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Kolbel 214 KöM
staate ohne weiteres vorausgesetzt wird. Das
„Frankfurter Konversationsblatt" brachte au-
thentische Aufschlüsse über den Stand der seit den
zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts anhän.
gigen und durch Gewinnsucht derjenigen, die
sich derselben anzunehmen bemühten, über vier
Iahrzehende hinausgeschobenen Angelegenheit.
M M , (Waldhorn-Vir<
tuos, geb. in Böhmen, lebte im
48. Jahrhunderte, starb zu Ende der
siebenziger Jahre desselben). Schon im
Jahre 1730 war er kais. russischer Hof«
muficuS und Waldhornist zu St. Peters»
bürg. Nach mehreren Jahren begab er
sich nach Wien und von dort mit dem
holländischen Gesandten nach Constan»
tinopel, wo er mit seiner Kunst Bewun-
derung erregte. Um das Jahr 1754
kehrte er in seine früheren Dienste nach
St. Petersburg zurück und beschäftigte
sich dort eine Reihe von Jahren hindurch
mit der Erfindung eines neuen Wald»
Horns, das er Amorschall, auch
Amorshorn nannte, und auf welchem er
sich 1760 mit seinem Schwiegersohne
Hensel hören ließ. Dieses Amorshorn
ist ein Waldhorn, an welchem, um theils
die chromatischen Töne, theils in Folge
dessen, auch aus allen Tonarten blasen
zu können, Klappen und ein halb»
runder Deckel angebracht sind, der gerade
auf den Schalltrichter paßt. Durch das
um dieselbe Zeit erfundene Inven«
t i o n s h o r n wurde Kölbel's Erfin-
dung verdrängt, ungeachtet, wie Kenner
behaupten. Kölbel's Verbesserung be«
quemer ist. Ob K. etwas für sein Instru«
ment geschrieben — wenigstens wäre
vorauszusetzen, daß er es für sein neues
selbsterfundenes gethan habe — ist nicht
bekannt. Auf dieß beschränken sich die
Nachrichten über ihn, und selbst Dla-
bacz konnte nicht mehr ermitteln.
Gerber (Ernst Ludwig). Historisch'biographi.
sches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig t?9(), I . G. I. Breitkopf. gr. 8«) Bd. I, Sp. 742.
— Neues Nniv ersal-Lerikon der Ton»
kunst. Angefangen von I)l. Julius Schlade«
bach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf
(Dresden 18ü6, Nob. Schäfer, gr. 8°.) Bo.I.
S. 225 ^Artikel Amolschall); Bd. I I , S. 640.
— Dlabacz (Gottfried Ioh.), Allgemeines
historisches Künstler<Lenkon für Böhmen . . .
(Prag l8l5, G. Haase, 4<>.) Bd. I I , Sp. 84'
— Gaßner (F. S. Dr.), Universal'Lerikon
der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem
Bande (Stuttgart l849. Frz. Köhler, Ler. 8«.)
S. 54 ^Artikel Amorschall). S. 500.
Kölbl, Anton (Kunstfreund und
Dilettant, geb. zu Wien 24. Februar
1771, gest. ebenda 1832). K. machte
seine Studien an einer technischen Schule.
Später wäre er nach Nagler In»
spector der kaiserlichen Spinnanftalt,
nach Tschisch ka und nach Bockh aber
Drahtzugs-Verwalter im k. k. Haupt«
münzamte in Wien gewesen. Schon in
seiner Jugend radirte er Landschaften,
meistens Waldparthien und felsige Ge«
genden,
stafsirt mit Figuren und Thieren.
Diese Radirungen, Arbeiten voll Talent,
sind theils mit seinem Namen, theils mit
seinem Monogramme, welches Nagler
in seinen „Monogrammisten" in drei vel>
schiedenen Formen mittheilt, versehen.
Auch radirte er sein eigenes Bildniß und
zwei mannliche Büsten in kleinem For-
mate. Die land Wirth schaftlichen Blatter
sind in der Regel klein, die größten in
Qu.40. M. Molitor war sein Vorbild.
Die meisten Blätter Kölbl's sind von
1799—1810 datirt. Auch besaß K. eine
sehr werthvolle Sammlung von Radi»
rungen und Kupferstichen der besten Mei»
ster, u. z. der alten, wie Albrecht Dürer,
Lucas Kranach, der sogenannten Klein»
meister Rembrandt, Water loo,
Swanewelt, Potter, H. R00S,
Berghem. Ostade, Fyt; ferner der
italienischen Radirer, Blätter von Wei»
rotter, Geßner, Molitor u. A. und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon