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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12
Page - 316 -
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Page - 316 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12

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Kolenati ihr alsbald eine Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser vermittelte. Dieser gewährte dem Vater 4828 die Freiheit und Kol- bielsky verlebte die letzten Lebensjahre bei seiner Tochter. Diese aber hatte sich mit einem Hauptmanne des Geniecorps, Emanuel Zi t ta. FortificationS-Local. director zu Ofen, verheirathet und wurde vom"Kaiser selbst ausgesteuert. Trotz feiner Fehler schätzten bedeutende Manner K.'S Vorzüge und ehrten insbesondere seinen patriotischen Eifer; konnten sich aber daS Loos, das ihm in einer zwan> zigjahrigm Haft zugefallen, nicht er- klären. Gräffer (Franz). Francisceische Curiosa oder ganz besondere Denkwürdigkeiten aus der Le< bens» und Regierungsperiode des Kaisers Franz I I . (l.) (Wien <849. Ign. Klang, 80. )S . 88: „Kolbielsky. der geniale, vielkun« dige und vielseitige Abenteurer". — Vehse (Eduard Dl.). 6)eschichte der deutschen Höfe seit der Reformation (Hamburg, Hoffmann und Canipe. kl. 5".) Abtheilung: „Oester- reichs Hof und Adel" , Bd. X , S. 53. — Del Radikale (Wiener polit. Blatt) l848. Nr. 38 u. f.: „Ein Mitglied uon Kaiser Fran- zens Cabin?ts'Contre<Polizei". — Charcik- teristik Asllnclsky's. Kolbiel sky war klein und elegant von Statur, von unverwüst» licher Gesundheit bis in sein achtzigjähriges Alter, trotz unausgesetzter Arbeit, trotz wilder Leidenschaftlichkeit in allen, auch in den gering-- sten Dingen und trotz großer Verluste und Un- glücksfälle. Seine Lebensart war mäßig, seine priapeische Virtuosität berühmt und dankbar anerkannt. Die Protectwn des Herrn vom Hause suchte er meist durch die Liebschaft mit der gebietenden Dame des Hauses zu verkitten. Seine Manieren waren meist die der guten Gesellschaft, etwa die unangenehme Heftigkeit in Bewegungen und Reden abgerechnet, und die maßlose Eitelkeit, mit der er in gleicher Zuversicht die Finanzen oder den Schraubstock zerlegte, den Staat oder eine Uhr zurecht richtete, und noch als Greis unwiderstehlich! für alle Damen zu sein. fest überzeugt war. ! Die rege Wildheit im Blicke, der Grimm in^ den Mundwinkeln, der schwarzgallige Teint, ^ die ersten unbewachten Aeußerungen zeigten! alsbald den Mann, der weder Tugend, noch ' Zaster kenne, sondern nur Mi t te l . In der That erzählte man von ihm in Wien (mit Grund oder Ungrund) ein Vademecum sinn- reicher Betrügereien. Wie Viele seines Gleichen diente er stets der Polizei, war aber auch von ihr unaufhörlich bewacht. Er hatte manche Vorzüge, aber auch alle Fehler des pol- nischen Nationalcharakters. Ko lb i e l sky hatte ein ausschweifendes Gedächtniß und mathematisches Talent. Die großartigsten Be> rechnungen, die oerwickeltsten Probleme waren ihm ein Spiel. Er brachte auch aus den soisuoss sxg.atO5 allen Eigensinn, alle Infal' libilitätswuth, alle Beschränktheit mit in die Verwaltung und in die Politik hinüber im Dunkel eines universellen Genies. .. . Seine Nnklugheit und Unverschämtheit waren nicht geringer, als sein scharfer Feuergeist, als seine ausgebreiteten Kenntnisse, als seine an mehreren wichtigen Höfen, in mehrerm Hauptquartieren, Cabineten und Ministerien, Clubbs und Or- gien gesammelten Erfahrungen. Im Bona- partehaß war Kolbiel sky sich immer gleich und auf seine Weise ehrlich. Es ist auch keine Spur, daß man dort je versucht hätte, ihn zu gewinnen. Man muß es Kolbielsky nach» rühmen, daß er den Faßbender'schen Umtrie' bcn und gegen den Erzherzog Kar l gerich» teten Kniffen stets fremd geblieben. Er fiel wenigstens ehrlich in jenem ruhmvollen, wenn auch unglücklichen Kampfe von 1309 für den ganzen armen Ueberrest seines brausenden und schäumenden Lebens ^Hormayr in seinen „Anemonen".) i, Friedrich A. (Naturfor. scher und Reisend er. geb. zu Prag im Jahre 1843. gest. auf dem Altvater in einer Sennhütte 17. Juli 1K64). Beendete die medicinischen Studien zu Prag und erwarb 1836 an der dortigen Hochsckule die medicimsche Doctorwürde. Indem er zugleich die ärztliche Praxis antrat, pflegte er mit Vorliebe naturwissenschaftliche, vornehmlich entomologische Studien. I n einiger Zeit wurde er Assistent für die Lehrkanzel der Botanik an der Prager Universität, unternahm mehrere wissenschaftliche Reisen, 1842 eine nach Rußland, wurde Assistent der Zoologie an der kais. Akademie der Wissenschaften
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Volume 12
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Klácel-Korzistka
Volume
12
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1864
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
528
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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