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Aomgsegg 224 Aömgsegg
Bravour. Am l9. März 4741 wurde er
zum Feldmarschall-Lieutenant befördert,
im folgenden Monat Inhaber des Infan»
terie-Regiments Nr. 46, und gab im
Successionskriege erneuerte Beweise seiner
kriegerischen Tüchtigkeit. Der Graf focht
in Böhmen, in Bayern; im Treffen bei
Braunau (9. Mai 1743) verlor er ein
Pferd unter dem Leibe; am Rhein, wo er
im September d. I . einer der Ersten mit
seinem Corps den Uebergang bewerkstel-
ligte. In den folgenden Jahren 4744
und 4743 focht er wieder in Böhmen,
und wurde bei Soor verwundet, 4746 in
Italien und 1748 am Rhein. Nach dem
Aachener Frieden wurde der Graf zum
Minister am churkölnischen
Hofe und am
29. Juni 1784 zum Feldzeugmeister er-
nannt. Als dieser befehligte er ein Corps
im siebenjährigen Kriege, wo ihm aber
im Treffen bei Reichenberg (21. Juli
1737) das Glück eben nicht hold war.
Im folgenden Jahre ernannte ihn die
Kaiserin zum Feldmarschall, welche Würde
der Graf noch zwanzig Jahre bekleidete.
Meyer (I.), Das große Conversation6»Lerikon
für die gebildeten Stände (Hildburghausen,
Bibliogr. Institut, gr, 8°.) Bd.XVII l , S. 4U3.
— Oesterreichisches Mi l i tär .Konver.
fations-3erikon von Hirtenfeld (Wien
l580, gr. 8°.) Bd. I I I , S. 563.
l. Hur Gtnenlogie des Grafengeschlcchtes der
Königsegg. Die Königsegg sind eines der
ältesten und edelsten Adelsgeschlechter des Kai«
serftaates. Die Genealogen haben es zu wie.
verholten Malen ausführlich beschrieben; wie
Gauhe, Imhof und Spener. Hübner
entwarf d<e Stammtafel dieser Familie und
Dr. Hopf räumte ihr schon im ersten Bande
seines genealogischen Atlasses eine Stelle ein;
selbst Nagy, indem er die Königsegg,
welche große Güter in Ungarn und das unga-
rische Indigenat besitzen, in seinem Werte über
die ungarischen Familien aufnimmt, entwirft
ihre Stammtafeln und greift bis in die Mitte
des ?. Jahrhunderts zurück, ohne jedoch die
Brauchbarkeit seiner Arbeit zu erhöhen, die
rvrn durch die Zahlreichen Nann'nmtstellungt'N, wenn nicht gar aufgehoben, so doch stark
beeinträchtigt wird. Ich habe es unterlassen,
in jene Zeit zurückzugehen, wo die Daten nicht
mit Bestimmtheit zu ermitteln sind, und zog
es vor, die beiliegende Stammtafel mit der
zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, mit
NIrich (Udalrich), in den Genealogien dieses
Hauses gemeiniglich als Ulrich IV. bezeich«
net, zu beginnen. Ich überging demnach die
früheren Generationen, unter welchen ein Ahn
Ulrich's. Friedrich, in Spanien ein neues
Geschlecht begründete, und ließ auch die be»
reits erloschenen Seitenlinien unberücksichtigt;
die weiter unten angegebenen Duellen setzen
den Freund genealogischer und antiquarischer
Studien in die Lage, sich darüber zu belehren.
Von Ulrich (IV.) an ist die Reihenfolge der
Stammhalter des Hauses gut ersichtlich. Zu
Anfang des !7. Jahrhunderts theilt sich das
Geschlecht mit Georg's Söhnen Hugo und
Johann Georg in zwei Linien. in die
ältere, gemeiniglich Kölligsegg-Nothenfels,
und die jüngere: Abnigsegg-Aulendorf, wel<
cher letzteren das Prädicat Erlaucht zukommt.
sDie übrigen deutschen Adelsfamilien, denen
duS Prädicat Erlaucht und Durchlaucht
zukommt, siehe im eilften Bande dieses 3eri,
kons, S. 62, Anmerkung, im biographischen
Artikel der Kaunitze.) WaS die Adels«
stufen drr Konigsega betrifft, so war
es ursprünglich ein schwäbisches Ritterge«
schlecht; unter Marquard (III.) erhielt
es 44?u für sich und seine Nachkommen den
Frriherrnstand und vesab. wie die Reichs»
abschiede der Jahre 1li32 und l5:n beweisen,
bereits die Reichsstandschaft. Was den Zeit'
punct der erlangten Grafenwürde betrifft, so
stimmen die Genealogen nicht nur nicht über»
ein, sondern weichen stark von einander ab.
Das „Historisch ' heraldische Handbuch zum
genealogischen Taschenbuche der gräflichen
Häuser" (Gotha l«5:i. Perthes. 32«.) S. 440.
gibt das Jahr 1663 als jenes der Erhebung
in den Reichsgrafenstand an; ebenso W i ß»
gr i l l u. A. Nun aber ist das Original»
Diplom noch vorhanden, welchem zu Folge
schon am 29. Juli l<!29 der churfürstlich baye»
rische Rath und Kämmerer Johann Wi l -
helm, der gewesene Präsioent bei dem kais.
Kammergerichte zu Speyer Hugo (Haua).
die beiden Truchsessen der Erzstifter Cöln.
Salzburg, Constanz und Augsburg Johann
Jacob und Nerthold, und der Rath und
Kammerer des Erzherzogs Leopold, der
Freiherr Johann Georg, die letzten vier
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon