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Kohl 291 A«hl
tantendienste', darauf dem General'Quav
tiermeisterstabe der Südarmee zugetheilt,
betheiligte er sich in gleich auSgezeich
neter Weise an allen feindlichen Vorfal
lenheiten im südlichen Frankreich. Im
Jahre 4843 kam er nach Novara als
selbststandiger Platzcommandant, wurde
bald darauf erster Conventions-Commiffär
und Plahcommandant in Turin, welch
Stadt er, mit dem St. Mauritius« und
Lazarus-Orden in Brillanten geschmückt
verließ, den ihm der König V ic to rEma
nuel für seinen mit so viel Umsicht nm
tzachkenntniß verrichteten Dienst verliehen
hatte. I m Jahre 4816 trat er wieder in
außerordentliche Dienstleistung als provi.
forischer Unterdirector des lithographi»
schen Institutes, mit dessen Errichtung
bei dem in's Leben gerufenen Kataster
eben er beauftragt worden war. I m
Jahre 1843 wurdeKo h l nach dem 1841
erfolgten Tode des Directors Major von
Scher er auf seinem Posten wieder be-
stätigt und bewies im Jahre 1848 seine
alte soldatische Energie, indem nur
dieser in den Octoberiagen die Ret»
tung des kostbaren Archivs, der Origi»
nalmappen, des Pantographen und der
Handcaffen zu verdanken ist. Auf kün st»
lerischem Gebiete wie auch im Fache
der Mappirung und Chartographie sind
auch Kohl's Verdienste nicht unwesent«
lich. Schon im Jahre 1801 wurde K.
seiner besonderen Geschicklichkeit wegen
zur Militärmappirung im Tiroler Hoch»
gebirge zugetheilt. I n der Folge in das
Pionniercorvs übersetzt, arbeitete er
während der Campagne des Jahres 18t)3
im Hauptquartiere Sr. kais. Hoheit des
Erzherzogs Johann bei dem General»
Quartiermeisterstabe desselben, und war in
den Jahren 1806—1808 bei der militä»
risch.topographischen Landerbeschreibung
in Böhmen in Verwendung. Im Jahre 1811 wurde er zur Zeichnung von Plä-
nen und Situationskarten an den Hof
Sr. königlichen Hoheit des Herzogs
Albrecht von Sachsen»Tefchen com«
mandirt und hatte, wie das Hirten«
feld'sche „Militär. Konversations.Lexi-
kon" berichtet, dieMemoiren des Herzogs
über die Feldzüge von 1792 und 1793
in den Niederlanden, welche in Hand-
schrift in der Bibliothek Sr. kais. Hoheit
des Herrn Erzherzogs Albrecht fick
befinden, in französischer Sprache ausge-
arbeitet. I m I . 1816 begab er sich aus
eigenem Antriebe nach München, um dort
bei Senefelder sich mit den Grund«
sätzen der Lithographie bekannt zu machen
und diese wichtige Erfindung bei Staats«
arbeiten in Oesterreich in Anwendung zu
bringen. Schon im folgenden Jahre
legte er dem Hofkriegsrathe Proben seiner
Studien vor. Die Wichtigkeit des neuen
Verfahrens ward alsbald erkannt und
die Bildung eines stabilen Katafters be<
chloffen, bei welchem die nöthig werdende
Vervielfältigung der Originalsectionen
gemeindeweise), gleichwie die zahlreichen
Katastral-Tabollen mittelst Steindruck
erzeugt werden sollten. Da war es K.,
welcher dieses Institut in's Leben rief, im
Jahre 1818 das nöthige technische Eta<
»lifsement, die Abrichtung mehrerer Gra«
leurs, Drucker und Schleifer bewerkstel-
ligte, und auch für mehrere Anstalten in
en Kronlandem taugliche Leute in der
leuen Kunst unterrichtete und ausbildete.
Um überdieß das neue Verfahren ein Ge«
meingut der Sachverständigen werden zu
Waffen, schrieb er eine „Praktische Anleitung
Whoyrapln'e" (Wien 4820. Schaum-
>urg, mit 1 Tafel, 8".), welche weite Ver-
Zeitung fand. I n der Periode seines
Ruhestandes unternahm er, um seinem
unstsinne Befriedigung zu gewahren,
Reisen nach Italien und Deutschland und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon