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Körner
ll. Körner's Kraut. Die Dame, welche unter
dem Namen Körner's Brnut gemeint ist, ist
Antonia Adamberger srel gleiche dieses
Lerikon Bd. I , S. S), welche am l9. Juni
<81V sich mit dem Cuftoä des kais. Münz.
und AntikeN'CaoineiS Joseph Ärneih (gest.
3l.October l863) vermalt hat. Die Körner.
Feier brachte den Namen der Künstlerin wie»
der in Erinnerung. Aber auch früher schon
erschienen verschiedene Mittheilungen über sie.
Mit llebergehung dcr zahllosen, immer gleich
lautenden Nachdrücke seien angeführt: Zese^
fruchte, herausgegeben von vi-. Pappe
(Hamburg, 8".) Jahrg. 1832, Bd. l , Stück 1<>.
2. l37: „Theodor Körner's Braut". — Vor<
stadt.Zeitung (Wiener polit. Blatt) 1863,
Nr. 102: „Körner's Vraut" l^ eine Berichtigung
der,verschiedenen abweichenden und meist un«
richtigen, in Journalen abgedruckten Mitthei'
lungen über dieselbe^. — Der Zwischen«
Akt (Wiener Theaterölatt) 1860. Nr. 181.-
„Körner's Braut". Von Moriz Bermann.
sDer Aufsatz ist geschrieben, um Spohr's
weiter unten mitgetheilte Bemerkung in seiner
^Selbstbiographie".- „Körner habe nicht allein
Begeisterung für den deutschen Freiheitskamps,
sondern eine unglückliche unerwiderte Liede zur
schönen Schauspielerin Adamberger von Wien
vertrieben und in den frühen Tod gestürzt",
zu widerlegen und als einen Irrthum des
Kapellmeisters hinzustellen.^ — Körne r '6
Drama „Toni" erhielt dm Namen zu Ohren
seiner Braut „Antonia Adamberger". den er
auf diese Weise verherrlichen wollte. — Jene
Ttelle inSpoh r's „Selbstbiographie", welche
Körner's Teilnahme an den letzten opscr«
uollen Kämpfen oer Befreiungskriege lind dic
patriotische HinHt'bunss seines eigenen Ichs,
auf den Schmerz über unerwiderte Liebe zu«
rüctgeführt. lautet <Äo. I, L, l."l).- „Als es
dann entschieden war, daß ich in Wien bleibn:
werde, bat ich Körner, mir eine Oper zu
schreiben, wozu ich ihm die Sage vom Rübe»
zahl vorschlug. Körner aina darauf rm.
Doch plötzlich hieß es, Körner wolle als
Freiwilliger unter 3ühow'6 Nelterschaarm
gehen uno für die Befreiung Deutschlands
kämpfen. Ich eilte zu ihm und nersuchte, mie
oiele andere meiner Freunde, ihm diesen Vor
satz auszureden; doch ohne Erfolg. Vald
schon sahen wir ihn scheiden. Später wurde
es bekannt, daß ihn nicht allein dn' Begeiste«
rung für den deutschen Befreiungskampf, son-
dern eine unalüctliche unerwiderte Liebr zur
jchönen Schauspielerin Adümoeräer von Wien vertrieben und ihn in den frühen Tod
gestürzt hatte." - Als Gegensatz dieser
Ansicht möge aber, kräftig als alle Auszüge
aus Theodor's Briefen, welche Bermann
anführt, ein Ausspruch von Theodor's Va»
cer hier stehen, der mehr beweist als alleS
andere. Und dieser Ausspruch des alten Kör<
n er lautet: „Daß die ungeschwächte Jugend,
kraft mitten unter den Gefahren einer oerfüh»
rerischen Hauptstadt nicht verwilderte, war
vorzüglich das Werk der Liebe. Ein
holdes Wesen, gleichsam vom Himmel zu sei«
nem Schutzengel bestimmt, fesselte ihn durch
die Reize ccr Gestalt und der Seele". Kör«
n rr'ö Mtern kamen nach Wien, prüften und
segneten die Wahl ihres Sohnes, erfreuten sich
an dl'n Wirkungen eines begeisterten Gefühls
und sahen einer schönen Zukunft entgegen, als
jenes glückliche Ereigniß dcn Zeitpunct zu bc>
schleunigen schien, der das liebende Paar ver
rinigen sollte.
lil. Aöruer'Z Tod. Cov urger Ze itung 1863,
Nr. 198. 199. 2l)l): „TheodorKörner'sTod". —
Erinnerungen aus oen Befreiungskriegen
1813 und t«<4 (Frankfurt a. M. 1847. Herr.
mann. 8".) Heft l , S. 19: „Das Geschichlö
tropäon unter der Eiche bei Wöbbelin". —
Gartenlaube (Leipzig, E. Keil's Verlag,
ar. 4».) Jahrg. 1863, Nr. 5«. S. 789- „Körner'5
Tod"; - dieselbe, Jahrg. 1863, S. 489:
„Noch eine Erinnerung an Wöbbelin". Von
Appell. Rath Ackermann in Dresden. sEnt
hält Berichtigungen und Ergänzungen über
Körner's Tod cms Mittheilungen uon Acker«
mann'S Vrud.r, der auch i>n Lützow'schen
Corps gedient und ein Freund Körner's
war/Z — Der Hausfreund. Illustrirteö
Familienbncl). Nedigirt von Hanns Nachen«
husen (Wien. Förster. 4''.) Ihrg. 1863. S. 6lil:
„Der Tod des Dich'terhelden". Von Karl
Dculsch. — Ät il i tä r < Z oi t ung, heraus«
gegeben uon I . Hi l tenfc ld (Wien, 4".)
Xl.ll. Jahrg. l18ü0). Nr. 54—:;«: „Drrl
Denksteine in Meckirliburg Schwerin". Von
Pros ky. sEiln' aus sorgfältigen Erhebungen
beruhende Schilderung von Körner's Tod,
eine ^nane Beschreibung seines Grabes uni>
der Gräber seiner Mutter und seines Vaters,
und auch sonst noch historisches Material über
die Lützowel.-^ — Allgemeine T Heater-Zei.
tuna. heraußg. non Ad. B äu erle(Wien, -^.)
Jahrg. 1t<42, S. 13lO: ^Mie und durch wen
starb Theodor Körnerden Heldentod?" Man
erfährt daraus, daß kem Franzose, sondern
ein Heutschec, der Musketier äranz, dec
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon