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463 Kara Mordje
von natürlicher Farbe, welcher im Schnabel
ein Hufeisen häli; 3: in Blau auf grünem
Rasen fünf nebeneinander stehende brennende
Baumstämme von natürlicher Farbe. Den
Schild bedeckt die Grafenkrone. auf welcher
vier zueinandergekehne gekrönte Turnierhelme
ruhen. Aus der Krone des rechten Helmes
wächst zwischen einem offenen Flug, dessen
rechter Flügel in Silber und Blau, der linke
mit gewechselten Farben quergetheilt ist, der
Strauß von 2; aus der Krone des zweiten
Helmes steigt der geharnischte Mann uon i u. 4:
aus jener des dritten ein Ungar mit weißer
Binde um die Lenden, mit weißen Aufschlägen
an den Acrmeln und einem braunausgeschlage»
nen, sonst rothen Kalpak auf dem Kopfe, in
der rechten Hand ein entblößtes Schwert an
goldenem Griffe schwingend, in der linken ein
goldenes hohes Tatzenkreuz emporhaltend. Die
Krone des vierten Helmes trägt drei wallende
Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei
blauen. Die Helmd ecken. Die beiden äuße»
ren sind blau, die beiden innneren roth.
sämmtlich mit Silber unterlegt. Die Schild»
Halter sind rechts ein zurücksehender Adler
von natürlicher Farbe, zur linken ein goldenes
Pferd.
Kara Djiordje, oder der schwarze
Georg von Serbien (Fürst von Serbien,
geb. zu Wisch njewzi bei Kragujewac
um 1770. enthauptetzu Belgrad 1817).
Er heißt eigentlich Georg Petro»
witsch, d. i. Sohn des Peter, wie sein
Vater hieß, erhielt aber in Folge des an
seinem Vater begangenen Mordes den
Namen des schwarzen (d. i. bösen) Georg,
oder wie die Türken ihn riefen: Kara
Djiordje (Kara heißt schwarz) und die
Slaven diese Bezeichnung übersetzten:
Czerny Georg (sprich: Tschernischorsch).
In früher Jugend schon zeigte K. großen
Haß gegen die Türken und hatte, kaum
den Knabenjahren entwachsen, einen
Türken erschlagen. Er mußte nun fliehen,
wollte auch seinen Vater zur Flucht
bewegen und schoß diesen, als er sich
weigerte, nieder, wie ein unverbürgtes
Gerücht wiffen will. um ihn der Rache der
Türken zu entziehen. Nun suchte und fand er Schutz auf österreichischem Gebiete, trat
um 1787 in ein kaiserliches Freicorps,
wurde Unteroffizier in demselben und
verließ nach dem Sistower Frieden 1791,
nachdem er es zum Feldwebel gebracht,
die kaiserlichen Dienste, worauf er in
seine Heimat zurückkehrte. Nach Anderen
wäre er als Feldwebel mit seinem Haupt«
manne in Streit gerathen und hätte den-
selben, wie einst seinen Vater, getödtet,
worauf er, wie einige Jahre früher in
Oesterreich, so jetzt in seiner Heimat
Zuflucht vor den Verfolgungen gefunden
habe. Einige Zeit führte er daselbst ein
Haidukenleben, d. h. er kämpfte in den
Gebirgen gegen die. Türken; als aber
unter Hadschi Mustapha Pascha's
humaner Verwaltung das Land allmälig
der Segnungen des Friedens sich zu er«
freuen begann, wurde auch K. anderen
Sinnes, kehrte in's Vaterhaus zurück
und befaßte sich mit dem Viehhandel.
Die neue Ordnung der Dinge war jedoch
in Serbien nicht von Dauer, die Ianit«
scharen begannen wieder ihre unheilvolle
Wirthschaft, Kara Mustapha Pascha
wurde ermordet, und ein Regiment deS
Schreckens, wie nie vorher, begann im
Lande zu wüthen. Da trat K. den Ge»
waltthätern entgegen und bald sah er
sich von den Massen der Bedrückten um»
geben, die ihn als ihren Führer an die
Spitze stellten. K. wurde Comman«
dant von Serbien. Wie die Gestalt
irgend eines gewaltigen Helden des Al-
terthums, so großartig, aber weit grauen»
voller, tritt jene KaraDjiordje's her«
vor in den Kämpfen um die Befreiung
seines Vaterlandes vom türkischen Joche,
welche in der Eroberung Belgrads ihren
Höhenpunct erreichten. Nachdem Kara
Djiordje oberster Führer der Na«
tion, von Seite Rußlands als solcher
anerkannt worden war, und in den später
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon