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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12
Page - 263 -
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Page - 263 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12

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Aörner 263 worauf rr sich selbst, von heiliger Begeisterung entstammt, den feindlichen Kugeln entgegen stürzte und den schönen Tod fand für's Pater land. In diesem Dichterjünglinge sah das Volk das Vorbild seiner Jugend, eine reich, Verheißung, dann pries man ihn glücklich daß er nicht älter ynvmden war, daß die Hoffnung in voller Iugendschöne mit ihm starb, bevo: sie bleich und runzlicht wurde. Außer seinm herrlichen Kriegsliedern hat er auch Trauerspiele gedichtet, die nicht mindrr von patriotischer Gluth und dem reinsten Seelcnadel zeugen, in der Form aber vielleicht allzusrlavisck die Manier Schiller's festhalten Seine kleinen Lustspiele können hier kaum als Nebensache erwähnt werden." — Dr. Thco< --dor Mundt in seiner „Geschichte der Litera» tur der Gegenwart" (Leipzig 1833. M. Si« mion, 8".) Zweite Auflage. S. 34t, zweifelt ungeachtet er Körner's Kriegslieder kennt, daß ein nachhaltiger poetischer Kern in ihm gesteckt habe!!! Mundt schreibt - „Schöner und reiner erklang die deutsche Poesie, welche in stolzer und freudiger Begeisterung aus d> n Bewegungen der Befreiungskriege hervortöntc und an ihnen ihren Stoff sich erkoren hattr, Leier und Schwert wurde das Symbol dieser Muse. Theodor Körner zeigte eine edle Begei- sterung in einem schönen poetischen Naturell. Die Lyrik der Befreiungskriege hatte in ihm ihre liebenswürdigste Vertretung, sonst war schwerlichein nachhaltigecpoetischer Kern in ihm! ! „Leier und Schwert" erschien zuerst 18l4. Seine dramatischen Arbeiten schwanken zwischen Schiller und Kotzebue und konnten keine eigenthümliche Form gewinnen. Aber Körner's Gedichte waren das Organ der vaterländischen Jugend dieser Zeit um sind darum eines ihrer edelsten Monumente urworden." — Adolph Stahr, der geist volle Kritiker, bemerkt anläßlich der Bespre« chung der illustrirten Prachtausgabe von Kör« ner's „Leycr und Schwert": „Was Fichte, drr gewaltige Denker, der philosophische Ne. geisterer der Jugend, der „Nedner der deut' schen Nation", mit den Blitzen und Donnern seines Geistes in Verlin begonnen hatte: die deutsche Jugend zum Kampfe auf Leben und Tod, zum Kampfe für Nationalität und Frei» heit zu entflammen, zu einem Kampfe des „wahren Krieges", der keinen Vertrag, keine Versöhnung kennen sollte vor dem vollstän« digm, entschiedenen, niederwerfenden Siege über die Tyrannen und die Tyrannei: das srhle der jugendliche Dichter, der Sän- ger des Z r iny , dl-r ron Wien auf den ersten Hornruf des Kampfes herbeieilte zu der Iunglingsschaar der schwarzen Jäger, sich zur Aufgabe feines Sanges, das schmetterte sein Lied in immer stärker, feuriger, begeisterter anschwellenden Klängen und Weisen in die Herzen der Nation, so weit die deutsche Zunge klang. . . . Ein deutscher König hat ihm nach- gesungen: „daß Throne stürzen, Throne ent» stehen werden, aber Körner's Ruhm bestehen wird. bis die deutsche Zunge vergeht. Die deutsche Jugend aber soll ihr Herz mit seinem Sinne erfüllen, und bei dem Klänge seiner ewig jungen Lieder das Gelübde sich ablegen, das er einst gethan und gehalten, das Ge- lübde: wenn die Stunde des Kampfes ruft, Alles zu verlassen und der Freiheit nachzu.« folgen." — Der mit Chiffre 1. bezeichnete Kritiker der von Adolph Wolf f besorgten Gesammtausgabe von Körner's Werken bemerkt treffend: „Körner ist zu einer Art von Ideal f igur für die deutsche Jugend gen or» den, zu einer Figur, in der sich der Idealis» mus dieser Jugend herrlich verkörpert dar» stellt. Körner repräsentirt in sich vereinigt die höchsten Ziele ihres Streoens und ihrer Ver» ehrung; es liegt etwas Achilleisches in ihm und er erscheint nicht nur als der Tyrläus, sondern gleichsam auch als der Achilles der Freiheitskriege. Die Lyrik von „Leyer und Schwert" ist — und darauf beruht ihre eigen« thümliche literargeschichtliche Bedeutung — die erste neuere deutsche Lyrik, welche Volks- poefie geworden. Sie hat in dieser Beziehung nur einmal, aber eben in einer weit älteren Epoche, eine Vorgängerin gehabt, und zwar in einer Poesie, die gleichfalls als der Ausfluß eines gewaltigen Kampfes in die Welt getre, ten. in dem protestantischen Kirchen» liede. Nas in der Zwischenzeit auf Grund einer allgemeinen Bewegung der Gemüther — wie z. B. die,, Lieder deö „preußischen Grena« diers" — gedichtet worden, hat keine derar» tige Popularität gewonnen. . . . Auch muh man nicht vergessen, in Anschlag zu bringen, daß noch ein beträchtlicher Theil der Mit« lebenden in einer unmittelbar zeitgenössischen Beziehung zu den Kriegsjahren von 18l3 bis 18l5 steht. Die Erinnerung hat noch Fleisch und Blut; das Echo der großen Weltbegebenheiten ist noch nicht verschollen und mit ihm tönen auch noch die Gesänge Körner's fort. Könnte man doch sogar in der erneuerten Bedeutung der Napoleoniden einen Punct entdecken, welcher dem Iyteresse für Körner zu Gute kommt."
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Volume 12
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Klácel-Korzistka
Volume
12
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1864
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
528
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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