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Demuth 893 Dietl
186(1 empfahl fie der allgemeinen
Aufmerksamkeit. Seine wissenschaftliche
Thätigkeit äußerte sich nach mehreren
Seiten hin; so regte er an die Druck»
legung der ältesten Quaterne der mäh.
rischen Landtafel von dem Gründungs«
jähre derselben 4348—1480, dieses
monumentalen, für die Landes- und
Rechtsgeschichte, für die Kenntniß des
alten lcmdtaflichen Verfahrens und für
die Genealogie der alten Adelsgeschlechter
Mährens überaus wichtigen Schriftdenk«
mals. Es wurde das Werk in pracht«
voller Ausstattung durch die Betheiligung
des mahrischen Erbadels, an der Spitze
Hugo Fürst und Altgraf Salm-Reif-
ferscheid, und unter Leitung eines aus
Chlumecky ss. d. Bd. I l , S. 349
und diesen Band, Nachträge S. 37!^,
Chyt i l . Wol fskron und Demuth
gebildeten Comitö's auch wirklich in
Druck gelegt. Ganz allein besorgte D.
die Herausgabe des in der mährischen
Landtafel aufbewahrten ältesten mäh-
rischen Rechtsbuches, welches unter dem
Titel: „Daz Tu lutsch nner Mch" (Brunn
1838) erschienen ist. Noch veröffentlichte
er die „Geschichte üer AllMat'el im Markgraf-
thnme Mähren" (ebd. 1837. Ritsch, 4".).
Im Jahre 1837 regte D. die Nachfeier
des volljährigen Bestandes der mäh»
rischen Landtafel an, welche auch in fesl»
licher Weise am 17. Juni g. I . begangen
wurde. Im Jahre 1847 gründete er auS
Humanitaren Beweggründen in Brunn
einen BeamteN'Beerdigungs« und Unter«
stützlmgsverein, der in seinem 14. Iah.
resberichte (1862) trotz der Höhe der
Auszahlungssumme von 7334 fl. dennoch
ein Capital von 14.338 st. auswies. D.
führte vier Mal, immer wiedergewählt,
die Oberleitung dieses Vereins bis zum
Abgänge an seinen neuen Bestimmungs«
ort Prag im Jahre 1862. D. ist mit der k. k. österreichischen und der belgischen
goldenen Medaille für Kunst und Wissen-
schaft ausgezeichnet und von mehreren
in- und ausländischen Vereinen zum Mit»
gliede gewählt worden. Vor Kurzem erst
verlautete eS, D. sei nach Wien berufen
worden, um an den Berathungen der
statistischen Centralcommisfion über die
allgemeine Einführung der von ihm an>
geregten oberwähnten Ausweise über die
alljährliche Bewegung im Besitze und in
der Belastung des gesammten Grund«
eigenthums im Kaiserftaate Theil zu
nehmen.
Allgemeine Zeitung (Augsburg. 4v) j855.
Nr. U47. — Za rucke. Litercm'sches Central.
blatt (Lcipzig, 4".) 1856, Nr. lil. — Anzei.
ger für die Kunde deutscher Vorzeit 1834,
Nr. 12. — Vohemia 1863. Beilage Nr. <47.
S. 1649. — Brünner Zeitung 1862.
Nr. 226. — Chmel, Notizenblatt. herausg.
von der histor. Commission der kais. Akade,
nue der Wissenschaften (Wicn, 8«.) Jahrg.
1833, Nr. 13 u. 2ft.
^DickllllNIU-Secherllll, Eugen Freiherr
von »'. d. Bd. I I I , S. 279^. gestorben
19. Juli 1863.
"Diet l , Joseph (Arzt und Mitglied
des Abgeordnetenhauses des österreichi»
schen Reichsrathes, geb. zu Podbuj
in Galizien im Jahre 1804). Diet l 's
Großeltern sind im 18. Jahrhunderte aus
Ungarn nach Galizien übersiedelt. Sem
Großvater war Ofsicier, sein Vater
Beamter, die Mutter, eine geborne Kul«
cyczka, ist Polin. Diet l hat an der
Lemberger Hochschule im Jahre 4823
die philosophischen und im Jahre 1828
in Wien die mcdicinischm Studien been«
det. Im Jahre 1829 erhielt er die
Doatorwürde, wurde darauf Assistent
der Lehrkanzel für Mineralogie und Zoo«
logie an der Wiener Hochschule, welche
Stelle er bis 1833 versah; im genannten
Jahre wurde er Bezirksarzt der Vorstadt
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Volume 11
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Károlyi-Kiwisch
- Volume
- 11
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon