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311 Kolb
zufiel, übersiedelte K. dahin und wurde
— Wirth. Aus"dieser friedlichen Beschäf-
tigung wurde K. wieder durch den italie.
Nischen Krieg im Jahre 1839 aufge-
rüttelt. Er erbot fich sofort zur Werbung
und Organisirung eines fliegenden Corps,
das aus außerösterreichischen Deutschen
bestehen sollte. Man ging auf seinen
Antrag ein und schon ging K. an die
Ausführung seines Vorhabens, als der
Friede von Villafranca sein Project
überflüssig macdte. Seit dieser Zeit lebte
K. ganz seinem Geschäfte als Hotel»
bescher; die Mußestunden aber bringt er
mit literarischen Arbeiten zu, wozu ihm
fein reichbewegtes Leben und eine Fülle ge«
machter Erfahrungen Stoff genug bieten.
Er ist ein fleißiger Mitarbeiter der „Wehr«
und Schützenzeituug", auch schreibt er
politische Flugschriften' eine derselben:
„Mnhnrni an Gesterreichz Staalzm'änner"
(Rendsburg 1860 Mona , MenzeH.
8".) spricht Ansichten aus, die durck die
nachfolgende Zeit im Großen und Gan>
zen bestätigt wurden. Kolb ist auch in
der Fremde mit Leib und Seele Oester»
reicher geblieben, Land und Leute von
Oesterreich gehen ihm überall und jeder«
zcit über sein zweites Vaterland.
Presse (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. SU, im
Feuilleton: „Bilder aus Schleswig'Holstein.
Vahl 's Hotel". — Außer den bisher ange»
führten Personen des Namens Kolb sind noch
einige anzuführen, u. z.: 1. Anton K. (geb. zu
Landeck in Tirol l?88, gest. 8. Jänner 1«61),
der von liiUü—I8l? als Soldat diente. dcn
russischen Feldzug mitmachte, in der Völker-
schlacht bei Leipzig focht und wiederholt ver-
wundet wurde. Das Jahr 1848 riß ihn aus
den Beschäftigungen dcs Friedens, zu denen er
nach seinem Austritte aus der taiserl. Armee
zurückgekehrt war, und nun commandirte er
die Landecker Schützen-Compagnie, die ihn
einstimmig zu ihrem Hauptmanne gewählt.
Er bewährte sich in vier Gefechten auf der
Ferdinandshöhe als umsichtiger und entfchlos>
smer Führer. Im Jahre 18S9, bereits 71 Jahre alt. litt es ihn, als wieder Gefahr dem Vater«
lande drohte, doch nicht länger daheim, und zum
zweiten Male trat er an die Spitze seiner
Schützen-Compagnie. Kolb trug außer dem
Armeekreuze und der Schützen'Gedenkmedaille
vom Jahre 1343, die mittlere goldene Civil»
Ehrenmedaille für seine im Jahre 1848 er<
wordenen Verdienste und das silberne Ver-
diensttreuz mit der Krone in Anerkennung
seiner thätigen Mitwirkung zur Landesverthei-
digung im Jahre 1859. lVolks 'UnoSchü-
tzen'Zeitung (Innsbruck, 4°.) Jahrgang
186l, Nr. 6.- Correspondenz aus Lanoeck.) —
2. Venedicr Kolb, dessen Tschischka in
seinem ,^Kunst und Alterthum im österreichi«
schcn Kaiserstaate", S. 3?0, gedenkt und ihn
als einen geschickten Steinmetz rühmt, der
um das Jahr 1524 in Wien gearbeitet hat.
— 3. Nepomuk uon Kolb. Unter diesem
Namen wird in F. E. Schlosser's „Ge»
schichte des achtzehnten Jahrhunderts und des
neunzehnten bis zum Sturze deS französischen
Kaiserreichs". Bd. VII , S. 509. ein begeister-
ter Tiroler Lanoesvertheidiger aufgeführt. Im
Frühjahre 1809 wurden in Tirol unter Cha>
steler's Oberleitung die Anstalten zur allge«
meinen Insurrection getroffen. Am 9. April,
schreibt Schlosser, rückte Chasteler mit
seiner Heeresabtheilung in's Pusterthal und
schickte die Salzburger Jäger über das steile
Gebirge in's Zillerthal. Nepomucenus von
Kolb, der hernach Tausende von fanatisirten
Bauern im Pusterthale und um Briren zum
dampfe führte, vertheilte die Aufforderung zum
allgemeinen Aufstande, die mit den Worten
anfängt: „Auf Tiroler, auf, die Stunde der
Erlösung ist nahe". Es ist wohl eine und
dieselbe Person, welche Peternaderin seiner
„Geschichte der Tiroler Landesvertheidiaung",
den „unruhigen Johann Maria von Kolb"
nennt, der durch seinen unzeitigenden, alles
auf die Spitze stellenden Eifer die fürchter,
liche Katastrophe herbeiführte, die Anfangs
December die Umgebung von Briren traf.
wo der erbitterte Feind Alles in Brand steckte,
und 23 Edelsitze, Villen, im Ganzen 200 Ge-
bäude im Gesammtwerthe von mehr denn
300.000 fl ein N^ub der Flammen wurden.
Als der Feind siegreich vorrückte, floh Kolb
als Limonienhändler verkleidet über den RendS«
oerg nach Steiermark. Oeternader (Ant.),
Tirols Landesvertheidigung nebst interessan»
ten Biographien und Skizzen merkwürdiger
Tiroler Landesvertheidiger, drei Theile in
Einem Bande (Innsbruck l833, Witting, 3°.)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon