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Ehrhardt 400 Eichhoff
Professor der praktischen Medicin und
ordentlichen Physicus des Iohannesspi.
tals ernannt. Bei dem von 1808—1818
dreimal erfolgten Regierungswechsel in
Salzburg fand E. bei jeder neuen Regie-
rung seine Verwendung als Professor
seines Faches' bei der letzten, 1818. als
Salzburg österreichisch wurde, übertrug
man ihm die Professur der speciellen
Therapie und medicinischen Klinik am
medicinisch.chirurgischen Studium nebst
der Besorgung deS Iohannesspitals.
Am 3. Februar 1820 wurde E. zum Gu>
bernialrath und SanitatSreferenten, be,
dem tirollschen Iandesgubernium zum
LandeSprotoinedicus und Director des
medizinisch . chirurgischen Studiums in
Innsbruck ernannt und versah diese Aem-
ter bis zum 20. Februar 1849, an wel-
chem Tage er nach 43jähriger Dienstzeii
in den Ruhestand übertrat. E. hat sich
als Arzt ebenso um die Wissenschaft wie
um die Menschheit verdient gemacht.
Im Jahre 1808 hat E. nach Harten-
keil's Tode die Redaction der „Medi-
cinisch-chirurgischen Zeitung" als ein Ver«
mächtniß seines väterlichen Freundes
übernommen. Diese Zeitung, die älteste
dieser Art. war von Harten keil im
Jahre 1790 begründet, und bis zu sei«
nem 1808 erfolgten Tode, also durch
18 Jahre, geleitet worden. Irn Jahre
1808 übernahm sie E. und führte sie bis
1839 allein, von 1840-1842 in Ge-
meinschaft mit Professor Or. Laschan.
Da jährlich fünf Bande dieser Zeit.
schrift herauskamen, so sind unter E.'s
3i>jähriger Redaction nicht weniger denn
174 Bände erschienen, zu denen noch
ein — 20 Jahrgange umfassendes —
Repertorium gehört. Das in jener Zeit
in so mancher Hinsicht im Argen liegende
SanitatSwesm Tirols wurde durch E.'s
Energie gehoben, der Zustand der Spi- täler und Pfrünbnerhauser, der Apothe-
ken und Physicate an verschiedenen Orten
gebessert, während seiner Amtswirksam-
keit und nach seinen Anträgen wurden
die Provinzial-Irrenanstalt zu Hall und
das Findelhaus alls laste in Tirol errich.
tet. E.'s Verdienste fanden mehrseitige
Anerkennung. Bereits der König von
Bayern Max im i l i an I . zeichnete G. in
Anerkennung seiner Wirksamkeit in den
Feldspitalern zur Zeit der französischen
Kriege, im Jahre 1803, mit der goldenen
Verdienstmedaille aus; Kaiser Franz I.
verlieh ihm in Anerkennung seiner wissen-
schaftlichen Thätigkeit im Jahre 1813 die
gro^ goldene Ehrenmedaille und im
Jahre 4824 den österreichischen Adelstand
mit dem Prädicate von Ehrhar t st ein,
indem E., wie eS im Diplome heißt:
„nicht nur dem österreichischen Staate
Ehre mache, sondern auch auf die Er>
kenntlichkeit der gelehrten Welt und mit-
telbar auf jene der Menschheit vollen
Anspruch habe". E. war zweimal ver-
malt, zuerst seit 1807 mit der Schwester
Hartenkeil 'S. welche ihm aber der
Tod schon nach wenigen Monaten ent-
riß; daS andere Mal 1811 mit Katha-
rina Freiin vonHorrnayr, der Schwe.
ster deS berühmten Historikers H. ^s. d.
Bd. IX, S. 277), aus welcher Ehe meh.
rere Kinder entstammen, unter diesen auch
Vincenz E. ^vergleiche die Quellens.
Johann Nepomuk von Ehrhart (Inns-
bruck 18« l . Wagner'sche Buchdruckerei, 8«)
l^ ein von dein Sohne des Odigen, V in-
cenz E., dessen Name unter den Tiroler
Dichtem des letzten Decennnlmö einen nuten
Klang Hai, verfaßter Nekrolog). — Bote für
Tirol und Vorarlberg (Innsbruck, kl. Fol.)
18<w. Nr. 2<)9. — Adelstands'Diplom
vom 17. Mai 1824.
1- Eichhoff, Peter Joseph Freiherr <^s. d.
Bd. IV, S. 12). gestorben 29. August
1863.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Volume 11
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Károlyi-Kiwisch
- Volume
- 11
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon