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283 Aörner
Wachse, du Freiheit der deutschen Eichen,
Wachse empor über unsere Leichen!
Die Inschriften zu dem Denkmale hatte Kör-
ner's Vater selbst ausgewählt; am 27. Sep-
tember 1814 wurde das Denkmal von dem
Oberhofprediger Studemund eingeweiht.
Die dem Bruder so theure Schwester überlebte
ihn nicht lange, am l5. März 1813 knickte der
Tod ihr Leben. Eine Sandsteinplatte bedeckt
ihr Grab, auf welcher die verwitterte Ober-
fläche kaum noch die Inschrift entziffern läßt.
Diese lautet: Unter den Nachgelassenen I Theo»
dor Körner's > folgte ihm zuerst > seine gleich-
gesinnte Schwester > Emma S ophiaLuise.
I Sie war geboren zu Dresden > am 19. April
1788. >-Durch Charakter. Geist und Talente >
verschönerte sie die Tage der Ihrigen I und
erfreute Alle, die sich ihr näherten. I Den ge-
liebten Bruder betrauerte sie I wie es der deut-
schen Jungfrau ziemte > Aber indem sich die
Seele zu ihni erhob > wurde der Körper all-
mählich entkräftet, j Ein Nervensieber endete
ihr irdisches Leben > zu Dresden am 13. März
1813. z Zu ihrer Grabstätte gebührte ihr dieser
Platz, l
Die Grabhügel von Theodor's Eltern
zieren nur kleine Eisentafeln mit Angabe der
Geburts« und Sterbetage. Die Inschrift auf
jener des Vaters lautet: Kristian Gottfried
Körner > geboren zu Leipzig am 2. Juli 1756.
I Gestorben zu Berlin am 15. Mai 1831. —
Die Inschrift auf jenem der Mutter : Anna
Maria Iakobina Körner > geboren zu Nürn«
berg am 11. Mai 1762 > gestorben zu Berlin
am 20. August 1843.
Daß Körner 's Tan te Dorothea
Stock auch daselbst begraben liege, ist in
mehreren Beschreibungen dieser Stätte nicht
gedacht. Auf ihrem Täfelchen stehen die Worte:
Dorothea Stock ward im Juni 1832 bei«
geseht.
Die Erhaltungskosten des Platzes
werden von dem Ertrage einer von Seite der
Körner'schen Familie angekauften großen
Wiese bei Ludwigslust — der sogenannten
„Körncrwiese" — bestritten. Außerdem ist den
Armen zu Wöbbelin von den jeweiligen Be<
sihern ein jährliches Legat von 32 Thalern
ausgesetzt.
Die im Folgenden mitgetheilte Literatur
über die Ruhestätte Körner's und der Sei'
nigen enthält mehr oder minder ausführliche
Beschreibungen derselben. Das Vorstehende sind
genau ermittelte Thatsachen, in denen manches,
was andere Beschreibungen nicht enthalten, ergänzt, oder wenn
sie Anderes enthalten, berich-
tigt wird. Ueber Körner's Ruhestätte geben
Nachricht: Brasch (Friedrich). Das Grab
bei Wöbbelin oder Theodor Körner und die
Lützower (Schwerin 1861. 8<>.) Dürfte wohl
das Vollständigste über Körner's Leben und
Tod enthalten; vergleiche auch darüber die
„Militär»Zeitung" von Hir tenfeld (Wien,
40.) 1862. S. 179). — Deutsches Volks-
blatt (Stuttgart, kl. Fol.) 1863. Nr. 202:
„Körner's Grab". — Die Gartenlaube
(Leipzig. Ernst Keil's Verlag. gr. 4».) Jahr.
gang 1863. S. 420: „Die Körner-Gräber und
ihr alter Wächter" ^mit einer in Holz ge»
schnittenen Zeichnung Th. Aster's: „Körner's
Tod". Der treue Wächter, der seit 50 Jahren
das Grab beschützt, war der frühere Dorf»
schulze von Wöbbelin, Namens Franck^; —
dieselbe 1863. S. 549 .- „Die Wöbbeliner Fest<
graber" ^mit einer Ansicht der Begräbniß-
stätte). — Korrespondent von und für
Deutschland (Nürnberg, kl. Fol.) Jahrg. 1863.
Nr. 436: „Körner's Grab". — Allgemeine
Moden-Zeitung. Redigirt von A. Diez-
mann (Leipzig, 4») 1859, Nr. 13, S. 104:
- „Theodor Körner's Grab". — Reichender«
gerZeitung 1863. Nr. 194: „Th. Körner's
Grab". — Schlesische Zeitung (Bres<
lau, Fol.) 1863, Nr. 443: „Zum 23. Septem»
ber, Theodor Körner's Geburtstage": — die»
selbe, Nr. 449, mit Berichtigungen zu dem
früheren Artikel ^genaue und interessante Be-
schreibung der Grabstätte^. — Allgemeine
Theater -Ze i tung, herausgegeben von
Adolph Bäuerl e (Wien, 4°.) 1834. Nr. 93:
„Theodor Körner's Grabstätte" ^aus dem
Tagebucke des Reisenden D 0 wnes); — die-
selbe 1851. S.30l: „Körner's Grabmal".
V. Körner's Waffen: Schwert, Dächse mit
Fadstock, Dolch. sHier folgen die verschiedenen
nicht übereinstimmenden Nachrichten mit An«
gäbe der Quellen.) Die Waffen, welche Theo«
dor Körner in dem Befreiungskämpfe ge>
tragen, befinden sich im Besitze dreier Gefahr«
ten des Dichters, und zwar: Friedrich in
Berlin bewahrt c>as Schwert, der Pfarrer Karl
Horn in Mecklenburg-Strelitz die Büchse,
welche er von dem Dichter erhielt, als der»
selbe zu den reitenden Jägern überging, und
Professor Sckeidler in Jena den Ladstock
derselben. Im Iabre 18N3 verlautete es, daß
die drei Freunde des Dichters, diese Reliquien
als Eigenthum der deutschen Nation betrach-
tend. vorhaben, dieselben einer vaterländisch?n
Anstalt als Andenken zur bleibenden Auf'
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon