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A«lm«»ics 320 Aolinovics
und Inspector der Johann P a l ffy'schen
Güter. Vier Jahre blieb K. auf diesem
Posten. Als er dann denselben, um seine
Lage zu verbessern, aufgab, hatte er sich
durch seine Tüchtigkeit einen Namen ge«
macht, wurde auch gesucht, um Arbeiten zu
übernehmen, welche rasch und doch genau
ausgeführt sein mußten; und so fristete
er unter mannigfaltiger Verwendung in
Verschiedenen Diensten auf großen Edel»
Höfen und inComitats-Kanzleien mehrere
Jahre sein Leben. Als ihm endlich sein
Vater, der alt geworden war, die Wirth«
schaft übergab, ließ sich K. in Schenkwitz
nieder, heirathete, besorgte seine haus«
lichen Geschäfte, alle übrige Zeit aber, die
ihm reichlich blieb, verwendete er auf
antiquarische und historische Forschungen,
für die er sich theils in den Schulen,
theils durch eigene Studien vorbereitet
hatte', später richteten auch die Stände
der Preßburger Gespanschaft auf den
verdienstvollen Mann ihr Augenmerk,
ernannten ihm 1730 zum Stuhlgeschwor»
nen (^u.rk8Lor) und kurze Zeit darauf
zum Buchhalter (kationnin oxaotor) des
Comitats. Mit diesem Amte schließt die
bürgerliche Laufbahn unseres Gelehrten
ab, der uns durch seine literarischen
Arbeiten ein erhöhtes Interesse einstößt.
Eine im Jahre 1731 durch die Donau»
insel Csalloköz, die Städte Raab, Papa,
das Schloß Devecser bis an den Dräu-
fiuß und die Insel Mura-Köz und nach
Csakathurn ausgedehnte Reise hat K.
genau beschrieben und diese Beschreibung
unter dem Titel „Itsr irknyäanndiK-
num« seinem Freunde Matthias Bel
sBd. I, S. 235), der sie auch benützt
hat, übergeben. Später gelangte das
Manuscript in Besitz des Gelehrten Franz
A. Kol la r. Durch einen 1748 unternom-
menen Besuch des Iesuiten-CollegiumS
in Tyrnau, wo unter anderem die Frage aufgeworfen wurde: „Qb derTempelrit«
terorden auch innerhalb der Grenzen Un«
garns seine bestimmten Wohnsitze hatte,
weil eS bekannt ist. daß die Templer
Güter in diesem Lande besaßen, auf denen
sich öfter solche Ordensbrüder aus dem
benachbartenCroatien einfanden", wurde
K. aufmerksam auf diesen Gegenstand
und scheute nun keine Mühe. um über
diesen Gegenstand erschöpfende Nach«
richten aufzufinden. Durch Fürsprache
einflußreicher Gönner gelang es ihm. die
Benützung der Bibliothek des Graner
Domcapitels zu erwirken und das Werk
„Ueber den Tempelritterorden" zu voll»
enden, welches schon Bischof K l i m o
^s. d. S. 99^ herausgeben wollte, aber
durch die eben eingetretene Aufhebung
deö Jesuitenordens, uln keinen Anlaß zu
falschen Deutungen zu geben, veranlaßt
wurde, den Druck desselben vorderhand
zu unterlassen. Sparer gab es Kova»
ch i ch auf seine Kosten heraus unter dem
Titel: „ Okronioon militaris oräinig
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äiois looo Häjeoit junotiln^us eäiäit
IH. XovaoQion« (I>6gtini s. a., 8".).
Von dem Manuscripte dieses Werkes
bestehen zwei Abschriften, deren eine in
der Bibliothek zu Fünfkirchen, die andere
bei dem Domcapitel zu Großwardein sich
befindet. Sonst erschien noch, gleichfalls
von M. Kovachich herausgegeben
im Drucke: „Aova I>orio-
anno primo
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon