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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12
Page - 252 -
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Page - 252 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12

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Körner 232 Aorner noch im Jahre l842 lebte und Ackerer zu Bibern im Kreise Simmern war, Körnern, als dieser am 26. August l813 einen stark escortirten Lebensmitteltransport aus dem Wege von Gadebusch nach Schwerin über- fiel, niedergeschossen habe. DerPremierlieutr- nant a. D. Storck theilte diese Thatsache aus den Berichten eines evangelischen Schul- lehrers, Namens Schönborn, mit, der zu« gleich mit obigem Franz zur Escorte dieses Lebensmitteltrankportes gehörte. Zur Erläu« terung diene nur noch Eines, daß zu jener Zeit viele Deutsche von Napoleon gezwun- gen worden waren. in seiner Armee zu die- nen und so gegen ihr eigenes Vaterland zu kämpfen. Auf diese Art wurde ein Deutscher Körner'6 Mörder und nur auf diese Art konnte er es werden.^ lV. Die Körner - Gräber. Die Bezeichnung «Körner's Grah" ist nicht ganz richtig, weil an der Stelle, wo der jugendliche Held bestattet ist, auch sein Vater, seine Mutter, seine Schwester Emma und seine Tante Dorothea Stock den ewigen Schlaf schla- fen. ES kann atso immer nur von den Kör» ner-Gräbern die Rede sein. Diese Gräber be« finden sich beiWöbbelin unter dem Schat- ten einer Eiche: der Körner« Eiche. Den Platz hat Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklcnburg'Schwerin nebst dem Materiale zur Einfassung dem Vater Kör« ner's geschenkt, „weil Theodor Körner als ein Retter des Vaterlandes gefallen sei". Nun ließ der Vater seinem Sohne ein Denk» mal setzen, welches nach der Zeichnung des Architekten Thormayer in Berlin, in der königlichen Erzgießerei gegossen, einen antiken Altar vorstellt, auf welchem sich — in sinni» ger Anspielung auf Körner's herrliche Frei» heitslieder — Leier und Schwert, von einem eisernen Eichenkranze umwunden, befinden. Die ehernen Blätter dieses Kranzes sind — von Raritätensainmlern — gepflückt worden und auch der entlaubte Kranzring ist verschwunden, aber es fehlte statt des eisernen Kranzes nicht an frischen Eichenkränzen. Bis zum Jahre l843 war die Grabstätte von einer 7 Fuß hohen Mauer umgeben; im genannten Jahre aber ließ der Großherzog, der sich persönlich für diese Grabstätte interesftrte und sie besuchte, die Mauer niederreißen und ein hübsches Gitter um das Denkmal aufführen. Bis dahin mußte auch die Familie Körner einen Kanon «Grundzins) dem Großher- zoge für den Gnmo entrichten; im genannten Jahre hob der Fürst zur großen Freude von Körner's Mutter, die aber noch in demsel« den Jahre starb, den Kanon auf. Der ganze Bezirk, der 114 Fuß breit und ä88 Fuß lang ist und auf dem sich hübsche Anpflanzungen non der sorgsamen Hand des Hofgärtners zu Ludwigslust befinden, ist überdieß mit einer niedrigen Mauer aus Raseneisenstein umgeben. Den^Eingang zu diesem Vorhofe bildet ein nach dem Plane Sch inkel's im Jahre 18l9 im römischen Style ausgeführter Triumph' bogen, aus Backsteinen erbaut, der aus eiser« nen Buchstaben die Inschrift: „Vergeßt die treuen Todten nicht!" führt. In diesem Portale befindet sich eine eiserne Gitterthüre, deren einzelne Stäbe Lanzen sind und deren mittlere mit einem Helme verziert ist. I n einem Rasenkreise befinden sich fünf Grab- hügel, unter dem mittleren schläft der viel- beweinte Helden sänger, rechts von seinem Haupte die Mutter , links der Vater, zu Rechten seiner Füße seine einzige Schwester E mma, zur Linken seine Tante, die witzige und talentvolle Pastellmalerin Dorothea Stock. Das am Fußende des Dichtergrabes aufgerichtete, oben beschriebene Denkmal trägt auf der dem Grabe zugekehrten (Süd») Seite die Inschrift: Hier wurde Karl Theodor Körner Von seinen Waffenbrüdern mit Achtung und Liebe zur Erde bestattet. Auf der Rück- (Nord«) Seite liest man: Karl Theodor Körner, > geboren zu Dres« den am 23. September 179l, > widmete sich zuerst dem Bergbau, dann der Dichtkunst und zuletzt dem > Kampfe für Deutschlands Ret< tung. j Diesem Berufe weihte er Schwert und Leier und opferte ihm > die schönsten Freuden und Hoffnungen einer glücklichen Jugend. ^ Als Lieutenant und Adjutant in der Lühow- schen Freischaar wurde s er bei einem Gefechte zwischen Schwerin und Gadebusch am 26. Au- gust > 1313 schnell durch eine feindliche Kugel getödtet. Auf der rechten (West«) Seite, von vorn gesehen, stehen die Verse: Dem Sänger Heil! erkämpft' er mit dem Schwerte Sich nur ein Grab in einer freien Erde. Und auf der linken (Ost') Seite: Vaterland! dir woll'n wir sterben. Wie dein großes Wort gebeut! Unsre Lieben mögen's erben, Was wir mit dem Schwert befreit.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Volume 12
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Klácel-Korzistka
Volume
12
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1864
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
528
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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