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Aörner 260 Körner
zigstem Iubileum («o). 2 Bände (Leipzi,
1863, Thomas, »".) svergl. Blätter f. literar
Unterhaltung 1864. S. 244^. — Steffen'-
„Volkskalender" für is64 (Brrslau. 8<>.) ent
bält die vaterländische Erzählung.- „Theodoi
Körner's Uniform" von Mar R ing . mi!
einer Illustration: Körner am Wachtfeuer, ein
Lied vortragend. — Kind (Friedrich). Di
Körner's.Eiche, eine Phantasie (Leipzig 18l4.
Göschen, mit 1 K., 4".); diese dramatisch
Phantasie wurde von K ind. dem Freund,
von Körner's Eltern, zum ersten Jahrestag!
slines Todes gedichtet Schnorr's Meister»
griffel schmuste diese Freundesgabe mit emeni
sinnigen Bilde. da5 den Namen „di? Körner's
Viche" führt. — Für den 1?. März 1863 ha
Gustav von Putl itz ein Festspiel geschrie
den- „Theodor Körner's Anwerbung durch
Frau uon Lützow", in welchem außer den
beiden Genannten noch Iahn und Friesen
auftreten. Auf königl. Befehl wurde dieses
Zeitbild an dem betreffenden Tage im Krol l
schrn Etablissement zu Berlin gegeben. —
Papst (Julius). An Körner's Grabe. Vor
spiel in einem Act (DreSden 1863. Meinhold
und Söhne, 8») swurde zu DreSden am
2«, August 1863 aufgeführt). — Zimmer»
mann (Georg), Theodor Körner. Historisches
Drama in drei Acten (Darmstadt 1863. Diehl.
5''.) lvergl. Blätter f. liter. Unterhaltung 1864,
S. 245 j^. — (Hormayr's) Archiv für Ge<
schichte u. s. w. (Wien, 40.) Jahrgang 181?,
Nr. 123 und 124: „Deutschlands Rettung
durch Oesterreich im großen Völkerkampfe des
Jahres I8l3". Von M. F. v. Canaoal ^in
dieser Dichtung tritt neben Schi l t , Hofer,
Enghien und Col l in auch Theodor Kör-
n er auf). — In einer Cantate, welche 1814,
nachdem das Joch des Corsen abgeschüttelt
war, als Festcantate die Frau Caroline
Vichler zu dichten übernommen hatte, und
zu welcher Spohr die Musik gesetzt — sie
führt den Titel-. „Das befreite Deutschland"
— beklagt ein Mädchen den Tod ihres in der
Schlacht gefallenen Liebhabers. Es ist dieß
eine sinnige Anspielung auf Körn er und seine
Toni (Antonia Adamberger), welch« durch das
^frostichon dieser Strophe bewiesen wird:
K—riiie Freude kenn' ich mehr,
Q—d ist alles um mich her,
R—eizlos, was ich sonst geliebet, u. s. rv,
Lustkandl (W.), Theodor Körner. Helden»
gedicht in sechzehn Liedern (Hamburg 1863,
32«.) svergl. Blätter f. literar, Unterhaltung
1364. S, 246), INI. Körner in drr Liieratur. k) Aussorüche
deutscher Literarhistoriker über Körner. Karl
Gödecke in seinem „Grundriß zur Geschichte
der deutschen Dichtung aus den Quellen"
(Dresden, Ehlermann. 8".) Bd. I I I , S. 230.
Nv. 628, schreibt über Körner: „Körnerwar
der Sohn des schillec'schen Freundes und wuchs
in der Bewunderung des großen Dichtere auf.
dessen Formen er frübe nachbildete. Seine
dramatischen Arbeiten haben den Werth der
s. g. Bühnengerechtigkeit, aber wcm'g innern
Gehalt; die heitern sind einfach und besser her»
ausgearbeitet als die tragischen. Die Samm-
lung seiner patriotischen Lieder „Leier und
Schwert", auf der srin durch persönliche Aus-
zeichnung gehobener Ruhm beruht, offenbart
einen herrlichen Charakter, der sich bei länge«
rem Jeden tiefer und klarer entwickelt haben
würde. Das stürmische Pathos, das zuweilen
noch etwas hohl erscheint, da dem feurigen
Jünglinge die durchgebildete Fülle der inneren
Lebenserfahrung fehlen mußte, hätte sich bei
der entschiedenen Haltung seines kräftigen
Wesens zu wahrhaftem Charakter besonnener
Kraft entfalten müssen. Kaum zwei und zwan-
zig Jahre alt, hatte er schon viel und fast zu
viel geschaffen. Die tödtliche Kugel nahm
einen Mann hinweg und gab der deutschen
Jugend das begeisternde Bild eines Helden."
— Das bezeichnendste und nicht obenhin aus»
gesprochene Nrtheil ist jenes, welches Rudolph
Gott schall in seinem Werke fällt: „Die
deutsche Nationalliteratur in der ersten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts" (Breslau
1861. Trewendt. 8".) Zweite Auflage. Bd. I,
S. 180. Gottschall schreibt: „Körner's Bil«
düng steht ganz unter dem Einflüsse Schil '
ler's, der mit seiner rhythmischen Melodie
und sittlichen Thatkraft den begeisterten Jünger
in seinem Banne hielt. . . . Als Dramatiker
zeigte Körner zuerst das Austönen der Schil-
ler'schen Diction bei geistiger Abschwachung
in der Phrase. Man hat bei seinen Versen
immer das Gefühl, als ob Einem Schiller
in die Ohren klinge; doch hört man näher
hin, so zeigt sich, daß dieß bloß durch den
äußeren Tonfall hervorgerufen wird, während
schon der stolze Vollklang der Worte fehlt "
Auf die einzelnen Stücke übergehend, sagt
Gottschall : „ In „Hedwig" und „Tony"
herrscht vor Allem der überschwengliche Ton,
der die Empfindung verzerrt; „Zriny" (1812)
ist einfacher — Einzelnes darin, wie der Mono«
log Soliman's, athmet eine an Schiller an-
klingende Gröhe der Gesinnung. I n „Rosa«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon