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Kohl 292
besuchte die Gallerien von Venedig, Mai-
land. Florenz. Bologna. Rom. Neapel
und Palermo, wie jene von München,
Berlin. DreSden und Hamburg. Dabei
macbte er sorgfältige Forschungen über
die Oelmalerei. die er auch selbst aus-
übte. So hat er mehrere Altarbilder und
für die Kirche der Wiener-Neustädter
Akademie den Kreuzweg in 14 Bildern
gemalt. K. starb im Alter von 68 Iah-
ren. Den Künstler-Lexiken von Mül ler
und Klunzinger. Tschischka u. A.
ist sein Name. der doch einen Platz darin
verdient, unbekannt geblieben. Nagler
gedenkt seiner im VII. Bande, S.128, als
eines österreichischen Officiers, der ein
lithographisches Institut in Wien leitete,
in ein paar Zeilen. — Von Kohl's
Söhnen widmete sich einer der darstellen-
den Kunst, nachdem er früher Ofsicier in
der k. k. Armee gewesen. Als Schau»
spieler nahm er — zu Ehren seiner Mut-
ter Henri et te — den Pseudonym
Henrionan und spielte einige Zeit in
Prag. Auch hat er sich auf dramatischem
Gebiete versucht und ein paar kleine
Stücke geschrieben, welche aufgeführt
wurden und gefielen.
Adelstand s-Di plom vom 2, December
1629.— Oester reichisch es Mil i tär« Kon.
oersations < Ierikon , herausg. von I .
Hirtenfeld (Wien 1850. gr. 8".) Bd. I I I ,
S. 566. — Erneuerte vaterländische
Blätter für das Kaiserthum Oesterreich
(Wien, Strauß. 4".) Jahrg. 1818. Intelligenz,
blatt Nr. 72. — Oesterreichischer Sol-
datenfreund, herausg. von I . Hirten»
feld (Wien, 40.) I85l, Beilage zu Nr. 20. —
Wappen. Blauer Schild mit goldenem Schil«
deshaupt. In letzterem ein einfacher schwar-
zer Adler mit offenem Schnabel, rothaus-
geschlagener Zunge, ausgebreiteten Flügeln
und von sich gestreckten Waffen. Im blauen
Felde ein Strinkohlengebirge, auf welchem
in natürlicher Farbe eine Burg mit geschlossn
nem Thore. drei rothgedrckten Festungsthür-
men, deren mittlerer dreizinniger die beiden
anderen vierzinnigen überragt, sich
erhebt. Der Kohl
Unterbau, wie die drei Thürme, sind mit
Schießscharten versehen; die Burg rechts und
links von einer silbernen Lilie begleitet. Auf
dem Schilde ruht ein rechtsgekehrter gekron«
ter Turnierhelm, aus dessen Krone zwischen
zweien, Gold und blau mit gewechselten
Tincturen quergetheilten Büffelhörnern, der
schwarze im Schildeshaupte beschriebene Adler
steht. Die Helmdecken sind zu beiden Sei-
ten blau mit Gold belegt. — Noch bestehen
drei andere Adelsfamilien des Namens Kohl
im Kaiserstaate, und zwar: Die Kohl von
Feuersberg, die Kohl von Eich enstein
und die Kohl von Gy allav ar. Die Kohl
von Feuersberg erwarben mit Joseph
Kohl , k. k. Lieutenant, in Anerkennung von
dessen 35jährigen ausgezeichneten Kriegsdien»
sten vordem Feinde in 30 Gefechten, ? Schlach-
ten und 3 Belagerungen mit Diplom vom
6. September 1777 den Adel mit dem Prä»
dicate von Feuersberg. — Die Kohl von
Eichenstein erlangten den Adel durch den
Hauptmann Ferdinand Kohl mit Diplom
vom 29. August lsiss, gleichfalls in Folge von
dessen ausgezeichneter militärischer Dienst-
leistung mit dem Degen vor dem Feinde. —
Und mit Diplom vom 31. Mai 1860 wurde
der k. k. Plaßhauptnialm Anton Kohl für
seinen ehrenvollen Nntheil in den Feldzügen
1821 in Neapel und li>48 in Südungarn mit
dem Ehrenworte und Prädikate Edler von
Gyal lavar in den Adelstand erhoben.
Ludwig (Zeichner und Ma>
ler. geb. zu Prag 14. A M 1746,
gest. ebenda 18. Juni 1321). Bruder deS
berühmten Kupferstechers Clemens
Kohl ss. d. S. 266). früh durch Zeich-
nungen und nette Schnitzereien Talent
für die Kunst beurkundend, förderte ihn
der Umgang mit dem Maler Norbert
Grund M . V, S. 397^ noch mehr in
seinem Entschlüsse, sich für die Kunst aus-
zubilden,, und K. begann nun ernstlich
seine Studien auf der Akademie der bil>
denden Künste inWim. Schon im Jahre
1769 stellte er ein größeres historisches
Bild: „Virginius mit seiner Tochter" aus
und die k. k. Akademie nahm ihn in Folge
dessen unter ihre Mitglieder auf. Unter
Schmutz er. der damals Director der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon