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Kohl 290 Kohl
22. Jänner 4854). Der Sohn des kais.
Hof.Zeichnenmeisters (wahrscheinlich des
k. k. Hofkupferstechers Clemens K.
ss. d. S. 288^j), zeigte er früh ein Talent
für die Kunst, so daß ihn sein Vater die
Akademie der bildenden Künste in Wien
besuchen ließ, wo er bald. einen Preis er»
langte. Aber seine Neigung für den Sol«
datenstand war immer so vorwiegend,
daß er die erste Gelegenheit benutzte, den
Waffenrock anzuziehen. Diese fand sich,
als im Jahre 4797 das erste Wiener
Freiwilligen-Aufgebot gebildet wurde, in
welches Kohl, damals erst 44 Jahre,
sofort eintrat. Mit der silbernen Aufge-
boiS.Medaille ausgezeichnet, kehrte er
wieder, nachdem das Corps auseinander
gegangen war, zu der friedlichen Beschäf»
ligung der Kunst zurück, besuchte wie vor<
her die Akademie, bis er, an diesem alltäg-
lichen Treiben wenig Freude empfindend,
seiner alten Neigung, Soldat zu werden,
nachgab und als Gemeiner sx proxi-iig
am 29. Juli 4799 in das Infanterie«
Regiment Minutillo Nr. 37 eintrat. Am
4. Juni 4800 wurde er Fähnrich im
Regimente, kam am 4. September 4803
als Lieutenant zum Pionniercorps, in
welchem er am 4. December d. I . zum
Oberlieutenant befördert wurde. Am
4. Mai 4806 in gleicher Eigenschaft zum
Infanterie-Regimente Nassau Nr. 29 über»
seht, kam er mit 48. Februar 4809 als
solcher zum General.Quatiermeisterstabe.
wurde am 30. Mai d. I . Capitän im
Infanterie'Regimente Alexander Nr. 2,
in gleicher Eigenschaft mit 4. April 4842
zum Infanterie.Regimente Deutschmeister
Nr. 4 übersetzt und am 4. September
1813 zum wirklichen Hauptmann im
Infanterie<Regimente Don Pedro Nr. 43
befördert. Im Jahre i827 war er der
älteste Hauptmann im Regimente. seine
gehoffteBeförderuna zum Major scheiterte an einem Fußübel, das ihn unfähig machte,
zu Pferde zu dienen; demzufolge trat K.
im Jahre 4829 in den Ruhestand über.
bei welcher Gelegenheit ihm der Majors»
Charakter und auch im nämlichen Jahre,
seiner 30jahrigen ausgezeichneten Dienst-
zeitwegen,derAdelmitdemPrädicatevon
Kohlenegg verliehen wurde. Zwanzig
Jahre spater erfolgte seine Ernennung
zum Oberstlieutenant und die Verleihung
einer Zulage von jährlichen 200 st. I n
dieser dienstlichen Laufbahn ist K. nach
zwei Gesichtspuncten zu beurtheilen, in'
seiner Eigenschaft als So ldat und in
jener als Künstler. Als Soldat zählte
er — obgleich er es innerhalb einer 30jah-
rigen Dienstleistung nicht weiter als zum
Oberstlieutenant gebracht hat — zu den
Zierden der kaiserlichen Armee. Schon im
Jahre 4800 that er sich mit den Frei«
willigen bei dem Sturme von Savona,
später bei der Erstürmung des verschanz«
ten Berges i äus lratsiii und Genua's
hervor, focht dann in den Schlachten von
Marengo. im Gefechte bei Bozuolo am
Mincio (23. December 4800), in welchem
er am linken Fuße schwer verwundet
wurde. Von 4800 bis zum Ausbruche
des Feldzuges 4809 war er immer in
außerordentlicher Verwendung, von wel»
cher weiter unten Näheres folgt. Im
letztgenannten Jahre trat er aber wieder
in die Reihen der Vaterlandskämpfer
und hat durch seine Tapferkeit, Geistes«
gegenwart vor dem Feinde und beson»
dere Verwendung in den gefährlichsten
Expeditionen sich so ausgezeichnet, daß
er außer seinem Range zum Hauptmann
befördert wurde. I n der Relation über
die Schlacht von Aspern steht sein Name
unter den Helden des Tages. Wahrend
des FeldzugeS im Jahre 4844 ver«
richtete K. bei dem damaligen Haupt»
reserve»Corpscommando zu Basel Adju»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon