes". Kanne starb im Alter von 554 Jahren. Keine arztliche Hilfe annehmend, lag er sterbend mit dem Stocke in der Hand auf dem Bette und drohte jedem, der sich ihm nähern würde, mit der Bastonade. Wie lebensüberdrüssig mußte der Mann ge> Wesen sein, der Jeden, welcher ihm den Tod streitig machen will, mit der Waffe bedroht! Diesen merkwürdigen, ebenso eigenthümlichen als höchst charakteristischen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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