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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12
Page - 361 -
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Page - 361 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Volume 12

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Kollonih 361 Kollonih Mutter des Maria Therelien-Ordensritte ftn Max imi l ian l^s. d. S.356^. — 11. La- 'dislaus GrafK. (geb. 7. December 1736, gest. im I . 181?), Sohn des Iadis lausKol lo« nitz. gebornen Freiherrn von Zay, aus dessen erster Ehe mit seiner Muhme Mar ia Eleo, nora Gräsin Kol lo nitz und Bruder des Grafen Kar l h'. d. Nr. 9^. Widmete sich dem geistlichen Stande, war anfänglich Domherr zu Olmütz, wurde 1774 Bischof von Sieben« bürgen. 1781 Bischof von Großwardein und zuletzt. 1787. Erzbischof von Kolocsa. Der unten erwähnte „Ehrenspiegel" bemerkt über ihn: „Ladislaus Graf K. war zur Primas- würde berufen, die seine Demuth sich verbot. Was er in seinem langen, segensreichen Laufe gethan, gewirkt, ist im ganzen Lande bekannt. Nur Eine Stimme trat darüber aus jedem Munde, die ihn den Nlmosenpfleger nennt. Wie er seinem dürftigen Domcapitel, wie er Armen ohne Zahl, ohne Wahl. Kirchen und Klöstern aufgeholfen, mit welch hohem aufopfernden Sinne er zum Wohle des Vaterlandes in den schwierigsten Epochen beigetragen, lebt noch im frischen Andenken Aller, die ihn kannten und verehrten. Er war die personificirte Milde und Groß- muth. Wir berufen uns auf des Volkes Stimme." l^Ehrentempel der katholischen Geistlichen (Wien 1345 . Jacob Dirnböck 8«.) S. 129.) — 12. Leopold Graf K. (Erzbischof von Gran, Cardinal und Primas von Ungarn, geb. zu Komorn 26. October. 1631. gest. zu Wien ll). Jänner 1707). Ein Sohn des Grafen Ernst ss. d. Nr. 3) aus dessen zweiten Ehe mit Anna Elisabeth Freiin von Kuefstein. Kam, 14 Jahre alt, auf die Hochschule nach Wien und dann an, den Hof des jüngeren Königs Ferdinand, spater KaiserF erd in and I I I . Im Jahre 1630 trat er in den Malteserorden und begab sich nach Malta selbst, wo er bald tüchtige Proben seines Muthes gab. Namentlich that er sich vor dem von den Türken besetzten Candien hervor. 21 Malteserschiffe wurden von 27 Tür» kenschisseu angegriffen und lange schwankte die Entscheidung, bis Kol lo nitz auf eines der feindlichen Schisse sprang, die türkische Fahne herunterschlug und die weiße mit dem Kreuze bezeichnete an ihre Stelle setzte, wo» durch die Seinigen, zu neuem Muthe ent» flammt, wieder vordrangen und den Sieg errangen. Zum Lohne dieser Heldenthat wurde K. von dem Großmeister des Ordens zum Castellan von Malta ernannt, eine Würde. die vor ihm Niemand in so jungen Jahren erlangt hatte. Bis zum Jahre 1629 blieb K. in Malta, dann kehrte er nach Oesterreich zurück, wo er zum Commandanten der Festun« gen Mailberg und Eger ernannt worden. Aber schon nach einigen Jahren gab er die kriege« rische Laufbahn auf und wählte den Priester- stand. Im Jahre l637 erhielt er zu Neutra die h. Weihen. Im Jahre 1668 wurde er daselbst Bischof, 1670 Bischof von Wiener« Neustadt und 1672 Kammerpräsident in Ungarn. Hatte der Kirchenfürst schon im Jahre 1679, als die Pest in Oesterreich wüthete, durch seine echt christliche aufopfernde Hingebung bewiesen, wie er das Priesteramt angeselM wissen wollte, so trat sein hochherziges Be< nehmen noch herrlicher an den Tag, als 1633 die zweite Türkenbelagerung Wien in Schrecken und Jammer versetzte. Schon im Juni g. I . begab sich K. nach Wien; zahllose Wägen mit Lebensmitteln beladen brachte er mit; die gefährlichsten Posten besuchte er in Person, um die Leute zu ermuthigen und zur Aus« dauer anzuspornen; in den Spitälern pflegte er selbst die Verwundeten und traf sonst die besten Anstalten zu ihrer Unterkunft und Pflege; war ferner bedacht, Lebensmittel um niedere Preise beizuschaffen, die Löschanstalten der häusigen, durch das feindliche Feuer ver« ursachten Brände wegen zu überwachen, u. dgl. m. Unvergeßlich blieb aber und wurde poetisch und künstlerisch verherrlicht ein Zug des edlen Kirchenfürsten, nach- dem die Stadt Wien von den Feinden ent» setzt war. Kol lo nitz ging in das von den Türken verlassene Lager, wo arme erkrankte Christen in großer Menae schmachteten, und mit 800 dem höchsten Elende preisgegebenen verwaisten Kindern kehrte er in die Stadt zurück, wo er für ihre Pflege und Unterkunft alle Sorge trug. Im Jahre 1685 erhielt K. das Bisthum zu Raab und den Cardinals« Hut, im Jahre 1691 das Erzbisthum Kolocsa mit Beibehaltung des Raader Bisthum?; im Jahre 1692 ernannte ihn der Kaiser zum wirklichen Staats« und Conferenzminister, Präsidenten der Hofkammer in Wien und 1695 zum Erzbischof von Gran und Primas von Ungarn, welche Stelle er bis zu seinem Tode bekleidete. Kollo nitz war für die Ausbreitung und Stärkung deS katholischen Glaubens in einer Zeit, wo dieser als solcher, wie überhaupt die christliche Kirche schwer bedrängt und gefährdet war, sein ganzes Leben hindurch sehr thätig. I n Siebenbürgen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Volume 12
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Klácel-Korzistka
Volume
12
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1864
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
528
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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