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tzrankenthal zurückdrängte, fteüle sich
ihmKaraczay dort von Neuem. trieb
ihn aus Frankenthal und brachte ihm
einen großen Verlust bei; die Rapporte
nennen unter den Todten: 1 Oberst von
der Artillerie. 20 Oberofsiciere und
300 Mann; unter den Gefangenen:
7 Ofsiciere und 134 Mann; unter der
Beute 200 Pferde. Nicht minder reich
sind seine Lorbern im Feldzuge deS Jahres
1793. Karaczay hielt im Winter, als
der Rhein zugefroren war. Lampertheim
beseht und befehligte den Rheincordon
vonMannheim bisG roß röhr heim,
wo er dem Feinde große Verlegenheiten
bereitete, und ihn, um sich zu verpro
viantiren. zu einem Umwege von mehr
als 6 Stunden zwang. Als der Feind
dann Heidelberg und Wisloch, wel«
che zwei Posten K. zu vertheidigen hatte,
angriff und durch die Wegnahme dieser
Puncte unserer Armee der Rückzug abge-
schnitten worden wäre, vereitelte K. nicht
bloß alle Absichten des Feindes, sondern
seine Vorkehrungen verhalfen auch dem
General Quosdanovich zn dem dort
erfochtenen Siege. Nun wurde K. beor-
dert, das Clerfayt'sche Corps am Nieder«
rhein zu verstärken, er zog dort den
Rheincordon vor Mainz über Ringau
bis über Mainz und machte der bereits
von feindlicher Seite begonnenen Plün.
derung vieler auf dieser Strecke gele«
genen Ortschaften ein Ende. Als am
42. November der Feind seinen heftigen
Angriff mit 30 Stück Geschützen bei dem
Frankenthaler Canal unternahm, schlug
K. denselben zurück, behauptete bei Fran>
kenthal seine Stellung, welche den
Schlüssel gab zu Mannheims Umzinglung
vom linken Rheinufer. Als endlich Cler-
fayt bei Frankenthal den H.iuptangriff
auf seinen Gegner unternahm, befehligte
-Karaczay eine Eolonne von 8 Batail» lonen Infanterie und 16 Schwadronen
Cavallerie. Er warf nun den Feind mit
großem Verluste aus allen Verschanzun«
gen, machte viele Gefangene und ansehn«
liche Beute an Munition und Geschütz.
Bei der Verfolgung trieb er ihn bis
Mutterstadt, besetzte selbst Ogers-
heim und eroberte daselbst ein mach.
tiges Magazin mit Artilleriegut und 39
neuen Pontonswagen. I m weiteren Ver«
laufe trieb er ihn auch aus der Ge»
gend von Mutterstadt und zwang
ihn sogar, die Rheinschanze zu verlassen,
wodurch die ganze Rheinbrücke in den
Besitz der Unseren gerieth und bei Mün«
denheim 3000 Stück Bomben erbeutet
wurden. Ein Waffenstillstand machte die«
sem Feldzuge ein Ende. Aber die Stra«
pazeu der vielen Feldzüge hatten K.'s
Gesundheit stark angegriffen, er erbat
seine Versetzung in den Ruhestand, die
ihm gewahrt wurde, worauf er sich zuerst
nach Lemberg, spater nach Pesth zurück»
zog, um sich ganz der Erziehung seiner
vier heranwachsenden Kinder zu widmen.
Als aber sein Freund Suwarow im
Jahre 1799 als Befehlshaber der öfter-
reichisch-russischen Truppen in Italien
overirte, berief er den erprobten Waffen«
geführten und Freund zu sich, welcher
auch alsbald dem Rufe deS Freundes
folgte. K. bewährte auch dort feine alte
Tapferkeit und leistete in den Schlachten
an der Trebbia (19. Juni), bei Novi
. August), bei der Belagerung von
Alessandria (im Juli) und bei jener
vonBosco (im October) gute Dienste.
I n diejer Zeit wurde er zum Feldmar»
schall.Zieutenant befördert. Als später die
Russen sich von der österreichischen Armee
trennten, blieb K. bei der Armee in Ita»
ien; brachte dem Gegner in mehreren
Gefechten um Novi herum nicht unbe«
deutende Verluste bei, machte 800 Gefan«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon