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418 Gordon
GeneralMajor Grafen Gondrecourt,
ihren unvergänglichen Antheil an dem
Ruhme dieses Feldzuges gesichert. Noch
sei hier bemerkt, daß der Graf im Jahre
1848 dem unglücklichen Kriegsminister
Grafen Latour zugetheilt war und ihm
an dem verhängnißvollen 6. October treu
zur Seite geblieben, bis sich derselbe in
das Versteck zurückzog, aus welchem
gerissen, er dann durch ruchlose Mörder-
hand siel. Schon im Jahre 1831 erhielt
der Graf die Kriegsdecoration des kais.
russischen St. Wladimir-Ordens. im Jahre
1854 aber bei der großen Revue in
Olmüh von Kaiser Nikolaus den St.
Ltanislaus-Orden 2. Classe. Im Jahre
186! wurde ihm die Kämmererwürde
verliehen.
Waldheim's i l lus t r i r te B l ä t t e r (Wien.
«r. 4" j l864. Nr.^ S. 7< lS , l>5 Gond le
court '6 Porträts. — F rem d e n - V lat t
lWicn. 4«) l86t, Nr. ^iu.
Marie (Schriftsteller
rin, geb. zu Wien im Jahre 18l2,
gest. zu Trieft 13. November 18631-
Sie ist bekannter unter dem Pseudonym
Alexander Berg en, unter welchem sie
zuletzt ihre schriftstellerischen Arbeiten
veröffentlichte; früher schrieb sie unter
den Namen Berenberg, Jünger
und Arthur. Sie ist die Tochter des
k. k. Generalconsulats'Kanzlers E. C a»
lafat i und erhielt ihre erste Erziehung
in Wien, dann kam sie nach Corfu, wo
ihre Schönheit den englischen Capitän
W. F. Gordon fesselte, der sie auch
heirathete. Sie begab sich mit ihm nach
London, wo sie bald Witwe wurde.
Ihr Mann, ein verwegener Rosselenker,
stürzte bei einer Fahrt in so unglück<
licher Weife, daß er augenblicklich todt
blieb. Die junge Witwe kehrte nun nach
Wien zurück und stand durch eine Reihe
von Jahren zu M. G. Saphir in ! naher Beziehung, bis sie ihn Ende 1848
^ verließ. Sie lebte nun von der Schrift»
! stellerei und entwickelte als glückliche
Uebersetzerin und Bearbeiterin drama-
tischer Stücke aus dem Französischen und
Englischen eine nngemein große Frucht«
barkeit. Ueber sechzig Stücke wurden im
Laufe von 13 Jahren von ihr bearbeitet
und ist davon mehr denn die Hälfte
aufgeführt worden. Die letzten zwei
Jahre ihres Lebens litt sie an einer un-
heilbaren Krankheit und sechs Wochen
vor ihrem Tode begab sie sich nach
Trieft, um im Vaterhause bessere Pflege
und zuletzt den Tod zu finden. Meh-
rere ihrer dramatischen Bearbeitungen
hatten durch die feine Darstellung auf
dem Burgtheater, wenn sie von dem-
selben gegeben wurden, oder durch die
verlockende Art, mit welcher sich N estroy
seine Rollen zurecht legte, wenn er in
eiuem derselben auftrat, sehr günstige
Erfolge. Ihre Stücke sind (die mit einem
"' bezeichneten bei Wallishausser gedruckt)
folgende: „Gm Älllagrnpli"; — „Ner ul'ine
Marquis"', — „Zunü ili die Ängrn" ; —
„Zum Witwen"; — „Urgrn und Sannen-
üchrin"; — „Nur Mutter", die genannten
sämmtlich zum ersten Male im Hofburg»
Theater gegeben und auf dem Repertoire
desselben; — ^„Nie ^uvlesnng lm tnr
ZjllN5mei2tn-!i:" ; — * „Ncr Murd in dcr
Rohline52clgn5Ir"; — „VngcsöM'enrr Mi-
mant''; die genannten im Carl-Theater
sehr oft gegeben und durch Nestroy's,
später durch Knaack's und Ascher's
Spiel von bleibender Wirksamkeit und
Beliebtheit; — „Nie grtirimnisMlllle (blcm-
nette"; — „Nie Schrift an drrN5anb"; —
„Picrolim" ; — „Graf nnt> Nlnmenmachrlin";
— „Gardinenpredigt"; — ^„F'riinlein Nru-
der"; — ^„Mein Mr und meine Nichte";
^„Oin junger Gelehrter"; — ^„Ner
neue Non <kuichoü"; — „Nie Kinder der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Volume 11
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Károlyi-Kiwisch
- Volume
- 11
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon