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und hat auf das Erbrecht Verzicht
geleistet und so ist der ersigeborne Graf
Anton Universalerbe. 100.000 fi. hat
der Verstorbene dem Jesuitenorden als
Legat zum Ankaufe oder zur Adaptirung
eines Ordenshauses — wo möglich in
Tirol — verschrieben. Am 20. Juli 1863
wurden die Kaufsunterhandlungen' zwi-
schen dem Grafen Anton B. und Fürst»
bischofe von Lavant Dr. Iac. M. Ste-
pischnegg zu Ende geführt, welchen zu
Folge der Graf seine Herrschaft Nindenau
im Flächenmaße von 800 Joch nebst
einem Weingarten in Langenthal statt
des,an die Gesellschaft Jesu auszuzahlen-
den Legates von 100.000 si. an das
BiSthum Lavant überlaßt, wahrend die
gleiche Summe von dem noch aushaf»
tmden Kaufschillingsreste des Schlosses
St. Äudrä in Kärnthen', welches daS
Bisthum an« den Orden verkaufte, g>
löscht wurde.
Tiroler St immen (Innsbrucker Journal,
4".) 1«6s, Nr. 12l und 126. — Vohemia
(Präger Unterhalt. Blatl, 4«.) ^63. Nr. l28.
S. !423 und Abendblatt dazu S. 1434. —
Volks- und Schütze N'Zritutiss lInns
brück. 4°.) l863. Nr. 64. — G ratz er Zei^
tu na i8(>3. Nr, 164 Abendblatt. — Hie und
da findet man auch den 2<». Mai alb deü
Grafen Todestag angegeben.
"Vl'l'nz, Alois (Rechtsgelehrter
und Mitglied des Abgeordnetenhauses
des österreichischen Reichsrathes, geb. zu
Weiler, einem bis 1809 zu Vorarlberg,
seitdem zu Bayern gehörigen Markt»
flecken, 23. Februar 1820). Sein Vater
war Stadtgerichtsvrotokollist in Kemv»
ten, der Sohn beendete daselbst das Gym»
nastum und hörte Philologie und Rechts-
Wissenschaft zu München und Berlin.
Von 1844—1830 nahm B. die juristische
Praris zu München und setzte privat seine
wissenschaftlichen Studien fort und na-
mentlich war es das römische Recht, dem er sich mit allem Eifer zuwendete. Eine
im Jahre 1849 gedruckte Abhandlung
über Compensation hatte seine doppelte
Berufung zu Folge, nämlich zu einer
ordentlichen Professur nach Basel und zu
einer außerordentlichen nach Erlangen,
welch' letzterer er auch im Jahre 1831
folgte. Im Jahre 18558 wurde er auf
Wunsch der Universität Erlangen zum
ordentlichen Professor befördert. Als im
Jahre 1833 Professor Arndts Mün-
chen verließ und sich nach Wien begab,
sollte B. an seine Stelle berufen werden,
jedoch machten Facultät und Senat der
Erlangener Hochschule dagegen Vorftel.
lungen und die Berufung unterblieb.
Als aber im Winter des Jahres 1837
von Seite des österreichischen Unterrichts«
Ministeriums seine Berufung als Pro
fessor des römischen Rechtes an die Hoch-
schule in Prag erfolgte, nahm er, seinem
Verlangennach einem größerenWirkungs
kreise mit Recht nachgebend, diesen Nuf
cm und wirkte seit dieser Zeit auf diesem
Posten, bis er im Jahre 186l von der
Wahlgemeinde Karlsbad -^oachimsthal
in den böhmischen ^andtag und von
diesem in das Abgeordnetenhaus des
österreichischen Neichsrathes gewählt
wurde. Als Fachschriftsteller hat B. bis-
her herausgegeben: „/l?'<^?'
, 8".); -- „Dir Dhrr uan der tl'uni-
, Oinr riuiliztiächü ÄlililNidlliilst" s^eip»
zig 1349, G. Wia,and. gr. 8".); —
NritiZche Mitter riuilistiöchril Inl>nlt5. In
ianglll'zrn AMen". Nr. l und 2 (Erlangen
1832, Vncke, 3ex. 8<'.); — „Dhrlinch ürr
Panürrten". 1. Abtheilung und 2. Abthei»
liing 1. Hälfte (Erlangen 1837, Dei-
chert, gr. 8".). Seine Thätigkeit im Ab-
geordnetenhause wie gleichfalls in der
deutschen Frage, in welcher er deu Be-
strebungen jener Partei, welche Oester«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Volume 11
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Károlyi-Kiwisch
- Volume
- 11
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon