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Körner 284 Korner
bewahrung zu übergeben. lBreslauer Zeitung
1863.Nr.N9.) —Volks» Zeitung (Berlin,
kl. Fol.) 4863. Nr ^99: „Theodor Körner's
Schwert" M t Nachricht, daß Körner am
26. August nicht seine eigene Waffe geführt,
sondern mit einem erborgten wuchtigeren Sä«
bel gekämpft, den er auch in seinem „Schwert-
liede" verherrlicht hat. Dieser Säbel befindet sich
in der Familie des Gutspachters Freydank.
welcher in den Jahren 5813 und 1844 Ober<
iäger im Lützow'schen Freicorps gewesen und
diese Waffe auf Körner's Verlangen vor
dem Gefechte bei Rosenberg mit ihm getauscht
hat. Wo Körner's- wirkliches Schwert ist,
ist, wie die Volkszeitung berichtet, nickt oe»
kannt. Nach obiger Mittheilung der Bres-
lauer Zeitung wäre es aber im Besttze Fried-
rich's in Berlin). — Kölnische Zeitung
1863. Nr. 236: „Theodor Körner's Schwert"
^enthält die ausführlichste Nachricht über das
Abhandenkommen dieser WaffH. — Bei der im
Jahre 1863 im Concertsaale des Schauspiel»
Hauses zu Berlin stattgehabten Ausstellung
„zur Erinnerung an Friedrich den Großen und
seine Zeit und an die Befreiungskriege" be«
fanden sich in einem Glasschranke neben
Gneisenau's Hut. Prinz Louis Ferdi<
nand's Stockdegen. Schill 's Cartouche —
auch Körner's Säbel ^war es aber der
rechte?). Czako, Pistolen und Stiefel. —
Theodor Körner's Dolch, welchen er im
Gefechte bei Gadebusch getragen, wurde ihm,
nachdem er getödtet war, von einem Freunde
abgeschnallt. Dieser, sein früherer Zeltkame«
rad, vertraute die Reliquie einer befreun»
deten Familie, Namens Hauptner, welche
später den Dolch dem Prinzen Friedlich
Wilbelrn zum Geschenke anbieten ließ,
der diese Gabe erfreut annahm. Der Dolch
trägt auf der einen Seite den Namen „Theo»
dor Körner", auf der andern „Wien 18l2".
VI. K5rner>NeUquien: Uhr, Uhrband, Haar-
locke, Gedichte, Brieftasche, sein V"«rät,
von seiner Schwester Emma gemalt. Kör«
ne r's Uhr, die er im Tode noch bei sich
hatte,
erhielt der Gerichtsrath W. . . in Ludwigslust
für seinen Sohn vom alten Körner zum
Geschenk. Ob sie sich wohl noch vorfindet? —
Das Uhrband, geflochten aus den Haaren
seiner Braut Toni Adamberg er, welches
lange in einem an Körner's Eiche ange-
brachten Behältnisse aufbewahrt wurde, ist
non frevelnder Hand entwendet worden. —
Ein Gedentduch mit einer Widmung von
Vlofessor Franz Passow vom !N, Juni 1514 ist um Ostern 1833 ein Raub der Flam.
men geworden. — Herr G. E. Moltrecht
Agent der Thurinqia in Magdeburg, verehrte
dem Herzog Ernst von Coburg eine Saar-
locke und ein Gedicht Körner's; letzteres
von Hem Dichter eigenhändig geschrieben und
an die Großmutter des Herrn Moltrecht ge»
richtet; erstere aus der Zeit stammend, als
Körner nach dem Ueberfalle bei Kitzen in
der Familie dieser Frau Pflege gefunden.
Herzog Ernst hat beide Gaben den Samm«
lungen auf der Feste Coburg einverleibt, den
Spender aber fürstlich belohnt. ^Zeitung
für Nord deutsch! and l863. Nr. 4543.) —
Andere Reliquien Körner's befinden sich im
Besitze des Herrn Appellations-Nathes Acker»
mann in Dresden, und zwar die Brieftasche,
welche bei Körner gefunden wurde, als er
zu Tode getroffen hinsank; ein von sein«
Schwester Emma gefertigtes Miniaturge«
maloe: „Körner's Bild als Lützower" vorstel-
lend, und eine von Ackermann's Bruder dem
todten Körner abgeschnittene Haarlocke. —
Ein Gedicht an die Baronin Rackwih in
Dresden, betitelt: „Der holden Geberin" und
zum ersten Male gedruckt in der „Schlesischen
Theater«Zeitung" 1863. Nr. 34. und ein Pries
Körner's aus Wien vom 2. März 15l2. an
seine Familie in Dresden, zum ersten Male
gedruckt in der „Schlesischen Zeitung" 1863,
Nr. 397. ein Urtheil Körner's über Schle.
gel's Vorlesungen enthaltend, befinden sich
beide im Besitze des Herrn R. We igelt in
Breslau, — Ueber andere Neliquien Kör«
ner's. wie z. B. über seine Waffen siehe
S. 253 u. 234. V; über seine Leier S. 256;
über den Körnerstuhl siehe S. 283; über
seinen silbernen Becher siehe das Fol'
gende.
VN. Einzelheiten: Körner's Pflegerin und ihr
silberner Decher. Die Körner-Eiche. Der
Körncr-Stnhl. Körner's erster Todtenkranz.
Der Kranz von Schiller's Tochter. Körner's
Wohnhaus in Döbling. — Witwe Häusser,
Sörner's Vfttgerin, u^h ihr silberner Kecher.
Die Gartenlaube (Leipzig, Ernst Keil's
Verlag, gr. 4".) Jahrg. l86:i, S. 176 u. 407:
..Ein Besuch bei Theodor Körner's Pflegerin
in Groß-Zschocher". ^Bei Kitzen war Körner
verwundet worden und wurde dann in das
in der Nähe gelegene Dorf Groß<Zschocher
gebracht, wo er von der noch lebenden Gärt«
nersfrau Johanna Häusser, ieht eine 8ljäh<
rige Matrone, sorgfältig gepflegt wurde. Ernst
Keil besuchte die Matrone im Jahre i863
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon