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Aolcsey 2ltl Kälcsty
von Manchen besaß er ganze Werke.
Diese Sammlung wurde seiner Zeit für
die bedeutendste der in Wien im Privat-
befihe befindlichen gehalten; was mit ihr
nach Kölbl 's Tode geschehen, ist nicht
bekannt.
Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in
dein österreichischen Kakserstaate (Wien l836,
Fr. Beck. gr. 8<>.) S. 32 u. 370 sonach diesem
lebte er noch 1836 in Wien). — Nagler (G.
K. Dr.). Die Monogrammisten . . . (Müw
chen l838, Georg Franz. gr. 3<>.) Bd. I,
S. 353. Nr. 773; S. 336, Nr. 783 ^nach die.
sem gest. l832^. — Böckh (Franz Heinrich).
Wiens lebende Schriftsteller und Künstler und
Dilettanten im Kunstfache (Nun l82l , B,
PH. Bauer, kl. 8°.) S. 263.
Kölcsey, Franz (ungarischer Dichter,
geb. zu Szö-Demeter in der sieben«
bürgischen mittleren Szolnoker Gespan«
schaft am 8. August 1790, gest. zu
Szathmar am 24. August 1838). Ent-
stammt einem alten adeligen Geschlechte;
seine Ausbildung erhielt er auf dem
reformirton Collegium zu Debreczin. Auf
daS Studium der classischen Sprachen,
wie unter den neueren auf jenes der fran»
zöfischen und deutschen, warf er sich mit
anhaltendem Eifer, und die ziemlich gut
bestellte Bibliothek des Debreczinec Col-
legiumS bot ihm Gelegenheit, sich mit
den bedeutendsten Schriftstellern der ge>
nannten Sprachen bekannt zu machen.
Poesie und Philosophie waren schon zu
jener Zeit seine Lieblingsfächer, und selbst
versuchte er sich damals schon in lyrischen
und dramatischen Arbeiten. I n seiner
Muttersprache waren es aber zunächst
die Schriften Kazinczy 'S sBd. XI ,
S. 97^, die ihn fesselten und ihm in
den eigenen Arbeiten zur Richtschnur
dienten. Von Debreczin begab sich K. im
Jahre 4809 nach Pefth, wo er als Iurat
bei der königlichen Gerichtstafel thätig
war, sich aber mehr als in diesem amt«
lichen Berufe im innigen Verkehre mit GefinnungS« und Sanggenojsen gefiel,
wie Stephan KovacS, V i tkov icS,
Paul Szemere u. A. Der durch die
Pocken bereits in seiner Kindheit herbei«
geführte Verlust des rechten Auges hiw
derte ihn an den damaligen Kriegsereig«
niffen. wie es andere gethan, in Person
fich zu betheiligen. Jedoch wollte er in
anderer Weife seinem Vaterlande mit den
besten Kräften — wenn nicht seines
ArmS, so doch seines Geistes — dienen.
Gr wurde Anwalt und als solcher wie
später, als er im Jahre 1829 zum Ober-
notar des Szathmarer ComitateS ernannt
worden, hielt er im CornitatSsaale jene
gehaltvollen Reden, die zu den besten
Erzeugnissen dieser Art gezahlt werden.
Auf dem denkwürdigen ungarischen Land»
tage 1832—1836 erschien K.alsDeputir«
tec des Szathmarer Comitates und glänzte
in der Versammlung als einer der ge«
wandtesten Redner und der einflußreich«
sten Männer der liberalen Partei. AlS
ihm aber die Gespanschaft, deren Vertre«
ter er war, in oerUrbarial-AblösungSfrage
eine Instruction gab, die seinen eigenen
Ansichten in dieser Frage zuwiderlief,
legte er noch im Laufe der Session sein
Mandat nieder. Gr kehrte sofort nach
Szathmar zurück, trat seinen Obernotars«
poften wieder an, und war eben mit Ab-
fassung der feinen Freund Wesselöny
vertheidigenden Schutzschrift beschäftigt,
als ihn nach nur kurzer Krankheit, im
Alter von erst 48 Jahren, der Tod ereilte
und so dem Vaterlande und seiner damals
eben im Aufblühen begriffenen Literatur
eine seiner Zierden entriß. Schon im
Jahre 1814 trat K.. und zwar in Hor<
V9.th's „Damäli. I<al6ii<1ä.ri<>w.H", d. i.
Damen^ Kalender, und in Döbrentei'S
„Lräol^i KlüLbuw",d. i.SiebenbürgischeS
Museum, mit poetischen Arbeiten in die
Qeffentlichkeit. Die allgemeine Aufmerk.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon