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Aonigsbrunn 222 Komgsbrunn
vierteter Schild mit Herzschild, l und 4: in
Roth eine goldene Doppellilie; 2 und 3: in
Gold drei schwarze Felsenberge, von denen der
mittlere die beiden äußeren etwas übersteigt.
Den Herzschild zeigt in Roth ein mit einem la<
teinischen I, (Kaiser Leopold) belegtes silbernes
Kreuz. Auf dem Schilde ruhen drei gekrönte
Turnierhelme. Auf der Krone des rechten erhe-
ben sich zwei silbern und roth mit gewechsel»
ten Tincturen abgetheilte, mit auswärts gc<
wendeten Mundlöchern aufsteigende Elephan«
tenrüssel; auf der Krone des linken drei wal-
lende Straußenfedern, eine goldene zwischen
zwei schwarzen; auf jener des mittleren end»
lich steht zwischen zwei mit den Sachsen nach
innen gekehrten Adlerflügen, der rechte unten
golden oben roth. der linke^unten blau oben
silbern, mittendurch abgetheilt, die goldene
Doppellilie von i und 4. Die Helmdecken
swd rechts roth mit Silber, links schwarz mit
Gold. die des mittleren roth mit Gold belegt.
Schildhalter. Rechts ein gekrönter golde.
ner Greif, links ein gekrönter goldener Löwe,
beide mit roth ausgeschlagenen Zungen, letz-
terer mit aufgeschlagenem Doppelschweif. Alle
anderen, von dieser abweichenden Wappen»
beschreibungen sind unrichtig, und auch die
Zeitangaben der Diplome, wie sie hier stehen,
sind den Original-Diplomen entnommen und
die einzig richtigen.
Königsbrunn, Franz Xaver Freiherr
von (S taa tsbeamter , geb. am
42. December 4728, gest. zu Liechten-
stein am 4. September 4794). Giner
alten, ursprünglich thüringischen, später
steierijchen Familie entstammend ^s. d.
Quellens. Sohn des Freiherrn Phi l ipp
Anton von K. aus deffen Ehe mit
Mar ia Anna Iosepha von Eys.
Nach beendeten rechtswiffenschaftlichen
Studien widmete sich Franz Xaver
dem Staatsdienste, in welchem er zuletzt
k. k. wirklicher geheimer Rath und meh>
rere Jahre hindurch präsidirender Guber»
nialrath der Landesstellen zu Trieft und
Gratz war. Dreißig Jahre hatte er im
Staatsdienste zugebracht und seinem
Geheimraths. Diplom entnehmen wir,
,daß der blühende Zustand TriestS und seines Handels vorzüglich seinen Kennt-
niffen und seiner Thätigkeit zu verdanken,
daß bloß durch seine eifrige Leitung die
Karolinenstraße und die lange verzögerte
Anstrocknung der Sümpfe und Moräste
um Aquileja zu Stande gebracht worden
seien". Jedenfalls der Verdienste genug,
um sein Andenken lebendig zu erhalten..
Aus seiner Ehe mit Erneftin e Gräfin
A t tems hinterließ er eine zahlreiche
Familie.
Die Königsbrunn sind ein thüringisches
Herrengeschlecht, welches vordem den Namen
Primbsch führte und schon früher einmal,
im 42. Jahrhunderte, nach Oesterreich gezogen
war, wo aber der Zweig dieses Geschlechtes
bald erlosch; dann wurden sie erst wieder zur
Zeit der Reformationsunruhen aus den Thü-
ringer Landen vertrieben und scheinen in
Oesterreich Zuflucht und Schuh gesucht und
gefunden zu haben; denn um das Jahr
l33l. zur Zeit des Schmalkaldischen Bundes,
wohnten sie bereits in Steiermark. Dem
Blasius von Primbsch, Bürgermeister
von Brück an der Mur, wurde mit kaiserlichem
Brief vom 3. Mai 1642 der alte Reicheritter,
adel erneuert. Sein Sohn Georg von
Primbsch, auch Bürgermeister zu Brück an
der Mur, erhielt von Kaiser LeopoldI. mit
Diplom vom 10. September i68il den Zu»
namen von Königsbrunn, nach dem bei
Brück gelegenen, schon seinen Vorfahren ge«
hörigen Gute Königsbrunn. Georg's
Neffe nber, Johann Franz Primbsch
von Kön igsbrunn, ältester Sohn von
Georg's Bruder Mar t in , brachte für seine
eigenen und seiner Vorfahren Verdienste den
Freiherrnstand in die Familie, der ihm mit
Diplom vom 42. August t?16 mit dem Bei'
satze verliehen wurde, daß der vorige Name
Primbsch wegzulassen sei. Seit dieser Zeit
erscheinen die Primbsch nur als Freiherren
von Königsbrunn. Die Familie der K ö»
nigsbrunn blüht noch zur Stunde in
3 Linien, deren heutiger Familienstand im
„Gothaischen genealogischen Taschenbuch der
freihenlichen Häuser" auf das Jahr 18N4.
S. 425. ersichtlich gemacht ist. — Das Ge»
schlecht der Königsbrun'n zählt mehrere
ausgezeichnete Männer: 1. Schon Georg
Primbsch von Kön igsbrunn , der öfter
kais. Landrichter und Bürgermeister zu Brück
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon