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Aönigsegg 223 Aönigsegg
Brüder, der erstere ihr Vetter, mit der Gra
fenwürde belehnt und die Herrschaft Königs-
egg zur Grafschaft erhoben wurde. Diese
Erhebung wurde schon mit einem eigenen
Schreiben äs äkto Wien 26. März 1631 an
Churmainz mitgetheilt. Mit Diplom vom
3. Februar 1665 rvurde nun dem Grafen
Leopold Wilhelm der Grafenstand wieder«
bestätigt und diesem mit Diplom vom 15. Octo«
ber 1673 die Hofpfalzgrafenwürde und das
Obercomitio verliehen, womit große Vorrechte
verbunden waren, die hier in Kürze aus dem
Original«Diplome ausgezogen stehen mögen,
um die Bedeutung dieser Verleihung ermessen
zu können. Mit dem Hofpfalzgrafenamte (Pa»
latinat) erhielt Graf Leopold Wilhelm
für sich und seine männlichen Leibeserben
und in deren Ermangelung für den von ihm
Adoptirten: Sicheres Geleit (Zal va KUki-äiä,);
Freisitzrccht; die Berechtigung, bei Abgang
von männlichen Erben einen Ndoptivsohn zu
ernennen, auf welchen die Titel seines Hauses
überzugehen hätten; im Reiche und in den
Erbländern Herrschaften zu besitzen. sich dar«
nach zu nennen und deren Wappen zu führen;
das Vefugniß, Afterlehen zu errichten; Heim-
fällige und confiscirte Güter seiner Unter-
thanen an sich zu bringen; Befreiung von
fremden Gerichten; die Verleihung des Asyl«,
Münz. Bergbau,, Wochen» und Jahrmarkt«
Rechtes; das Acciserecht für Getränke auf
allen seinen Herrschaften; das Recht zur Erhe-
bung des Ein« und Abzugsgeldes; der Auf-
richtung des Hochgerichtes; Befreiung von
Mauth und Zoll im ganzen h. r. Reiche; end-
lich das Necht zu transumiren und vidimiren,
sowie zur wirklichen Vollziehung dieser Privi'
legirn einen oder mehrere Churfürsten, Für»
sten, Prälaten, Grafen, Herren u. s. w. zu
Schirmherren, Schiedsrichtern und Conserva»
toren nach Gefallen zu wählen. Diese Rechte
wurden von der Familie auch ausgeübt, so
z. B. ließ noch Graf Franz Hugo von der
Rothenfrlsischen Linie im Jahre 1756 Duca«
ten prägrn. Was den Besitz deö Hauses an«
belangt, so vertauschte die Rochenfelsische Linie
die reichsständischen Besitzungen, die Graf»
schaft Rothenfels mit Staufen im Jahre 1804
gegen die Herrschaft Boros-Sebes u. s. w.
im Arader Comitate Ungarns an den Kaiser
von Oesterreich, welcher dieselben im Preß»
bucger Frieden an Bayern abtrat. Die der
Linie K. «Aulendorf gehörige Grafschaft
Königsegg und Herrschaft Aulendorf (im Do»
naukreise des Königreichs Württemberg) kamen
v. Wurzbach, biogr. Lerikon. XI I . ^Ged im Jahre l806 zu Folge der rheinischen Bun<,
desacte als Standesherrschaften unter königl.
württembergische Staatshoheit und die staats«
rechtlichen Verhältnisse dieser standesherrlichen
Besitzungen sind durch eine kön. württember«
gische Declaration vom 6. August 1828 fest.
gestellt.. Was das I n colat, welches einzelne
Familienglieder besaßen, betrifft, so erscheinen
bei folgenden ständischen Consortien aufge-
nommen: in Niederösterreich Graf Leo»
pold Wilhelm seit 1658 und Karl Euse.
bius seit 1750; in Steiermark GrafKarl
seit 1708; in Kärnthen die Brüder Kar l
Ferdinand und Franz Hugo seit 1755;
in Böhmen Graf Leopold Wi lhelm seit
9. Juli 1689 und in Mähren Graf Leo«
pold Wilhelm und sein Sohn Sigm und
Wilhelm seit 1689. Das Indigenat für das
Königreich Ungarn erlangte aber auf dem
Landtage des Jahres 1751 der Graf Kar l
Seifried Eusebius von der Aulendorf'schen
Linie. Dem Chef dieser Linie steht, wie schon
erwähnt, der Titel Erlaucht zu. und in Oester»
reich besitzt dieselbe die Herrschaft Ober» und
Unterlanzendorf, in Oberungarn im Trencsi»
ner Comitate die Herrschaften Vrußka, Oroß»
lanykö und Illcnva und im Großherzogthume
Baden mehrere Grundgefälle.
«Quellen zur Venealsgie des Vrafengeschlech-
tes der Königgegg. ») Sandschriftliche. Ur»
künde vom 29. Juli 1629 der Erhebung der
Herrschaft Königsegg zu einer Grafschaft und
der Verleihung der Grafenwürde an die Brü-
der Haug (Hugo), Johann Jacob, Ber-
thold. Johann Georg und an ihren
Vetter Johann Wilhelm. — In t im a»
tionsschreiben äs äkta Wien 26. März
1631 an Churmainz wegen Erhebung der Ge»
brüder Königsegg in den Reichsgrafen»
stand. — Verleihung des Palatinats (Hof.
pfalzgrafenwürde) an den Grafen Leopold
Wilhelm äs äato Wien 15. October 1675.
— l») Gedruckte. Kneschke (Ernst Heinrich
Prof. Dr.), Deutsche Grafenhäuser der Ge«
genwart (Leipzig 1832, T. O. Weigel, gr. 8°.)
Bd. I, S. 464. ._ Derselbe. NeueK allge»
meines deutsches Adels'Lerikon (Leipzig. Fr.
Voigt. gr. 8°.) Bd. I I , S. 196. — Wiß<
gr i l l (Franz Karl), Schauplatz des landsäs<
sigen Nieoer'Oesterreichischen Adels vom Her«
ren. und Ritter.Stande (Wien 1804. 40.)
Bd. V, S. 244—356. — H opf (Karl Dr.),
Historisch-aenealogischer Atlas seit Christi Ge<
burt bis auf unsere Zeit (Gotha 1858, Iustus
Perthes. kl. Fol.) S. 196, Tafel 336. —
26. Juni 18Ü4.) 13
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon