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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 464 -
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Page - 464 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Karadschitsch 464 karadschitsch ausgebrochenen Wirren die unbegreifliche, mit seinem bisherigen Charakter unver« einbare Rolle eines unentschlossenen Schwächlings gespielt hatte, floh er. nachdem er keine andere Rettung sah, am 2. October 4813 wieder auf österrcichi sches Gebiet, alle Errungenschaften der Freiheitskampfe von 9 Jahren vreisgo bend und Serbien auf'S Neue den Bedrü» lkungen der Pforte überliefernd. InOester« reich wurde Kara Dj iord je, der ehe- malige Feldwebel, festgenommen und nach Gratz in Sicherheit gebracht. Nach eini- ger Zeit freigegeben, begab er sich nach Rußland, wo er zum kaiserlichen Gene» ral'Lieutenant ernannt wurde und in St. Petersburg eine gute Aufnahme fand. Plötzlich erscheint Kara Dj iord je im Frühjahr 1817 wieder in Serbien. Ueber die Ursache seiner Rückkehr in's Vater- land wird Verschiedenes erzahlt, nach Einigen habe er nur verborgene Schatze aufsuchen, nach Anderen im russischen Interesse das Land wieder aufwiegeln wollen. Diesen letzteren Plan habe er nun dem Wojwoden Wuitza, seinem alten Gastfreunde, mitgetheilt, der ihm aus Gefälligkeit für M i losch, damaligen Fürsten von Serbien, im Schlafe den Kopf abhieb und diesen an den Pascha in Belgrad ablieferte, welcher ihn nach Eon« stantinopel sandte. Andere Quellen melden, Kara Dj iordje sei von dem Pascha von Belgrad in Semendria gefangen genommen, enthauptet und sein Haupt nach Constantinopel gesendet worden. Westermann's Jahrbuch der illustrirten deutschen Monatshefte. Cin Familienbuch (Vraunschweig, gr.8") Bd. III (Octobcr t557 bis März 1858), S. 244. — Gartenlaube. Illustrirtes Fauulienblatt (Leipzig. Keil, 4".) Jahrg. 1859. S. 32: „Der schwarze Georg von Serbien". Kllradschitsch, Wuk Stephanowitsch (serbischer G e l e h r t e r , geboren zu Trschitsch in Türkisch-Serbien 26. Oc- tober j^ a. St.^ 1787). Einen eigentlichen Familiennamen, wie daS bei seinen Landsleuten überhaupt Sitte, führte K. anfänglich nicht; man nannte ihn Wuk Stephanowitsch. d. i. nämlich Wolf Sohn deS Stephan. Später nahm er nach dem Orte, wo seine Eltern ein Anwesen besaßen, den Namen Karadschitsch an und machte sich unter demselben in der wissenschaftlichen Welt bald in ausge- zeichneter Weise bekannt. Wenn man die Stufe, welche Herr Karadschitsch in der Wissenschaft erreichte, mit den Mit- teln seiner ersten Ausbildung vergleicht, so kann man sich nicht eines Lächelns erwehren, sobald man erfahrt, daß ihm zum ersten Unterrichte im Schreiben Rohr und Zweige zugespitzt und gespal« ten und diese in eine aufgelöste Mischung von Ofenruß eingetaucht wurden; Rohr und Ofenruß waren also seine erste Feder und Tinte. Den folgenden Unterricht erhielt er zu Karlowicz in der Schule der nicbt-unirten Griecben; später begab er sich zur weiteren Ausbildung nach Wien, wo er sich bald mit Eifer literarischen Arbeiten zuwendete, zu denen ihn ebenso geistige Neigung wie Gesundhcitsrück« sichten zogen. Während deS langen und blutigen Kampfes, den die Serben gegen die Türken fochten, diente er als Secretär bei verschiedenen Führern seines VolkeS, die selbst des Schreibens unkundig, einen Schriftgelehrten, wie es K. war, beno« thigten. Fürst Kara Dji-ordje ^s. b. S. 463^, gewöhnlich Czerny Georg genannt, ernannte ihn auch zum Präsi- denten des Belgrader Bezirks und Stadt« Magistrates, und K. bekleidete diese Stelle bis 4813, in welchem Jahre Kara Dj iordje, als die Türken mit Uebermacht in Serbien eindrangen, auS dem Lande fliehen mußte, worauf auch Karad»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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